auftragsarbeiten

weil ich oft gefragt werde, ob ich auch aufträge annehme, möchte ich das hier mal generell bewerben: ja, ich nehme auch aufträge an.

ich finde es zwischendurch sehr erholsam, nach anderer leute vorlagen zu malen und mir nicht pausenlos vor den eigenen machwerken die haare raufen zu müssen.

hier mal ein paar auftragsarbeiten der letzten jahre.

leises gebrüll im weissen raum und die wartemarke

mein neues atelier ist mal wieder eine ziemliche absteige. die wände sind aus pappe und die böden mit braunem packpapier ausgelegt. es gibt keine fenster aber ein riesiges tor, was die eine längsseite des ateliers zur strasse hin öffnet. wenn das tor offen ist steht man praktisch auf der strasse. die passanten könnten herein kommen und damit sie das nicht tun habe ich mehrere lagen aus packpapier von der decke runter gehängt.
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regenbögen

als es mir mal finanziell nicht so gut ging und ich mir einen job suchen musste … wobei sich das jetzt so anhört, als ob das jemals anders war. egal. also diese geschichte fängt jedenfalls damit an, dass ich auf jobsuche war. und zwar nicht im sinne von „nach einer stelle suchen“ sondern im sinne von „was könnte ich mal machen“?
irgendwas gestalterisches vielleicht. mir fiel schaufenster-dekorateurin ein aber sowas tauchte in den stellenanzeigen, die ich las, nie auf. oder friseurin aber für sowas brauchte man ne ausbildung und der zug war irgendwie abgefahren.
floristin fiel mir ein. floristin! das wars! schön den ganzen tag zwischen blumen umher schweben, eingehüllt in rosenduft! eines tages würde ein reicher mann mit wehendem schal in den blumenladen kommen und so tief bewegt sein von der schönheit meiner sträusse dass er um meine hand anhalten würde.

floristinnen wurden in den stellenanzeigen zwar auch nie gesucht aber da könnte ich ja ne initiativbewerbung an alle hamburger blumenläden raushauen. so ne beeindruckende bewerbung hatten die garantiert noch nie bekommen! diplom-künstlerin mit auszeichnung. endlich machte sich das mal bezahlt.

ein paar tage später rief tatsächlich ein blumenladen zurück und lud mich zum vorstellungsgespräch ein. das dauerte dann auch keine 2 minuten. mir wurde der stundenlohn mitgeteilt und ich musste meine konfektionsgrösse nennen für die kittelschürze.

der blumenladen war eine friedhofsgärtnerei und den ganzen tag mussten drehständer mit grünen plastik-grabvasen mit neuen sträussen nachgefüllt werden. die sträusse bestanden aus tannengrün mit ein paar blümchen in der mitte. tannengrün ist bei toten sehr beliebt weil das länger hält.
die sträusse sind zwar hässlich aber dafür einfach zu binden weil man mit tannengrün eh keine rundung hinbekommt.
ansonsten musste ich kisten schleppen. kisten mit stiefmüttcherchen, begonien und geranien. danach mussten die gegossen werden und danach die wegplatten gefegt. das war meine hauptbeschäftigung. giessen und fegen.

richtige sträusse binden musste ich aber auch. immer wenn ein kunde im türrahmen auftachte, der so aussah, als wenn er gleich „machen sie mir mal was hübsches“ sagen würde, befiel mich die panik. denn was „hübsch“ ist weiss ich als diplomierte künstlerin natürlich nicht. ich wählte dann einfach alles was mir so ins auge stach: bischen lila, bischen gelb, ein paar tupfer orange, blau – und grün ja eh. während ich die blumen aus den vasen zog veränderte sich der blick in den gesichtern der kunden von zustimmung zu blankem entsetzen. ich nickte ihnen nochmal aufmunternd zu und verschwand in der kammer zum binden.
dort drehte ich mich mit dem rücken zu den wartenden kunden und fing an mit schweissnassen fingern an den glitschig-kalten stengeln rumzufrickeln. wenn kolleginnen dabei zusahen hielten sie es selten lange aus sondern rupften mir entnervt das zerfledderte ding aus der hand und übernahmen. „so, hier, noch diesen hübschen wackel-schmetterling oben rein und fertig. jetzt geh kassieren.“

einmal stellte eine kollegin aber auch ein besonders schönes regenbogen-exemplar von mir in eine vase zu den fertig-stäussen um was zum lachen zu haben.

