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	<title>Katia Kelm &#187; hfbk</title>
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		<title>kaninchen können garnicht pfeifen</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jan 1999 13:55:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katia Kelm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://katiakelm.de/128/so-tun-als-ob/" title="kaninchen können garnicht pfeifen"><img src="http://katiakelm.de/wp-content/uploads/yapb_cache/fenster_titel.e9vcpq5rd6yxc8g4goc4k4oc.27ty3bfoxo6itc4sgk40wok8g.th.jpeg" width="100" height="100" alt="kaninchen können garnicht pfeifen" style="float:left;padding:0 10px 10px 0;" ></a>die installation Das Fenster bleibt zu war meine diplomarbeit. ich suchte mir hierfür einen raum den niemand wollte. er stand voller gerümpel, die wände waren übersäht mit flecken, wasserschäden an der decke, der fussbodenbelag wellte sich: optimale bedingungen also mittels 200 kilo knetmasse sowie einigen kubikmetern styropor die fenster mal&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="http://katiakelm.de/128/so-tun-als-ob/" title="kaninchen können garnicht pfeifen"><img src="http://katiakelm.de/wp-content/uploads/yapb_cache/fenster_titel.e9vcpq5rd6yxc8g4goc4k4oc.27ty3bfoxo6itc4sgk40wok8g.th.jpeg" width="100" height="100" alt="kaninchen können garnicht pfeifen" style="float:left;padding:0 10px 10px 0;" ></a><p>die installation <em>Das Fenster bleibt zu</em> war meine diplomarbeit. ich suchte mir hierfür einen raum den niemand wollte. er stand voller gerümpel, die wände waren übersäht mit flecken, wasserschäden an der decke, der fussbodenbelag wellte sich: optimale bedingungen also mittels 200 kilo knetmasse sowie einigen kubikmetern styropor die fenster mal so richtig zuverlässig abzudichten.</p>
<p>die deckenbeleuchtung war eh schon schlecht, ich machte sie noch schlechter: softtone-leuchtstoffröhren sind wirklich das letzte. befand man sich im raum, hatte man den eindruck, alles sei normal, blickte man jedoch raus auf den flur, wo tageslicht zum fenster herein strahlte, sah das aus wie blau gefärbt.<br />
aber unschärfe kann eben brauchbar sein, um schärfer zu sehen. innere Bilder erwachen leichter wenns dunkel wird. dann kommen sie hinter dem vorhang hervor und treibens ordentlich bunt, je tiefer man schläft umso bunter.</p>

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		<title>ohren an wände schrauben</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 1994 17:41:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katia Kelm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://katiakelm.de/362/ohren-an-wande-schrauben/" title="ohren an wände schrauben"><img src="http://katiakelm.de/wp-content/uploads/yapb_cache/ohrentitel.9roj2ze2buzdog4s4sogo08oo.27ty3bfoxo6itc4sgk40wok8g.th.jpeg" width="100" height="100" alt="ohren an wände schrauben" style="float:left;padding:0 10px 10px 0;" ></a>natürlich weiss ich nicht wirklich was ich tue. kunst, die ihr urheber auf die frage, womit er sich beschäftige, mit &#8222;mein thema ist …&#8220; beantworten kann, hat was von künstlicher befruchtung, von zweckehe, diät und lebensversicherungen. kunst die schon interpretiert wird bevor sie ensteht ist nichts für mich. ich mag&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="http://katiakelm.de/362/ohren-an-wande-schrauben/" title="ohren an wände schrauben"><img src="http://katiakelm.de/wp-content/uploads/yapb_cache/ohrentitel.9roj2ze2buzdog4s4sogo08oo.27ty3bfoxo6itc4sgk40wok8g.th.jpeg" width="100" height="100" alt="ohren an wände schrauben" style="float:left;padding:0 10px 10px 0;" ></a><p>natürlich weiss ich nicht wirklich was ich tue. kunst, die ihr urheber auf die frage, womit er sich beschäftige, mit &#8222;mein thema ist …&#8220; beantworten kann, hat was von künstlicher befruchtung, von zweckehe, diät und lebensversicherungen. kunst die schon interpretiert wird bevor sie ensteht ist nichts für mich. ich mag geschichten ohne anfang und ende. die zu finden ist ein bischen wie bei einem daddelautomaten: rotierende bilder und irgendwann bleibt eins stehen. das muss man dann wohl oder übel malen oder kneten oder an die wand schrauben und weiss mit glück ein, zwei jahre später, wozu.<br />
oke, ich übertreibe. aber sicher ist man sich nie.</p>
<p>sicher ist hier eigentlich nur, dass die ohren ein grenzwesen waren. als aus dem flachen bild ein ding wurde. meine ersten vermurksten schritte in richtung raum. oder zurück zur immer wieder schmerzhaft vermissten malerei.<br />
hätte ich die folgenden zehn jahre lang nur noch ohren an wände geschraubt, hätte ich wohl keinen pokal damit gewonnen. aber als zwischen-murks waren die ohren für meine spätere arbeit sehr bedeutend.</p>
<p>(einen pokal hab ich mit meinen späteren arbeiten allerdings auch nicht gewonnen. vielleicht hätte ich doch bei den ohren bleiben sollen.)</p>

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		<title>das seifemuseum</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 1993 07:36:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katia Kelm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://katiakelm.de/2084/das-seifemuseum/" title="das seifemuseum"><img src="http://katiakelm.de/wp-content/uploads/yapb_cache/seifemuseum_thumb.78ax0ubeidv7ggsg884gkc8kc.27ty3bfoxo6itc4sgk40wok8g.th.jpeg" width="100" height="100" alt="das seifemuseum" style="float:left;padding:0 10px 10px 0;" ></a>1992, erstes semester. schräg gegenüber jemand, der keine gelegenheit ausliess, sein enormes fachwissen in kunstgeschichte und maltechnik zu preisen. beim anblick meiner schmierereien seufzte er mitfühlend und verschwand hinter der staffelei auf der ein 3 meter breites euvre stand, ein portrait des klassenkühlschrankes.
