Category Archives: „früher war alles besser“

ausflugstipp

heute, am Samstag, den 11.02.
von 11:00-14:00 Uhr
Im Haus der Jugend, Stintfang,
Alfred Wegener-Weg 3, 20459 Hamburg

findet das sog. “Werkstattgespräch zur Neubebauung des Grundstücks Hafentor 7″ statt.
Anwohner und Hamburger Bürgerinnen und Bürger wurden hierzu vom Investor EUROLAND zur Mitsprache eingeladen.

Davor findet außerdem eine Begehung des Standortes mit EUROLAND von 9:30-10:30 Uhr statt.

neues zur stintfangbebauung

meine frage, ob es ein fake ist wenn der investor EUROLAND den anwohnern und betroffenen des bauvorhabens “hafentor” diskussionsbereitschaft signalisiert und einen workshop anbietet, ist sogut wie beantwortet: ja, es ist ein fake.

das angebot eines workshops kam erstmalig auf bei der stadtteilkonferenz am 27.9., als ich mich über die „kristalline form“ und dimension des monströsen neubaus echauffierte. ob denn schon alles feststehe, wollte ich wissen. herr horx von EUROLAND erwiderte: das könne man alles noch diskutieren – zb. im rahmes eines workshops.

vor etwa zwei wochen trafen sich anwohner mit herrn horx und um genauere informationen zum workshop zu erfragen.
zufällig wohnen in unserem haus 3 architekten, die auch bereit wären, mit EUROLAND über die bauliche form und höhe des gebäudes auf fachlich kompetente weise zu sprechen.
herr horx machte bei diesem treffen überraschend klar: der workshop wird sich ausschliesslich auf die nutzung beziehen – an der hülle und höhe wird nicht gerüttelt.

es handelt es bei diesem “workshop” aus meiner sicht insofern um eine reine PR aktion.

von seiten mancher fachbehörden hört man übrigens bereits, dass diese für das bauvorhaben eher nach gründen gegen wohnungen und für die errichtung eines ‘wirtschaftfreundlichen bürogebäudes‘ suchen.
immerhin scheint das denkmalschutzamt etwas mehr begriffen zu haben: von dort gibt es eine stellungnahme aus der sinngemäß hervorgeht, dass aus denkmalpflegerischer sicht ein verbauen des hangs und der aussicht auf die volle höhe der bastion äußerst kritisch gesehen wird.

rum traube und die hamburger kulturstiftung

das letzte mal dass meine arbeiten gefördert wurden war vor 10 jahren. damals hatte ich das hamburg stipendium. man bekam damals 1400 mark im monat plus teilnahme an einer gruppenausstellung mit katalog.
seitdem hatte ich mich nie mehr für eine förderung beworben. welche auch? die orte, an denen ich in hamburg meistens ausstelle werden selbst schon gefördert. da bekommen die künstler für gewöhnlich nichts.

für rum traube nuss hatten wir uns bei der hamburger kulturstiftung für eine projektförderung beworden. von der kulturbehörde wird das westwerk eh bereits unterstützt – was allerdings auch nur miete und postkartendruck deckt und dank der elbphilharmonie auch gerade erst wieder gekürzt wurde.

die jury der kulturstiftung lehnte unser projekt ab. auf nachfrage bekamen wir die erklärung, dass wir zu alt seien. man fördere eher jüngere kunst.
das erstaunliche daran war, dass sich diese äusserung nicht auf irgendeine offzielle altersgrenze bezieht. die gibt es im bewerbungsverfahren der stiftung nämlich nicht. man weiss also garnicht, was für die kulturstiftung “junge kunst” bedeutet.

am selben tag, als wir die ablehnung erhielten, traf ich zufällig eine galeristin, die einmal im jahr eine grosse verkaufsausstellung organisiert. sie schwärmte davon, wie gut das geschäft laufe und meinte, sie riefe auch gleich mal bei der kulturstiftung an, die wollten schon so lange mal was für sie tun.

hamburg

ein grund dafür dass ich immer noch in hamburg bin obwohl zwei drittel meiner bekannten und freunde längst weggezogen sind, war meine wohnung am kuhberg. vor 15 jahren, mein sohn war gerade geboren, bezogen wir diese kleine altbau-wohnung im portugiesenviertel an den landungsbrücken. im 4ten stock, direkt am stintfang, blicken wir direkt auf den alten elbpark, mit spechten, eichhörnchen und kaninchen als nachbarn. und wir können den hafen sehen, die kähne und das wasser. so eine wohnung, dachte ich, bekommt man nie wieder.

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piller nostalgie

(ich hätte gebrauchsgrafikerin werden sollen)


„Es ist schlimmer als Sie denken“, warnt ein Insider am Telefon, es könne wirtschaftlich sein Ende sein, sich in dieser Sache zu äußern.

Obwohl es schwer ist, einem Kartell nachzuweisen, dass es ein Kartell sein will, Furcht genug, um ein Kartell zu sein, verbreitet es schon mal.

als künstler bekommt man wirklich depressionen wenn man das liest

* * *

[nachtrag]
noch besser eigentlich aber ist der text zum selben thema von Andreas Koch und Peter K. Koch:
Provinz in Berlin / Zum vorläufigen Aus der Berliner Kunstmesse Art Forum – lesen!


wah!

herausragender artikel des hamburger kunstverein-leiters waldvogel darüber, warum der kunstverein ab sofort keine gehälter und seine miete nicht mehr bezahlen kann. lesen!

nachtrag: der artikel wurde offenbar kommentarlos entfernt. allerdings schreibt die art dazu:

Nach einer Mitgliederversammlung am Montag, deren Verlauf Florian Waldvogel kommentiert, indem er sie nicht kommentiert, ist der Blog-Eintrag verschwunden, der künstlerische Leiter erklärt, er habe nur ein “strukturelles Problem” aufzeigen wollen, und der Schatzmeister lässt verlauten, man rechne eventuell sogar mit einem kleinen Plus am Jahresende.

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kunst hat keinen abspann

ich hab mir also jetzt auch endlich exit through the giftshop angesehen. gestern. ich hatte keine sonderlich gute laune. tagsüber mit dem sohn über illegale hobbies gestritten, abends dann der film dazu.

die erste hälfte handelt hauptsächlich von streetart. meine begeisterung hielt sich in grenzen. als mutter macht man sich sorgen wenn der sohn die nächte auf hausdächern verbringt. ausserdem, welcher künstler will schon, dass sein nachwuchs künstler wird. mein sohn soll selbstverständlich anwalt werden oder arzt.

nach 56 minuten beginnt im film ein zweiter film. thierry guetta (ich muss die ganze zeit an die blues brothers denken) nennt sich jetzt mr brainwash und wird künstler. er klebt ein paar plakate und minuten später dirigiert er schon ein dutzend assistenten.
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wir holen das morgen ab

für den aufbau hatte ich eine woche geplant. ich ging davon aus, dass das eh viel zu lang sei und hoffte die restlichen tage vor eröffnung noch ein bischen ausruhen zu können. die installation stand eh schon so ziemlich fest und bilder hängen geht schnell, dachte ich.

am abend vor dem transport dann ein anruf. einer der künstler die vor mir ausgestellt hatten fragte, ob es ok sei, wenn sie ein paar arbeiten noch ein paar tage stehen lassen könne. so bis mittwoch.
ich erwiederte, dass ich eh im obergeschoss anfangen würde und mich die sachen dann wohl nicht stören würden. wieviel es denn sei. er sagte etwas von einem bild und ein paar kartons und die habe man ordentlich in eine ecke geräumt. der laden sei „besenrein“.
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