Kategorie „kunstmarkt“

DARE Dein Ansatz einer Sammelausstellung mit Verkäufen und roten Punkten ist aber schon ein Stück Kunstbetrieb analog zu einem Produktzyklus. Ein Künstler als Produzent erstellt ein Werk, es wird präsentiert und je nach Marktwert verkauft, ein Akt der Transaktion, Galerist und Künstler können davon für einige Zeit ihren Kühlschrank füllen. Eine konservative Sichtweise von Kunstbetrieb, die einem schnell um die Ohren gehauen wird.

Winkel Um ganz ehrlich zu sein: Ich würde genau anderherum argumentieren: Wer mit dieser Nahrungskette ein Problem hat, ist in meinen Augen konservativ – und letzten Endes selbstgefällig. Solche Äußerungen kommen entweder von unerfolgreichen Künstlern, oder von Leuten, die aus anderen Quellen ein festes Einkommen beziehen.

aus einem interview mit elena winkel, die ich für eine der pfiffigsten oder vielleicht die pfiffigste kuratorin hamburgs halte

der beginn meiner karriere in der rüstungsindustrie

ich kam gerade ins dritte semester, da hiess es aus der verwaltung: klasse kp brehmer stellt aus. eine klimatechnik firma, die jedes jahr eine klasse der hamburger hochschule in den firmeneigenen räumen ausstellen liess winkte mit 5000 mark und diesmal waren wir dran.

ich bin vor stolz fast gestorben. meine erste ausstellung! als neue in der brehmer klasse, hatte ich keinen arbeitsplatz abbekommen (die älteren studenten hatten vorrang), arbeitete also ausserhalb der schule und kannte meine kommilitonen kaum. der professor liess mich machen, das war zwar angnehm, lag aber daran, dass er sich für meine arbeiten nicht interessierte und das kränkte mich. ich wollte ruhm und anerkennung und bekam beschwichtigendes schulterklopfen. Mehr »

noch in der kamera

mein freund tim erzält mir am telefon, er habe letztens übrigens wieder ein boot gebaut. diesmal aus tesafilm. er sei auch schon darin gefahren. nen film gebe es auch.
ich so: “toll, wo denn? auf youtube? wie finde ich den da?”
er so: “den kannst du nicht finden, der ist noch in meiner kamera.”

hier immerhin schonmal der film über das boot davor, aus knallfolie:

ausstellungstipp

neue zeichnungen und bilder von meiner freundin linda mccue bei elly brose-eiermann in berlin.

fantastische neue arbeiten!

warum ich blogge

vor kurzem hat mir ein befreundeter künstler abends beim wein in erklärt, wieso künstler keine eigene webseite haben sollten. zumindest keine selbstbetriebene. das könne nämlich den anschein erwecken, man habe “es nötig”, man habe keine galerie, die das für einen besorge. ein erfolgreicher künstler liesse seine arbeiten, wenn überhaupt, nur über die galerie ins netz stellen. wenn man das selber mache sei das ein anzeichen dafür, dass es nicht so gut laufe. und den anschein dürfe man ja auf keinen fall erwecken.
das sei zwar scheisse aber was wolle man machen. “entweder du spielst mit oder du bist raus.” Mehr »

neue zipfel

merkwürdiges gefühl, wieder zipfel zu kneten. vor 8 jahren hab ich das schonmal gemacht. 50 000 zipfel waren das damals ungefähr. hatte mich in der zeitlichen kalkulation etwas verschätzt, musste das zipfel kneten deswegen nachts erledigen. tagsüber im atelier aufstellen und zurechtbiegen, nachts neue herstellen. um dabei vor eintönigkeit nicht wahnsinnig zu werden sah ich dabei soviel fern wie nie zuvor in meinem leben. zwei oder drei monate dauerte das und wurde so auch exakt am abend vor der vernissage fertig und zum glück sofort verkauft und daraufhin im rahmen der dauerausstellung eines rennomierten hamburger sammlers gezeigt. dort dümpelte es ein paar jahre vor sich hin und erarbeitete sich, wie man mir berichtete, wohl auch einen gewissen beliebtheitsstatus, zerfiel dabei aber auch langsam in seine einzelteile. Mehr »

ist zwar uralt aber: da wundert sich noch einer warum alle hier wegwollen: klick

und noch etwas mehr infos dazu hier und hier

29,- euro pro tag

vor ungefähr einem monat erhielt ich einen anruf, ob ich interesse an einer gruppenausstellung im mai hätte — sie seien ein künstlerhaus, das als verein unter anderem auch ausstellungen organisiere.

ich sah mir die webseite an. über die geplante ausstellung fand ich zwar jede menge theoriekram, über das wichtigste jedoch kein wort: die teilnehmerliste. kein wunder: offenbar konnte man sich zu dieser ausstellung noch bewerben. es gab einen einsendeschluss und eine lange liste mit teilnahmebedingungen sowie ein bewerbungsformular zum download. Mehr »

mickeymaus ist auch nur ein nagetier

auf die idee brachte mich eine freundin, die ihren trödelladen auflöste und bei ebay nun die restbestände verschachterte. ich half ihr indem ich die preise hoch trieb. die auktionen begannen immer bei einer mark, stiegen aber nicht selten bis 200 und mehr. die freundin brachte täglich eine einkaufswagenladung pakete zur post. da konnte ich nicht lange untätig zusehen.
“was kann ich denn mal versteigern?” wandte ich mich an die freundin die augenscheinlich wusste, was die leute wollten.
“also was immer gut geht sind mickey mäuse und alles mit sex.” Mehr »