vorhin besuch im atelier. besuch erzählt, er habe übrigens gestern vor der galerie der gegenwart blumen abgelegt und ein grosses “warum”. weil die die ja zu machen.
ich bin immer noch sprachlos. der bekannte hat mir eben die bilder geschickt von seiner “warum” aktion. und schreibt dazu:
Auf den Zetteln steht u. a.: “In unserem Herzen bist Du zeitgenössisch”
er habe die bilder auch an alle zeitungen geschickt, hat aber niemand reagiert. ich finde die bilder grandios. eine olle blume auf weiter flur – ist das was hamburg für zeitgenössische kunst übrig hat.
kultursenatorin welck, gerade noch kräftig rumgeschleimt anlässlich der gängeviertel-aktivitäten, kann eben doch nicht aus ihrer haut und hat mit gegenwartskunst so wenig am hut wie ich mit ihrer oper, ihrem hafenfest oder ihrer elbphilharmonie.
vielleicht sollten die die galerie der gegenwart einfach an ikea vermieten. dann bringt der laden wenigstens mal was ein.
update: die kunsthalle wird nun doch nicht geschlossen. die idee mit den brandschutzklappen als vorgeschobener schliessungsgrund war offenbar doch nicht so toll.
vielleicht kann sich ja gassner mal mit dem waldvogel aus dem kunstverein kurzschliessen. da scheint sich ja einiges zu tun in sachen ganz neue ausstellungskonzepte.
…
ich so: möchtegernkünstler gibt es nicht. es gibt nur gute und schlechte kunst. einer der sagt, er sei künstler, der ist das dann auch. und wenn der meint, seine arbeit sei kunst, dann ist die das auch. das kann natürlich der grösste scheiss sein und ist es ja auch meistens, aber das spielt keine rolle
der mann so: und was ist mit denen, die garkeine kunst machen und künstler sein wollen?
ich: … das sind dann … möchtegernkünstler
mann: aber es ist natürlich auch ne grosse kunst, künstler zu sein ohne kunst zu machen
die erste ansage war: du hast jede menge platz. ich so: „ok, ich hab 30, 40 arbeiten.“
ein paar tage später anruf beim kurator: „hab mirs anders überlegt. bilder brauchens sakral mit viel weissraum. wieviel wand hab ich?“ kurator: „4 meter.“ ich: „also keine 30 arbeiten sondern 4.“
packe ihm vorsichtshalber 10 ein.
eine woche vor eröffnung fahr ich hin, mir das ergebnis anzusehen. leichte irritation: alle 10 gehängt, alle auf einem haufen. haufenhängung. aufbauteam so: „reihenhängung gabs schon zu oft in der ausstellung.“
trete von einem bein aufs andere. mache fotos.
zuhause dann email an den kurator: „komme montag, hänge alles um“. kurator: „sag mir einfach was du wo hinhaben willst.“
abends im bett am laptop nehme ich mir die fotos vor. hänge per copy&paste alles um. email an den kurator: „alles umgehängt. nix bei rausgekommen. kann so bleiben.“
muss an den arbeiten liegen
wer die presseberichte zum gängeviertel verfolgt muss doof sein wenn er spätestens jetzt nicht erkennt: die politiker die in hamburg an den hebeln sitzen wollen die künstler im gängeviertel nicht haben. und die hamburger bevölkerung hat diese politiker gewählt. Mehr »
im hamburger gängeviertel hatte ich vor ein paar jahren auch mal für kurze zeit ein atelier. der investor der damals dort eine flaniermeile mit hutnadeldesign und feinkostboutiquen plante ist längst abgesprungen oder pleite gegangen oder wasweissich und ein neuer investor hat das viertel – naja übernommen? bezahlt hat er jedenfalls noch nicht. meine alte freundin die kulturmanagerin wird jetzt warscheinlich nicht mehr soviel zu sagen haben, mittlerweile sind dort die künstler – sagen wir mal “in der überzahl” und haben ordentlich rummel veranstaltet. mir gefielen folgende links am besten:
(besonders schön auch die bilder vom publikum in dem offenbar jede menge spd-wähler sitzen)
[NACHTRAG 22.7.09]
hallo “anti wahlwerbung” googler,
ihr seid hier ganz falsch. ich geh wählen und kanns nur jedem empfehlen.
ich hab das mit der “anti wahlwerbung” im vergleich zu diesen deppen hier allerdings ironisch gemeint. ironisch.