vernissagen hopping

mein telefon klingelt. ein freund, eigentlich kunsthistoriker, arbeitet beim radio als moderator. er sei gerade live auf sendung und wolle mich mal fragen, so als expertin, wie es sei, wenn man am selben tag wie andere, bedeutendere künstler eröffnen. er habe gerade meinen ehemaligen professor in der anderen leitung, der heute abend eröffne, gleichzeitig mit georg baselitz.
ich versuche irgendwas diplomatisches zu sagen: „ja, das ist natürlich doof“ und „man versucht es so zu sehen, dass die leute ja so vernissagen-hopping-technisch vorbei kommen könnten – tun sie aber nicht. ich zum beispiel suche mir immer eine eröffnung aus, wo ich hin will, für vernissagen-hopping bin ich zu alt*.“

der moderator: „welche würdest du dir denn von diesen beiden aussuchen?“
da muss ich nun wirklich länger drüber nachdenken aber bevor ich noch etwas sagen kann wache ich zum glück auf.

*wie komme ich denn darauf?!

warten auf die pressesprecherin

ich bin extra früh gekommen, die sonne scheint, in einem staubigen hof sitzen die ausstellungsmacher vor einem schuppen im schatten. es sind allesamt hippies, auffallend flippig gekleidete streetart-künstlerinnen und junge haarige burschen mit baskenmützen. sie sitzen in einer reihe vor einem konferenztisch über formulare gebeugt und obwohl ich als einzige vor ihnen stehe scheinen mich nicht zu bemerken. es heisst, man warte noch auf die pressesprecherin, die gerade im stau stehe. (mehr …)

silvestertradition

statt dinner for one zu kucken wäsche aufgehängt und währenddessen versucht, den fernseher neu zu programmieren.
die schachtel mit den silvesterartikeln rausgekramt, mich für die blaue entschieden:

guten rutsch!

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ausserdem eine alte unangebrochene packung bleigiessen gefunden und auf den sofatisch gelegt (eben wieder zurück in den silvesterkarton geräumt, immer noch unangebrochen).
den neujahrsfilm rausgesucht, hochgeladen, programmiert dass er um 0 uhr online geht.

1 minute vor 12 auf den balkon gegangen, anderthalb minuten später wieder zurück aufs sofa. nachgeschaut, ob die programmierung funktioniert hat, hat sie nicht, „publish“ geklickt.

ein halbes glas sekt getrunken, kopfschmerzen bekommen. beim zähneputzen überlegt, wie alt ich dieses jahr werde. allen ernstes gedacht: „zum glück ja noch nicht 40“.

ins bett gegangen. das zweite mal diese woche beim spider-solitär im expertenmodus gewonnen. das erfolgsjahr 2014 hat soeben begonnen.