kurz vor feierabend, als ich gerade wieder draussen die gehwegfliessen schrubbte rauschte noch ein letzter kunde an mir vorbei, ein herr im mantel und wehendem schal.
als er weg war kam meine kollegin grinsend aus dem laden. der tüp eben, ob ich den gesehen hätte. der sei rein gekommen, habe sich nur kurz umgesehen und sich dann mit der bemerkung „DER ist aber SCHÖN!“ gezielt meinen strauss geschnappt. männer! die haben es nicht so mit farben.

ein jahr hab ich es noch versucht, bevor ich eingesehen hab, dass aus mir und wackel-schmetterlingen nichts würde. selbst nachdem ich die technik, runde sträusse zu binden einigermassen raus hatte, das mit den farben hab ich nie hinbekommen. bis heute.

heute steh ich vor meiner palette genauso ratlos rum wie damals vor den vasen. ich bin eben kein farbentüp. ich bin formentüp. das ist mir gerade in den letzten tagen wieder mal klar geworden beim modellieren von vorlagen für die nächsten bilder. ich hab das absolute formengedächtnis. ich kann in windeseile einen annähernd realistischen fuss kneten oder eine hand, ich weiss genau wie knie aussehen oder schulterblätter. ich kann das ohne vorlage. nur farben hab ich nie verstanden.

einige würden mir deswegen vielleicht raten, doch lieber das zu machen, was ich kann, womit ich erfolgreich sein könnte. so hab ich das früher auch gesehen. heute seh ich das aber anders. dinge die ich kann langweilen mich irgendwann und ich bin schliesslich nicht künstlerin geworden um mich zu langweilen.

letzte woche hab ich jedenfalls beschlossen, die sache jetzt in angriff zu nehmen und einen kredit aufgenommen mir die prachtausgabe vom itten gekauft. ausserdem die farbharmonie von küppers [beides werbelinks zu amazon] und beide acker ich jetzt durch. wär doch gelacht wenn ich nicht ein paar schöne regenbogenbilder zusammenbekomme. zur not müssen die dann eben von männern gekauft werden.

blumenbild (unfertig), 2016, katia kelm

heute schon zweimal die vita geändert

kurz nach 8 uhr morgens. ich torkel in die küche um mir tee zu machen und fasel dem mann irgendwas vor, während er zeitung liest:
„ich hab grad auf facebook nen total angesagten ausstellungsraum entdeckt der früher mal ne off-space-ruine war, wo ich mal vor jahren ausgestellt hab! die hat jetzt sogar nen namen! das ist deswegen geil weil ich den jetzt nämlich in meiner vita ändern kann. vorher stand da nur n strassenname. da kannste mal wieder sehen! man muss nur geduld haben!“

mit tee und laptop im arm lass mich aufs sofa plumsen und stöbere auf der facebookseite der inzwischen sogar zum museum avancierten ex-ruine nach bekannten gesichtern. ich kenne keins. offensichtlich machen das inzwischen ausschliesslich so kulturmanagement-tanten. damals waren das ja eher so bastler.

ich klicke auf der webseite des ausstellungsraumes herum und suche meine ausstellung dort im archiv. als ich sie nicht finde überlege ich, ne mail zu schreiben, dass sie meine ausstellung wohl vergessen hätten aufzuführen. macht ja nix, kann man ja mal freundlich drauf hinweisen.

was mir allerdings komisch vorkommt ist, dass genau zu der zeit als dort meine ausstellung lief, jede menge andere ausstellungen liefen. angeblich hatten die auch schon in den jahren davor ein ziemlich straffes programm.
das ist insofern merkwürdig weil meine eigentlich die erste ausstellung dort war. das kann auch garnicht anders gewesen sein weil die damals, während ich aufgebaut hab, noch schnell platten über die löcher im fussboden legten, weil man durch die in die untere etage gelangt wäre. wände gab es zwar damals auch schon aber an die konnte man nichts hängen wegen lawinengefahr.

