mein kleiner salon des refusés

das westwerk ist ein schöner aber schwieriger raum. er ist abschüssig, hat jede menge säulen stützen und rohre in denen es rauscht wenn darüber jemand die toilette benutzt. die kabel liegen selbstverständlich alle über putz und steckdosen gibt es wenige.
wer bilder hängen will tut dies am besten auf der rechten seite. die ist verhältnismässig gerade und glatt. mit ein paar vorsprüngen zwar, aber immerhin auf einer ebene.
die linke seite ist ein ordentliches kuddelmuddel. sie hat 3 nischen in denen je eine heizung steht. die erste hat ein brett im boden was bedrohlich kippelt wenn man drauf tritt und einen gulli aus dem es nach kloake riecht. die zweite läuft spitz zu und soweit ich mich erinnere ist an einer seite ein zugemauerter fahrstuhlschacht. die dritte hat 2 stahltüren, beide so lang wie die ganze wand – 3 wunderschöne nischen also mit denen man im prinzip nichts anfangen kann. perfekt für meine zwecke. ich liess alles weiss und leer und stellte meine objekte irgendwo in den raum. nichts geht über leere wände!

nur in die erste nische, die mit dem stinkenden gulli und der falle im boden: dort hängte ich meine abgelehnten radierungen. eine kleine reminiszenz an die kollegen vor 150 jahren.