es wurde also klar: ich hatte weder ahnung&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="http://katiakelm.de/2084/das-seifemuseum/" title="das seifemuseum"><img src="http://katiakelm.de/wp-content/uploads/yapb_cache/seifemuseum_thumb.78ax0ubeidv7ggsg884gkc8kc.27ty3bfoxo6itc4sgk40wok8g.th.jpeg" width="100" height="100" alt="das seifemuseum" style="float:left;padding:0 10px 10px 0;" ></a><p>1992, erstes semester. schräg gegenüber jemand, der keine gelegenheit ausliess, sein enormes fachwissen in kunstgeschichte und maltechnik zu preisen. beim anblick meiner schmierereien seufzte er mitfühlend und verschwand hinter der staffelei auf der ein 3 meter breites euvre stand, ein portrait des klassenkühlschrankes.</p>
<p>es wurde also klar: ich hatte weder ahnung von maltechnik noch wollte ich mich auch nicht die nächsten 2 semester bemitleiden lassen. lieber wollte das mit der malerei auf später verschieben. wozu auf zwei dimensionen beschränken wenn man auch drei haben kann.</p>
<p>davon abgesehen hatte sich die schmiererei mittlerweile zum selbstgänger entwickelt. ich hätte ewig weiterschmieren, mein leben der schmiererei widmen können. es musste etwas anderes geben. ich beschloss, das feld zu räumen und irgendwo in der fremde neu anzufangen und kaufte ein grossgebinde kernseife.</p>
<p>was im kindergarten schon gut war müsste doch auch in einer kunsthochschule funktionieren. mit küchenmessern, linolschnittwerkzeugen und nagelbürsten fing ich an zu schnitzen. seifen aller farben, formen und düfte höhlte ich aus, durchlöcherte oder lagerte sie wochenlang in wasser bis sie aussahen wie versteinerte brötchen. ich schnitzte irgendwelches abstrakte zeug, beklekste die seife mit klebstoff und wusch sie dann solange bis die klebstoffzeichen wie stempel zurück blieben. ich sammelte schmutzige seifen. freunde und verwandte sammelten für mich schmutzige seifen. ich besass die wohl grösste-schmutzige-seifen sammlung der welt.</p>
<p>mein freund <a href="http://timthyzel.wordpress.com/">tim thyzel</a>, der mir von jeder reise die er machte einen haufen schmutziger seifen mitbrachte (die besten stammten aus öffentlichen toiletten an autobahnraststätten), schrieb mir eine karte aus krakau: er habe soeben das kraukauer seifemuseum besucht. soviele geschnitzte seifen habe er noch nie gesehen!</p>
<p>ein paar wochen später gab es auch in hamburg ein seifemuseum: einen nachmittag lang in der kp brehmer klasse der hfbk, angemeldet als zwischenprüfung. der aufbau dauerte 3 tage, 2 davon verbrachte ich mit putzen: die vitrinen stammten aus dem hochschulkeller und waren sehr verdreckt.<br />
es handelte sich um eine unwahrscheinlich wohlriechende prüfung und ich bestand.</p>

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		<title>meine karriere in der rüstungsindustrie</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Feb 1993 07:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katia Kelm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<a href="http://katiakelm.de/2067/meine-karriere-in-der-rustungsindustrie/" title="meine karriere in der rüstungsindustrie"><img src="http://katiakelm.de/wp-content/uploads/yapb_cache/uboote_thumb.ez64uhpny8wv8kwc4448swg0o.27ty3bfoxo6itc4sgk40wok8g.th.jpeg" width="100" height="100" alt="meine karriere in der rüstungsindustrie" style="float:left;padding:0 10px 10px 0;" ></a>meine erste ausstellung fand in der kantine einer firma für klimatechnik statt. ich bin vor stolz fast gestorben. endlich der verdiente ruhm und anerkennung. es hiess, die firma kaufe auch an.
