ich hab mir also jetzt auch endlich exit through the giftshop angesehen. gestern. ich hatte keine sonderlich gute laune. tagsüber mit dem sohn über illegale hobbies gestritten, abends dann der film dazu.
die erste hälfte handelt hauptsächlich von streetart. meine begeisterung hielt sich in grenzen. als mutter macht man sich sorgen wenn der sohn die nächte auf hausdächern verbringt. ausserdem, welcher künstler will schon, dass sein nachwuchs künstler wird. mein sohn soll selbstverständlich anwalt werden oder arzt.
nach 56 minuten beginnt im film ein zweiter film. thierry guetta (ich muss die ganze zeit an die blues brothers denken) nennt sich jetzt mr brainwash und wird künstler. er klebt ein paar plakate und minuten später dirigiert er schon ein dutzend assistenten. Mehr »
letzte woche bekam ich von meiner freundin ankeein buch geschenkt. es ist eine art sammlung von interviews mit 24 amerikanischen malern über ihre ateliers und wie sie arbeiten. die maler sind in usa möglicherweise etwas bekannter, ich kannte nur chuck close und dana schutz und seit ich die anderen alle einzeln gegoogelt habe (bildsuche) weiss ich, dass ich mir die namen der übrigen nicht merken werde. Mehr »
kunstmagazine und bildbände sind teuer. und wer liest kunstmagazine und kunstbücher in erster linie? natürlich künstler. also die die eigentlich nie geld haben.
das kunstforum zb. abonnierte ich während des studiums, hauptsächlich wegen der ausschreibungen.
eine ausgabe des kunstforums kostete damals 35 DM, heute 20 €. es erscheint vierteljährlich und die ausgaben sind in der regel ca. 3 cm dicke taschenbücher (ungefär die hälfte davon ist werbung).
neben dem kunstforum hatte ich ein abo des schweizer kunstbulletins, der texte zur kunst und natürlich der art (für hamburger fast eine lokalzeitung).
ganze schrankwände standen voll mit dem zeug weil das einhalten von fristen (kündigung des kunstforumabos nur 1x im jahr) nie meine stärke war. Mehr »
ende der woche muss ich einen pressetext abliefern, der von mirselbst handelt. da texte über mich selbst in der 3. person zu schreiben nicht zu meinen grössten hobbies zählt zerbreche ich mir schon seit tagen den kopf, wie ich mich am schlausten aus der affaire zieh.
nun ist es ja nicht so, dass es nicht möglich wäre, irgendnen humbuk zusammen zu fabulieren, wie alle anderen. zumindest könnte man sicher gehen, dass der name richtig geschrieben wird.
man könnte auch einfach irgendeinen pressetext aus dem emaileingang fischen und ein bischen umbauen. die pressetexte einer hamburger galerie zb. kommen seit jahren mit einer handvoll vokabeln aus, die sie jedesmal einfach nur ein bischen variieren. in jeder dieser presseerklärungen kommt garantiert mindestens 2x das wort „urban“ vor. egal welcher künstler. wär doch gelacht wenn ich bei meiner arbeit nicht auch was mit „urban“ machen könnte.
tatsächlich kommt jetzt aber alles anders. heute hatte ich the-one-and-only ina bruchlos zu besuch und ina schreibt mir einen text!
und das ist so ziemlich die grösste ehre, die ich mir vorstellen kann.
wer ina bruchlos’ texte (keine pressetexte sondern RICHTIGE, sinnvolle, hervorragend kluge und komische texte) noch nicht kennt kann sich hier ein paar kleine leseproben abholen und dann hier auch gleich alle bücher kaufen:
das hat der hoops aber geschickt eingefädelt: ein buch zu machen was man unbedingt besitzen will und wenn man es dann hat und darin blättert, das schwarze rauhe papier streichelt, die zeichnungen zum heulen gut findet und den wortschatz von nora sdun bestaunt (warum macht die eigentlich nur in verlagswesen, kunst und kunstkritik und galerismus – warum nicht auch in belletristik?) will man unbedingt auch so eine zeichnung haben.
hier kann man immerhin schon mal das buch bestellen oder auch hier.
auf die idee brachte mich eine freundin, die ihren trödelladen auflöste und bei ebay nun die restbestände verschachterte. ich half ihr indem ich die preise hoch trieb. die auktionen begannen immer bei einer mark, stiegen aber nicht selten bis 200 und mehr. die freundin brachte täglich eine einkaufswagenladung pakete zur post. da konnte ich nicht lange untätig zusehen.
“was kann ich denn mal versteigern?” wandte ich mich an die freundin die augenscheinlich wusste, was die leute wollten.
“also was immer gut geht sind mickey mäuse und alles mit sex.”
ich probierte es zunächst mit mickey mäusen. kaufte eine billige leinwand und malte eine mickey maus. eine nacht lang malte ich was das zeug hielt. die mickey maus ging weg für 10 mark, ich freute mich für den sammler. Mehr »
mein freund tim erzält mir am telefon, er habe letztens übrigens wieder ein boot gebaut. diesmal aus tesafilm. er sei auch schon darin gefahren. nen film gebe es auch.
ich so: “toll, wo denn? auf youtube? wie finde ich den da?”
er so: “den kannst du nicht finden, der ist noch in meiner kamera.”
hier immerhin schonmal der film über das boot davor, aus knallfolie: