theoriegespinste

gerade die dinge, die in der erinnerungfalle kleben blieben obwohl sie völlig banal sind, eigenen sich besonders gut zum kunst machen. das sind bilder die einfach durchgeschoben werden können, aus dem kopf aufs blatt oder in die knete, ohne dass sie einen rattenschwanz an sperrigen bedeutungen hinter sich her zögen.
man trifft natürlich eine auswahl. man kann ja nicht ALLES kneten. und die auswahl fällt selten zugunsten schöner, symmetrischer, fehlerfreier dinge aus. denn nichts ist langweiliger als das richtige.

in meiner erinnerung kleben blieb zum beispiel das bild büchern am boden. ein kollege hatte eine reihe klassiker aus philosophie und wissenschaft am boden seiner installationen verteilt, unter um quasi das „philosophische fundament“ seiner arbeit zu verdeutlichen.

das musste ich auch versuchen! ich kaufte ein buch auf dem flohmarkt. etwas teuer aber der titel - „Ein Mann von Welt“ - war die 2 euro wert.
weil ich im inhalt keine stelle finden, auf die ich mich hätte beziehen können schrieb ich einfach selber ein paar seiten und klebte sie in das buch.

wobei ich heute zugeben muss: der text hat immer noch nichts mit der arbeit zu tun. aber so ein buch am boden ist einfach unersetzlich für die theoriefindung.