Category Archives: „bin fan“

abendliche knetsentimentalitäten

erst juni und schon die beste ausstellung des jahres!
eine bar aus knete von henrik jacob im kulturpalast wedding international.
regulär ist die arbeit nochmal am nächsten freitag ab 20 uhr zu sehen – oder auf anfrage (kontakt). danach geht sie auf wanderschaft und ist am 28. juni im PAK in glückstadt und danach in der galerie des westens in bremen.

henrik jacob, *Café Deutschland International, 2015, foto: stefanie rumpler

henrik jacob, *Café Deutschland International, 2015, foto: stefanie rumpler

wer henriks werk noch nicht kennt kann sich bis dahin ja schonmal auf henriks seite umsehen. über die bin ich selbst auch vor ein paar jahren gestolpert und war so begeistert dass ich spontan eine fan-mail schrieb: „ich finde deine arbeiten toll und mach übrigens auch in knete.“

seitdem sind wir lose in kontakt und gestern haben wir uns das erste mal in echt getroffen und ich hab das erste mal in echt ne knetarbeit von ihm gesehen und muss leider sagen: es gibt auf dieser welt eine menge künstler, die sich der knete verschrieben haben (leni hoffmann, henrik jacob und ich) aber kaum einer von denen ist so gut wie henrik jacob!

gestern abend machte ich dann auch noch ne weitere bekanntschaft – mit einem gewissen martin scharfe. als der sich mit henrik darüber unterhielt, dass er für diesen ja „mal wieder was schreiben“ könne musste ich mich da mal kurz einklinken:

„du schreibst?“
„ja, manchmal.“
„wassn?
„och, alles mögliche.“
„und veröffentlichst du auch was?“
„joar, manchmal was in anthologien“
„du könntest aber ja vielleicht auch mal was im internet veröffentlichen! ich veröffentliche ja meine sachen alle im internet und kann es nur empfehlen! das internet ist für sowas extrem gut geeignet!“

martin ist mir sicher total dankbar für diesen bomben tipp.
später erfuhr ich dann dass er seit 7 jahren sehr erfolgreich die webseite volkslesen.tv betreibt. eine webseite wo leute ihre lieblingsbücher vorlesen.

dieses video fasst son bischen zusammen, wie das dann auf volkslesen.tv aussieht (mein favourite ist die avon-beraterin in ihrem auto die „vom winde verweht“ liebt):

auf fluter.de findet man ausserdem ein ganz lesenswertes interview mit martin zu seinem projekt:

Volkslesen klingt auch nach Volkshochschule. Was hat Ihre Seite mit Bildung zu tun?

Lesen ist ein zentraler Bestandteil von Bildung. Seit ich volkslesen mache, bin ich nicht mehr kulturpessimistisch. Wenn man heute liest, Lesen stirbt aus und findet nur noch heimlich oder in elitären Zirkeln statt. Ich habe nicht das Gefühl, dass das Lesen in Gefahr ist. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass die Leute durch das Internet verdummen.
Ich habe jetzt 800 Leute lesen gesehen, und das waren Leute aus allen Bereichen der Gesellschaft. Die lesen alle. Und die lesen auch alle interessante Sachen. Als ich angefangen habe, dachte ich, die meisten würden Bestseller vorlesen oder Urlaubskrimis. Aber das ist eigentlich die Ausnahme. Schund wird bei volkslesen eigentlich nicht vorgelesen.

Müssen Sie Ihre Definition von Schund nach vier Jahren volkslesen nicht eigentlich sowieso überdenken?

Ja – eigentlich gibt’s keinen Schund. Ein Buch, das einen Leser wirklich von Herzen berührt, ist ein ordentliches Buch. Und dann finde ich es eben klasse, wenn sich da jeder hinsetzt und sagt: Das ist das, was ich besonders mag. Ich habe auch immer den Eindruck, dass das sehr ehrliche Momente sind. Dass die Leute jetzt nicht denken: Ich lese jetzt Goethe vor, um gebildet auszusehen, sondern dass sie wirklich mit dem Buch da sind.

ich durfte am ende des abends jedenfalls auch noch einen kleinen knetknüddel in eine ecke drücken und bin jetzt sicher, dass weder malerei noch knetkunst noch das lesen jemals aussterben.

henrik jacob, *Café Deutschland International, 2015, ausschnitt

weil ich künstler bin!

hier kommt jetzt der zweite teil meiner interviewreihe mit berliner malerinnen. und weil konsequenz mein zweiter vorname ist diesmal ohne malerin. stattdessen hab ich den berliner nicht-maler sebastian zarius interviewt. Read More »

kurzer zwischenbericht aus der königsklasse

meine ausgabe von inside the painter’s studio* sieht inzwischen aus wie ein altes zerfleddertes „lustiges taschenbuch“.
es ist eine sammlung von interviews mit malern, geführt und zusammengetragen von dem künstler joe fig.
ich hatte hier schonmal was dazu geschrieben.
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wer noch ein nachträgliches weihnachtsgeschenk braucht

achim hoops haut ja einen hammer bildbband nach dem anderen raus! der letzte war schon so beeindruckend, dieser hier nochmal genauso.
man möchte einzelne bilder ausschneiden und übers bett hängen.
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hausverbot

mariola brillowska hat ihre memoiren geschrieben und ich hatte sie in 2 tagen durch. und möchte sie hiermit allen künstlerInnen, besonders allen hamburgern, wärmstens an die brust drücken.
das buch heisst “hausverbot” [affiliate link].
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das erste jahr

das erste jahr berlin ist rum und weil mich immer alle fragen, wie es so ist, schreib ich das jetzt mal auf. ich fang mal an mit dem wedding und der wohnung.
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endlich geld fürs klüngeln

als ich vor ein paar tagen das erste mal vom APT gelesen hab, eine organisation die vor 10 jahren gegründet wurde, hat es mich nicht besonders verwundert. ich bin es gewohnt, immer ein paar jahrzehnte später als andere von den wesentlichen dingen zu erfahren.
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lexikon

nach maastricht waren wir kurz in antwerpen im „Museum van Hedendaagse Kunst“, ein wirklich ganz grossartiges kleines museum.
bis zum 10.6. läuft dort noch eine chantal akerman retrospektive, die man unbedingt gesehen haben muss, insbesondere, wenn man wie ich (kulturbanausin) chantal akerman nichtmal kannte. Read More »

“Charles Budnikowski”

habe ich heute in einem buch von tilman knop gelesen und mich den halben tag kaputt gelacht. als ich diese wörter eben auf dessen homepage suchte musste ich mich wieder kaputt lachen, diesmal darüber:

tilman knop: ein wald mit bäumen

und darüber:

tilman knop: 5 fehler

ich war die tage auch auf seiner aktuellen ausstellung in der hamburger mutiple box (läuft noch bis zum 24.) und kann nur jedem raten, sich das anzukucken.

analoge blogs beim nachbarn an der wand


die rolle unter der decke hängt 3 meter hoch. sie werden nach jeder notiz, die unten angeklebt wird, mit einer kleinen kurbel aufgerollt.
wie im echten leben also.

gefunden in tilmans atelier am bullerdeich.