aus der Reihe Höhlen I-VI, 2011

konzeptkunst im knetmantel

aus der Reihe Höhlen I-VI, 2011

so wie man nie etwas findet wenn man was sucht werden ungeplante zufallswürfe meistens viel besser als der kram an dem man wochenlang rumfeilt. aus großen plänen erwachsen meist dinge, die man jahre später nicht mal mehr aus dem karton holt, während das, was man nebenbei beim telefonieren auf ein post-it gekrickelt hat, heute zu den bedeutendsten arbeiten gehört.

manchmal sind es auch modelle, die lange in der materialkiste lagen. was macht man zb. wenn sich sammler ankündigen und man hat nix da? man kuckt in die materialkiste. ein bischen dreck abgekratzt und zurechtgebogen befindet sich da noch ein meisterwerk – besser als alles was man die letzten zehn jahre gemacht hat.

so ähnlich ging es mir mit den lakenvariationen.
für eines der bloggerportraits hatte ich jede menge puppenmöbel bei ebay ersteigert, viel zu viele, ich brauchte eigentlich nur einen tisch und einen stuhl.
während ich mich mit dem blogger abquälte fiel mein blick immer wieder auf die überflüssigen möbel. auf anhieb war klar, was ich machen würde: laken drüber kneten und die möbel verschwinden lassen. weil das schnell geht machte ich es mal eben zwischendurch. nichts geht über arbeiten für zwischendurch.

die möbel gänzlich zu überkneten brachte ich natürlich nicht übers herz. dafür bin ich zu geizig (die puppenmöbel haben schliesslich ein schweinegeld gekostet). ich liess also immer irgendwo ein bein oder eine ecke hervorluken. die einzigen komplett verdeckten möbel, die ich hervorbrachte, waren hohl. und das sah man ihnen leider auch an.

es macht eben doch was aus, ob sich unter der scheibe von de marias erdkilometer auch ein kilometer befindet.

bestimmt ein jahr standen die abgedeckten möbel wieder im regal bevor sie bei der ölfrüh-austellung im frühjahr 2011 zum lückenfüller wurden: ein raum in dem lediglich sachen an der wand hingen erschien mir kahl (man sieht: sachen an wänden haben bei mir immer noch nicht viel zu melden). es kam also zu der klassischen „das könnte ich doch eigentlich auch mal ausstellen“ situation und die laken hatten ihren ersten größeren auftritt.

ein paar wochen später entstand, anlehnend an die laken, die nächste miniaturenreihe: höhlenvariationen I-VI. ich hatte noch einen alten hut in der materialkiste.
(tbc)