schon wieder pleinair

wie ich ja hier und da schonmal andeutete, bin ich pleinair-malerei-fan.

das bin ich etwa seitdem ich nach berlin zog und im zuge dieser veränderung beschloss, nur noch zu malen.
weil ich nach all den jahren kneterei dachte, dass ich etwas nachzuholen hätte, las ich bücher über maltechnik und darin stand sinngemäss sowas wie:
wer wissen will wie bäume wirklich aussehen muss nach draussen gehen – und da malen.

draussen zu malen hat in maltechnik-ratgebern offenbar einen ähnlichen stellenwert wie aktzeichnen. mir war das bis vor kurzem garnicht klar. ich hab sogar noch an der hochschule, als seifeschnitzerin und knetkünstlerin, akte gezeichnet, aufs draussen malen bin ich aber nie gekommen.
wahrscheinlich weil pleinair in der zeitgenössischen kunstszene eher als sone art alte-leute-sport gilt. wer in sein will malt dreiecke und wer nicht in sein will kauft sich ne feldstaffelei und malt wolken und bäume.

ich hab jedenfalls jetzt schon ein paarmal wolken und bäume gemalt. zuletzt sogar mitten in berlin, in den rehbergen.
anfangs gruselte es mich etwas bei der vorstellung, dass mir dort womöglich spaziergänger über die schulter schauen, tatsächlich war es mir dann aber komplett egal.

nicht nur, dass ich beim malen nicht mal mehr mitbekam, dass ich gerade mitten in einer waldameisen-straße stand – man malt auch ganz anders. man muss sich beeilen, denn das licht und die schatten und die farben ändern sich so rasend schnell, dass viele bilder nur als grobe skizzen enden.
da ist man froh, wenn die spaziergänger nur kucken wollen und einem nicht gleich ihre ganze lebensgeschichte erzählen.

was ich und die anderen künstlerInnen, mit denen ich zusammen losziehe, beim pleinairmalen noch so erleben, hab ich übrigens hier angefangen aufzuschreiben.

und hier jetzt auch die ersten vier etwas größeren arbeiten meiner beiden letzten pleinair-sessions:

wiederholungen

„es wiederholt sich alles…“ sage ich zu meinem mann am abendbrottisch.
„genau. wir werden ohne zähne geboren und sterben ohne. ausserdem haarverlust und auf allen vieren laufen.“

was ich meinte war natürlich meine arbeit.
normalerweise finde ich beim kunstmachen wiederholungen ja immer eher doof so wie ich es nie kapiert habe, wieso wiederholungen unter künstlerInnen so beliebt sind, aber das ist eine andere geschichte (die ich auch schon hundert mal erzählt hab).
diese art von wiederholungen meine ich aber nicht. ich meine ich die unbeabsichtigten, die grossen kreise. und dann das deja-vue-hafte „huch, das kenn ich!“ – für mich ist sowas meistens ein gutes zeichen.
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