lange rede kurzer sinn: das coole museum mit den zweitausend facebook-followern ist garnicht meine ex-ruine. die ex-ruine ist inzwischen nichtmal mehr n ausstellungsraum mehr sondern wird auf facebook beworben als „non-commercial vegan feminist safe space bar. ALL are welcome :)“

erwünschter zufall

ich führe meine diplomarbeit in einem kino vor. sie besteht aus zwei teilen: einem händisch erstellten album und einem film, den ich auf grundlage des albums gedreht habe.
in das album habe ich glanzbildchen geklebt, diese kitschigen dinger, die ich als grundschulkind mal gesammelt hatte.
einzelne bunte bögen mit märchenwesen, niedlichen entenküken oder elfen auf geprägtem, manchmal mit glitter besprenkeltem papier.

daraus habe ich das album zusammengebastelt und der prüfungskommission übergeben.

diplomarbeit

den film, den ich zusätzlich zeigen werde, hab ich mit einer superneuen und superteuren software erstellt, die eingescannte albumseiten selbständig randomisieren, neu zusammensetzen und mit schmissiger musik unterlegen kann. ich musste nichts tun, sie nur bezahlen.

zwar hatte ich auch mehrere aufwändige tanzszenen mit ein paar kommilitoninnen gedreht aber das material hat die software leider rausgeschnitten.
und nun sitze ich im kino in der dritten reihe, neben mir die „darstellerinnen“, die auf ihre szenen warten, und ganz vorne sitzen die profs. eine ganze reihe voll, natürlich ausschliesslich männer.

ich bin nervös. nicht nur wegen der nicht mehr vorhandenen tanzszenen sondern hauptsächlich weil ich es meine allererste filmische arbeit ist. bisher war ich malerin, hatte aber keine lust mehr auf malerei und bin zugegeben etwas spät ins film-business umgeschwenkt.

hinzu kommt, dass mir erst jetzt, hier, im kino, eingefallen ist, dass die mir ja hinterher fragen stellen. panisch zische ich meinen sitznachbarinnen zu, was ich denn gleich dazu sagen solle.
eine schlägt vor: „wieso nicht einfach die wahrheit“.

während die ersten bilder über die leinwand flackern überfliege ich innerlich potentielle wahrheiten:
– dass alle künstlerischen entscheidungen von der software übernommen werden ist natürlich so gewollt
– es handelt sich um den sogenannten „erwünschten zufall“
– die software gehört zum konzept

auf einmal stocken die bilder und eine fehlermeldung poppt über dem jetzt eingefrorenen bild auf.

ich fange aber garnicht erst an, zum vorführraum zu rennen und da jetzt planlos herumzuprobieren, sondern beschliesse, den rest des filmes einfach auf meinem laptop vorzuführen.
im dunkeln taste ich nach der tasche zwischen meinen beinen und wühle darin herum, knalle aber in meiner panik beim aufklappen des laptops gegen den deckel und schlage ihm eine ecke aus.
was ist denn das schon wieder für eine scheisse!
es stellt sich raus, dass dieses kack-laptop garnicht aus metall ist sondern aus irgendeiner bröckeligen billigknete!
die mädels müssen mich beruhigen. eine drückt die herausgeschlagene ecke wieder an ihren platz.

am ende finden die professoren den film garnicht mal so scheisse. nur kann ich mich bei der befragung schlecht konzentrieren weil ich immer auf die dicken pfoten des BWL-professors starren muss, der etwas zu enthusiastisch in meinem album herum zuppelt und den engeln die arme ausreisst.

außerdem gehen mir die mädels auf den senkel weil sie sich die ganze zeit versuchen ins gespräch zu bringen, indem sie andeuten, dass die besten szenen ja leider von der software entfernt wurden.

ob ich ne auszeichnung bekommen hab hab ich leider verpasst weil ich aufgewacht bin.
ich schätze aber: ja.

ausstellungstipp

wo ich erfreulicherweise mitmach:

© 2011 Die Weissenhofer · Foto: Klaus Mellenthin
© 2011 Die Weissenhofer · Foto: Klaus Mellenthin

De Lirio – Raritätenladen Vol. I

Konzept: Caro Suerkemper

Am Freitag, den 22. Juli 2016 um 18 Uhr öffnet der
De Lirio – Raritätenladen in den Räumen der Galerie BRAUBACHfive für Sie seine Pforten.

