die schweine frassen alles auf. alles wurde viel zu gross und zu schwer im verhältnis zur idee. ich war eine, die mal bilder malte im stillen kämmerlein und keine, die andere für sich arbeiten liess. die verantwortung, die geldsorgen und die ganze koordination frassen meine kraft, die am entscheidenden ende fehlte: in der arbeit.
umgeben von galeristen die keinen plan hatten, was ihre kunden interessierte, baute ich vier schweine in meinem atelier in der 3. etage eines alten bürogebäudes und als sie fertig waren wog ein schwein 80 kilo und ging nicht mehr durch die tür.
sie wurden auf der art frankfurt gezeigt und ich erinnere immer gerne an die aussage eines alten professors wenn der die hängung der arbeiten seiner studenten bemängelte: „das hat das bild nicht verdient!“
die kunst, die hier gezeigt wurde, erinnerte mehr an bürodekoration als an irgend etwas anderes. mein alter freund tim thyzel pflegte in solchen momenten zu sagen: „wenn alle anderen scheisse sind fällt man immerhin mal positiv auf …“ ich sah das etwas anders. auch die theorie, dass man sich im puff nicht davor fürchten bräuchte, bekannte zu treffen, man habe sich ja gegenseitig in der hand - traf hier nicht zu.
ich setzte mich in eine ecke, zog mir ganz tief die kaputze über die augen und stöhnt leise vor mich hin.
die schweine sind nie verkauft worden.