die firma residierte in einem industriegebiet am stadtrand. wir fuhren mit öffentlichen verkehrsmitteln.
am empfang wurden wir abgeholt und&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<a href="http://katiakelm.de/2067/meine-karriere-in-der-rustungsindustrie/" title="meine karriere in der rüstungsindustrie"><img src="http://katiakelm.de/wp-content/uploads/yapb_cache/uboote_thumb.ez64uhpny8wv8kwc4448swg0o.27ty3bfoxo6itc4sgk40wok8g.th.jpeg" width="100" height="100" alt="meine karriere in der rüstungsindustrie" style="float:left;padding:0 10px 10px 0;" ></a><p>meine erste ausstellung fand in der kantine einer firma für klimatechnik statt. ich bin vor stolz fast gestorben. endlich der verdiente ruhm und anerkennung. es hiess, die firma kaufe auch an.</p>
<p>die firma residierte in einem industriegebiet am stadtrand. wir fuhren mit öffentlichen verkehrsmitteln.<br />
am empfang wurden wir abgeholt und in die mensa geführt. die wände waren mit grün lackierten stahlplatten vertäfelt und die niedrigen decken mit hellgrauen loch-platten verkleidet. der raum stand voll mit geschirrwagen und tischen, über den tischen hingen salatschüsselgrosse rote lampen und hinter die lampen sollten bilder.</p>
<p>am abend telefonierte ich mit meinem vater und erzählte von der ausstellung. die firma war ihm bekannt: sie stelle hauptsächlich klimatechnik für kriegsschiffe her.<br />
war für eine riesengrosse scheisse: kaum gings los mit der steilen karriere befand man sich auch schon im gewissenskonflikt. die kriegsschiffe gingen mir ja noch am arsch vorbei aber die lampen! meine bilder im dampf fettiger kantinenpampe? niemals wollte ich so enden und jetzt wurde das schon von der hochschule organisiert.</p>
<p>offenbar hatten die PR-heinis der firma ganze arbeit geleistet: schön auf kulturförderung machen mit den deppen von der kunsthochschule die sowieso immer dankbar sind wenn sie ihre scheisse irgendwo hinbaumeln können und obendrein gibts ne neue deko für die mensa für umsonst.<br />
das zehrte an mir. aber ich wollte die hoffnung nicht aufgeben dass es doch zu etwas nütze sein könnte dort auszustellen. vielleicht würde die firma ja sogar etwas lernen, wenn ich ihr einen sockel mit einer waschschüssel und einem stück seife daneben zum verkauf anbot? ausserdem schnitzte ich ein u-bootgeschwader aus seife und stellte eine reihe zeichnungen von den bremer stadtmusikanten her.</p>
<p>der aufbau war hart. es gab einen überforderten hausmeister und wände aus stahl. bilderrahmen daran zu befestigen erwies sich als beinah unmöglich und da die mensa während des aufbaus weiterhin genutzt wurde konnte man auch plastische arbeiten kaum unterbringen. für die eröffnung durften immerhin die tische kurz verschwinden und ich hängte meine uboote mit nylonfäden von der decke frei in den raum.</p>
<p>die eröffnung sollte abends nach dienstschluss stattfinden. als wir studenten kurz vor eintreffen der gäste in die mensa traten standen überall büropflanzen. man hatte in unserer abwesenheit jede menge hydrokulturkübel aus dem gebäude eingesammelt und in der ausstellung verteilt. es sehe einfach zu leer aus.<br />
die eröffnung war ein voller erfolg. die präsidentin und unser prof hielten reden, unter anderem darüber, dass man die gelegenheit für fragen nutzen solle, die künstler seien anwesend.</p>
<p>gäste waren hauptsächlich die mitarbeiter der firma: männer mittleren alters mit aktentaschen. vor meinen zeichnungen hatte sich eine kleine gruppe aufgebaut und schien die arbeiten näher zu betrachten. die worte meines professors im ohr trat ich heran und stellte mich vor. ob irgendwelche fragen offen seien. einer der herren ergriff das wort. ob ich nicht zugeben müsse, dass ich da, er tippte mit dem finger auf eine stelle im bild, doch wohl geschummelt hätte. sie hätten in der schule jedenfalls gelernt, dass gute zeichner nie radieren.</p>
<p>einige wochen später berichtete unser professor, dass die firma habe verlauten lassen, dass sie die ausstellungreihe in zusammenarbeit mit der hochschule im folgenden jahr nicht fortsetzen wolle. es sei doch ein recht enttäuschendes event gewesen. viel zu wenig gute kunst und vor allem diese unsäglichen bremer stadtmusikanten zeichnungen. von wem waren die eigentlich?</p>

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