schutz

an plastiken, die sich in irgendwelchen ausstellungsmöbeln aufbewahrt werden geh ich für gewöhnlich vorbei. sockel interessieren mich nicht, die gehen wirklich nur im museum, aus versicherungsgründen, oder sie sind teil der arbeit. ganz schlimm wirds wenn versucht wird, off-orte musealer aussehen zu lassen oder bedeutungslosen kram im wahrsten sinne aufzumöbeln.

es gibt aber auch noch den fall, dass die arbeit schutz braucht. weil sie so fragil oder, wie knetmasse, leicht verformbar ist. knetmasse bleibt zudem immer weich und vor allem: klebrig. sie wird umso klebriger je höher die raumtemperatur ist. staub bleibt an ihr kleben und lässt sich auch nicht abwischen.

ich benutze deshalb schon seit einigen jahren acrylglashauben, zumindest bei kleineren arbeiten. das ist nicht bloss sinnvoll für sammler sondern auch in meinem atelier stehen die dinger haufenweise rum. ich will schliesslich auch mal zu was anderem kommen als ständig die eigenen arbeiten zu reparieren oder dreck abzukratzen.
ich lasse die hauben anfertigen sobald die arbeiten fertig sind bzw die masse feststehen. bis zu diesem moment bewegen sich die arbeiten noch nackt und frei auf meinem arbeitstisch, ohne einen gedanken daran, ob und wo sie hinterher aufbewahrt werden.

das ist auch der geist aus dem meine arbeiten geboren wurden. ich zitiere mal michselbst:

das erste eisbärenfell knetete ich auf ein paar lose spanplatten auf die ich zum besseren halt der knete hasendraht tackerte. dass die platten allerdings nicht miteinander verschraubt waren gestaltete den transport des ersten knetfells schon einigermassen schwierig.

aus bruchstücken des ersten wurde dann der zweite eisbär, teil der installation Das Fenster bleibt zu ebenso dilettantisch zusammengekloppt. dass man die arbeiten ggf. auch nochmal transportieren musste war nicht eingeplant. hände und füsse der schlafenden unter dem fell steckte man ihr einfach einzeln an, ebenso den kopf.

mittlerweile bin ich wohl erwachsen geworden.
ob das allerdings so gut ist wird sich noch rausstellen.

Ein Trackback

  1. Trackback vom 08. Juni 2008 um 21:24

    [...] Portrait auf Englisch likeness. Und so geht es weiter in der Blogger-Likeness-Reihe von Katia Kelm. Diese Dame hatte ich sogar schon mal auf meinem Sofa sitzen (jederzeit wieder!). die [...]