Der De Lirio – Raritätenladen fußt im ›Kuriosen‹ (von lateinisch curiositas – ›Neugier‹). Wir zeigen Erlesenes, Seltsames, Wunderliches und Skurriles aus der Produktion von über 80 Künstlern – berühmte und weniger bekannte.

Sie finden in unseren Regalen Objekte merkwürdigster Art, Erstaunliches aus Kollaborationen und Ausflüge der Künstler in die Welt des Designs oder des Angewandten, aber auch obskure Ergebnisse künstlerischer Entgleisungen.

Die uns allen heute immer noch innewohnende Sehnsucht nach dem Andersartigen, aber auch nach dem ›Fremden in uns‹, möchten wir im De Lirio – Raritätenladen erfüllen.

Kommen Sie, seien Sie neugierig und werden Sie fündig! Bei uns soll jedes Bedürfnis seinen Fetisch finden.

ERÖFFNUNG

22. Juli 2016 · 18–21 Uhr

Galerie BRAUBACHfive
Braubachstr. 5
D-60311 Frankfurt

FINISSAGE

3. September 2016 · 18–21 Uhr

AUSSTELLUNG

23. Juli – 4. September 2016
Dienstag – Samstag · 11–13 / 14–18 Uhr

KÜNSTLER

Angelika Arendt, Laura Baginski, Heike Kati Barath, Paul Barnett, Matthias Beckmann, Peter Böhnisch, Caro Bittermann, Conni Brintzinger, Maria Bubenik, Peter Duka, Thomas Dzieran, Tim Ernst, Tom Früchtl, Crislogo Furtado, Pierre Granoux, Sabine Groß, Sebastian Gögel, Florian Haas, Bernhard Härtter, Margarete Hahner, Heike Hamann, Gabi Hamm, Paule Hammer, Stef Heidhues, Vanessa Henn, Irène Hug, Nico Ihlein, John Isaacs, Susanne Jung, Michael Kalmbach, Stefan Kaminski, Isabel Kerkermeier, Katia Kelm, Heike Kelter, Julia Kissina, Karen Koltermann, Svenja Kreh, Michael Lauterbach, Dirk Lebahn, Marko Lehanka, Nikolaus List, Catherine Lorent, Isa Melsheimer, Stephan Melzl, Iris Musolf, Dorothea Nold, Julia Oschatz, Nicole van den Plas, Katrin Plavcak, Livia Polidoro, Thomas Ravens, Gunter Reski, Stefan Rinck, Agnes Rosse, Fred Rubin, Christoph Ruckhäberle, Manfred Schneider, Veronika Schumacher, Michael Schultze, Ulrika Segerberg, Heidi Sill, Martin Städeli, Ernst Stark, Tine Steen, Marc Soisson, Astrid Stricker, Caro Suerkemper, Alex Tennigkeit, Pierre Tilman, Johannes Thoma, Rebecca Thomas, Peter Torp, Kata Unger, Annika van Vugt, Christian Weihrauch, Albert Weiss, Die Weissenhofer (Matthias Beckmann, Jörg Mandernach, Uwe Schäfer), Martin Wellmer, Maja Weyermann, Dana Widawski, Andrea Wilks, Stephen Wilks, Barbara Wille, et al.

Konzept: Caro Suerkemper

this is not a good portrait

gestern stiess ich auf diesen artikel hier im guardian. es geht darin um ein gemaltes bild, das die ehefrau eines in england lebenden malers (james needham heisst der) mitte mai auf der sozialen plattform imgur ins netz gestellt hat und das seitdem 800.000 mal angeklickt und 25.000 mal bewertet wurde.

der autor des guardian-artikels, ein kunst-kritiker namens jonathan jones, beschreibt das zwar etwas anders (laut ihm ist das foto „geteilt“ worden) aber er scheint auf solche feinheiten der sozialen medien auch nicht sonderlich viel wert zu legen.
stattdessen steht er offensichtlich eher auf knalleffekte, weil er gleich im ersten satz schon mit der these eröffnet, dass die einzige lehre, die wir aus der populatität des besagten gemäldes ziehen könnten folgende sei:

