A WIE ATELIER (LETZTER TEIL)

2009-2012 bullerdeich 7

seit dem ausschläger weg kam ich nie wieder richtig auf die beine. ich hatte mich dort komplett verausgabt und konnte trotzdem zuletzt die miete nicht mehr bezahlen. kurz bevor ich kündigte klapperte ich nochmal ein paar leute ab, die sich zuvor besonders interessiert gezeigt hatten. so hatten mir zb. gleich zwei galeristen unabhängig voneinander ein festes gehalt angeboten. als bedingung hätte ich mich allerdings exklusiv verpflichten müssen, was ich nicht wollte. einen von denen rief ich nun an: wir könnten den deal jetzt doch machen. um mein atelier behalten zu können würde ich das mit der exklusivität in kauf nehmen.
achso – äh – das angebot müsse er leider zurück ziehen.
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A WIE ATELIER (TEIL II)

(erster teil hier)

1999-2002 ausschläger weg 68

nach dem diplom bezog ich zusammen mit nándor angstenberger, philipp schewe und anna guðjónsdóttir einen raum im dritten stock eines abgehalfterten bürogebäudes, wieder in hammerbrook.
gelochte deckenverkleidungsplatten, summende neonröhren und ein ausblick über die dächer der benachbarten autoumlackierbetriebe – als alte industrieromantikerin hab ich den ort sehr gemocht. mittags gabs cevapcici in der „pantry“: ein chinese spezialisiert auf traditionelle deutsche imbisskost.
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links

so, ich fang jetzt auch mal an mit der linkposterei. nützt ja nix.

zeit.de: Denn Bedeutung schlummert überall

wolfgang ullrich über die aby warburg ausstellung in siegen. wusste ich alles nicht. wieder was gelernt.

artinfo.com: An Open Letter From a Dancer Who Refused to Participate in Marina Abramovic’s MOCA Performance

Sara Wookey:

„I was expected to lie naked and speechless on a slowly rotating table, starting from before guests arrived and lasting until after they left (a total of nearly four hours). I was expected to ignore (by staying in what Abramovic refers to as „performance mode“) any potential physical or verbal harassment while performing. I was expected to commit to fifteen hours of rehearsal time, and sign a Non-Disclosure Agreement stating that if I spoke to anyone about what happened in the audition I was liable for being sued by Bounce Events, Marketing, Inc., the event’s producer, for a sum of $1 million dollars plus attorney fees.

I was to be paid $150.“

via anja steidingers facebook

donnerstag-blog.com: Die verschwundene Bilanz

großartiges blog, unbedingt abonnieren! (leider liefert der feed nur überschriften)

annika bender über den scheidenden hamburger kunstvereinsleiter waldvogel und hamburgs mittelmässigkeit:

„Man sollte daran erinnern, dass es in Hamburg lange vor dem Berliner „Haben und Brauchen“ bereits einen künstlerischen Schulterschluss gegen die Inanspruchnahmen durch ein neoliberal verblödetes Stadtmarketing gegeben hat. Nur zeigt nicht zuletzt das Ausstellungsprogramm des Gängeviertels, das etwas institutionelle und professionelle Unterstützung dieser Bewegung unbedingt gut getan hätte. So allerdings steuerten schlussendlich beide Seiten Richtung Mittelmäßigkeit: die protestierende Künstlersippe, die Institutionen nicht weniger. Nebenbei bemerkt: Was die Galerie der Gegenwart zuletzt mit der Bretterbude auf ihrem Vorplatz kundtat, war ja kaum mehr als die installative Demonstration dieser rundherum erreichten Mittelmaß. Die bereitstehende Personaldecke scheint leider nunmehr auf beiden Seiten derart ausgedünnt, dass solche verspäteten Kooperationsversuche kaum mehr noch vermögen.“

artefakt-sz.net: Kunstkritik als Gegengift

die macher vom donnerstag-blog erzählen in einem interview über ihre arbeit. selten deutlich.

Annika Bender:

„Vielleicht wollen wir uns auch nur nicht eingestehen, auf das falsche Pferd gesetzt zu haben. Wir haben uns alle mal mehr von Kunst und dem Kunstdiskurs versprochen. Die Kritik ist uns gewissermaßen auch ein Gegengift zur schleichenden Ernüchterung. Ich dachte eben tatsächlich mal: Hier geht’s um was! Und irgendwie wollen wir einfach nicht einsehen, dass mittlerweile eh alles Banane ist. Hast Du die Reyle-Ausstellung in den Deichtorhallen gesehen? Dann weißt Du, was ich meine.“

via dorothea schlüters facebook


 

 
erschütterndes interview mit alberto mugrabi, sohn einer sammlerdynastie die 800 warhols besitzt, der dem kritiker robert hughes, erklärt wieso er warhol sammelt: „I think warhol is probably the most visionary artist of our time. he’s an artist that has opened every door for every artist today.“
da hat jemand aber volle lotte durchblick.

via markus wirthmanns facebook

giordano-bruno-stiftung.ch/blog/: Intellektuelle Hipster

ganz interessant auch im zusammenhang mit der sexismusdebatte.

via boschblogs facebook

A wie Atelier (Teil I)

meine ateliers

1993-1995 naturdarmfabrik wendenstraße 45, hammerbrook

um an der hochschule einen arbeitsplatz zu ergattern musste man sich als erstes aus einem pool von männern im präklimakterium einen prof aussuchen und regelmässig zu dessen audienzen erscheinen. das fiel schonmal nicht leicht, weil kaum einer der zur auswahl stehenden wirklich interessant war. dann musste man regelmässig die eigenen arbeiten vorzeigen und darauf hoffen, nicht allzu schlimm beleidigt zu werden und stattdessen irgendwie interesse zu erregen. als frau war es ausserdem noch von vorteil gut auszusehen. hatte man dies alles abgehakt konnte man einen tisch beziehen.
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