wasserfälle

ich weiss garnicht, ob man meinen bildern das ansieht aber ich hab definitiv eine art oberflächenstrukturen fetisch. einmal bei dem WAS ich abbilde und auch dabei, wie ich das tu.

ich liebe es, oberflächen visuell abzutasten. auch beim malen tue ich ja genau das. es ist fast wie ein abstraktes streicheln und ruft ein ähnliches wohlgefühl hervor, wie das fell meines pudels frida zu streicheln. 

ok, fridas fell zu streicheln ist vielleicht noch etwas geiler.

aber zurück zum thema.

wasser ist auch eine oberfläche, die man gut mit den augen abtasten kann. beim malen kann man komplett darin abtauchen. vielleicht erst recht wenn man im wahren leben, wie ich, überhaupt keine wasserenthusiastin ist. schwimmbäder sind mir nämlich sehr zuwider und in badeseen kriegen mich auch keine 10 pudel. wobei mein pudel ja eine ganz große gewässerfreundin ist…

nageil. schon wieder ab vom thema. und den bogen zum wasserfall bekomme ich jetzt auch nicht mehr. 

Von Hinten

die leute müssen mich für wahnsinnig unhöflich halten aber ich kann menschen, die einander fremd sind, die ich aber beide gut kenne, nie einander vorstellen. zum beispiel auf partys. ich stehe dann da vielleicht mit einer freundin und treffe einen alten freund. erstmal HALLO! und lange nicht gesehen! jeder normale mensch würde die beiden einander nun vorstellen, nur nicht ich. 

mein problem ist nämlich, dass ich eine vorstellungs-blockade habe. und zwar erinnere ich grundsätzlich die namen von leuten nicht, wenn die situation es erfordert. grundsätzlich im sinne von: ohne ausnahmen. 

das geht soweit, dass ich beim einchecken in ein hotel den namen meines ehegatten nicht erinnerte: „ich geh dann schonmal auf das zimmer. sie könnten dann meinem mann einfach die zimmernummer nennen.“

„ok, wie heißt denn ihr mann?“

wo mein gedächtnis dagegen gut funktioniert sind farben und formen und allen arten von bildern. an die namen der kinder meiner grundschulklasse erinnere ich mich nicht, wohl aber an die form ihrer fingernägel. ich kann auch leute gut an ihrem gang erkennen oder an der struktur der haare, wenn ich sie von hinten sehe.

ich warte nur auf die gelegenheit, endlich mal einem phantombildzeichner einen zu täter beschreiben.

das fällt mir jedenfalls zu der neuen reihe „Von Hinten“ ein. 

und die ersten 2 hinterköpfe (eins, zwei) gibt es bei mir im shop schon zu kaufen. 

haufen

eigentlich mag ich keine wiederholungen. marktorientiertere künstlerInnen finden wiederholungen aber ganz praktisch, weil man damit die eigene marke prägt. und das mag auch funktionieren, aber mich langweilt es eigentlich.

die wahrheit ist bloss: ich wiederhole mich auch ständig. ich krieg es nur meistens erst mit wenn es schon passiert ist.

„huch, schon wieder ein kaninchen!“

„na wen ham wir denn da? eine taube!

den ersten laubhaufen hatte ich vor 20 jahren am wickel. zweimal hab ich einen geknetet. der zweite davon ist hier abgebildet. und hier gab es kürzlich einen in gouache. 

und jetzt gibt es ihn auch von innen betrachtet bei mir im shop als tintenstrahldruck.

gewölbe

seitdem ich psychopharmaka nehme sind meine träume interessanterweise viel deprimierender als vorher. dank der tabletten empfinde ich das zum glück aber garnicht so. im gegenteil, es ist einfach wahnsinnig viel los. und je langweiliger coronabedingt mein leben, desto wilder träume ich.

als kind war einer meiner standard alpträume die fahrt zu meiner oma. meine oma lebte damals in hamburg und wir, meine eltern, schwester und ich, etwa 40 km entfernt, in elmshorn. diese strecke fuhren wir gefühlt jedes wochenende mit dem auto. ich hab sie so oft gesehen dass ich sie träumen konnte: am komet vorbei, autobahn, ausfahrt schnelsen, horner kreisel, die rotklinker und die torbögen mit den affen und eulen.