Painting can be popular in the digital age, provided it washes out all aesthetic ambition and reduces the 600 years of art history since the Renaissance to the level of a glorified selfie.

und so geht es dann weiter. das bild sei mittelmässiges geschmiere, wertlos und habe dieselbe wirkung wie kim kardashians selfies. genauso gefaket und oberflächlich und abstumpfend.

anschliessend listet der kritiker ein paar maler auf, die das malen nach fotos richtig gemacht hätten (degas, warhol und gerhard richter) und erklärt anhand dessen vom needham-bild das gegenteil:

But instead of elevating photography into painting, Needham has lowered painting to the triviality of instantaneous self-portraituree.

und ich werde langsam sauer. „wann fängt er denn nun mal an, irgendwas zu belegen?“ denke ich. der artikel ist eine einzige aneinanderreihung von beleidigungen, wäre ich der gemeinte künstler, ich würde wahrscheinlich mehrere jahre brauchen, um mich davon zu erholen.
aber statt endlich mal anzufangen, irgendeine seiner drastischen aussagen zu erläutern fängt dieser jones etwa ab der mitte seines texte bloss an, sich zu wiederholen.
der einzige lichtblick bleibt, dass ich den artikel überhaupt lesen kann. normalerweise trau ich mich an englischsprachige kunst-kritiken wegen des sprachlichen geschwurbels eher selten heran, aber das hier ist so platt, das versteh sogar ich.

This is not a good portrait. While Needham has moderate technical skill, he has not looked hard enough or perceptively enough to give his painting any real insight. If you think this is a tough realist portrait, look again. Needham’s vision has all the profundity of a 1970s sitcom.

an dieser stelle möchte ich den autor jetzt selber gerne fragen, ob er diese sache mit den 600 jahren kunstgeschichte, die ja seiner meinung nach das „digital age“ auf das niveau von selfies reduziert, also ob er diese 600 jahre nicht selber gerade überspringt, wenn er ein portrait als „nicht gut“ bewertet weil der künstler nur „moderate technical skills“ vorweisen kann.

aber es kommt noch beknackter:

Real portraiture goes a lot further. Compare this painting with any work by Lucian Freud and you will start to see the difference between an artist filling canvas and an artist actually seeing people in a special, unique way.

aha. also nichtmal „real portraiture“.

The selfie age is a tragedy for art. It has convinced everyone that “art” is something we can all do with a phone and a cheeky pose. Billions of complacent self-images are filling the cyberspace void. Needham’s online hit is proof that all this photographic narcissism is poisoning the way we look at real art as well.

und auch keine „real“ art! schön dass wir das auch noch geklärt hätten.

FAZIT:

dass der kunstbetrieb eine art zuchtbecken für die aller-arrogantesten ist, wussten wir ja. und dass sich die grössten spiesser und ewig gestrigen von der kunstwelt ebenfalls besonders angezogen fühlen ist auch nicht neu.

was mir allerdings neu war sind kritiker, die sich nicht nur auf kosten von künstlern profilieren sondern sich auch noch die allerschwächsten heraus suchen. kritiker, die weder besonders viel zu wissen scheinen noch besonders gut schreiben können und die sich, damit das keiner merkt beziehungsweise damit sie weiter für den guardian arbeiten dürfen, dann gezielt jemanden herauspicken, den sie zusammenfalten können. in diesem fall ein kleiner unbekannter maler, dessen ehefrau ein bild, was er ihr gemalt hat, voller stolz ins netz gestellt hat.

nachdem ich gestern den artikel gelesen hatte hab ich dann doch nochmal ausnahmsweise etwas gemacht, was man ja eigentlich nicht tun soll: ich hab die kommentare gelesen. und die empfehle ich jetzt auch allen, die der artikel genauso traurig gemacht hat wie mich. bei facebook ist zum beispiel der oberste, meist gelikte kommentar:

Dear Jonathan Jones, shut the fuck up and make some art of your own. Sincerely, The World.