nur fuhr ich in meinen träumen alleine, ohne die familie und fuhr motorrad. und wider erwarten verfuhr mich. 

heute finden meine träume fast ausschließlich in innenräumen statt. es sind meistens so verschachtelte und verwinkelte gewölbe mit mehreren etagen, inneren balkonen, fahrstühlen, aber auch hier verlaufe ich mich regelmässig. 

die drucke gewölbe grün und gewölbe lila hab ich mir zwar so nicht erträumt aber das innenraum-thema finde ich auf jeden fall künstlerisch schwer interessant und die tage kommen auch noch mehr gewölbe in meinen shop.

neue drucke im shop

nur dass ihrs wisst: bei mir ist das level an aufgeregtheit bei einem schnöden online-live-gang genauso hoch ist wie vor ner analogen vernissage. hektisch wie ein huhn lauf ich durch die wohnung, vergesse wo ich meine teetasse abgestellt habe, was wollte ich nochmal, achja seit heut morgen aufs klo gehen. 

auch ohne mich zu schminken, in jogginghose und ohne BH auf dem sofa liegend auf „veröffentlichen“ zu drücken verursacht bei mir immer noch sowas wie lampenfieber. 

umso mehr wenn ich selber meine arbeit gut finde. und das tu ich dieses mal noch viel doller als letztes mal. 

hier könnt ihr die neuen drucke angucken und schön shoppen

jetzt auch mit shopping mall!

ich bin ja eine leidenschaftliche online shopperin. es geht einfach zu leicht. klickklack und schon wird mir das infrarot nackenmassagekissen überreicht beim nachbarn abgegeben. seit corona hab ich außerdem die packstation für mich entdeckt: man lernt neue leute kennen, wenn man zum beispiel hilfe braucht weil die 15 kilo schwere hundefutterlieferung feststeckt oder die türen sich nicht öffnen. einer muss dann das display bedienen während der zweite horchen muss, welche tür es ist, die klappert.

ich bin jedenfalls onlineshopping-fan und was liegt da näher, als auch einen shop aufzumachen. 

ok mal im ernst: ich finde die entwicklung von digitaler zeichnung zu tintenstrahldrucken im onlineshop einfach optimal. es sind eben KEINE kopien von analoger malerei, sondern diese kopien SIND gewissermaßen die malerei. und weil man dateien, anders als zum beispiel kupferplatten bei radierungen, endlos oft drucken kann, sind sie eben auch deutlich bezahlbarer. 

nach längerem zögern hab ich mich allerdings trotzdem dazu durchgerungen, eine auflage festzulegen. 120 exemplare wird es geben pro datei. das mache ich, weil menschen nunmal so sind. mein sohn hat mich argumentativ überstimmt als er mein turnschuhbeispiel damit widerlegte, DAS AUCH TURNSCHUHE IN AUFLAGE VERKAUFT WERDEN.

ok, jetzt müsst ihr nur noch los shoppen. hier entlang.

53 neue arbeiten aus dem homeatelier

zusätzlich zu allen anderen lebensbereichen war 2020 auch kunsttechnisch bei mir eher ein kackjahr. obwohl ich auf dem weg in mein atelier im prinzip niemandem begegnen muss, außer leuten in treppenhäusern, bin auch ich zuhause geblieben. ein paar tische aneinander gerückt und los gings… quasi. 

anders als bei meinem mann felix, der auch das ganze jahr im homeoffice verbracht hat, ist das bei künstlerInnen aber so eine sache. ich hatte ja schon ein paar atelierlose phasen im leben, aber meine besten arbeiten sind da nun nicht gerade entstanden. 

die nachteile am homeatelier sind folgende: 

  1. zuhause kann man nicht rumsauen: 
    wenn späne fliegen, farbe kleckert, ja wenn allgemein sachen auf den boden fallen dann kann man die da nicht liegen lassen. ständig muss man die arbeit unterbrechen um irgendwas aufzuwischen oder flächen abzudecken. um das zu vermeiden passt man irgendwann auch die arbeit daran an und so wird alles etwas kontrollierter, fummeliger, spiessiger.

  2. zuhause kann man nicht stinken.
    das heisst in erster linie: arbeit ohne lösungsmittel. ölfarbe fällt da also schonmal flach – und bitte keine tipps in richtung wasserlösliche ölfarbe, die finde ich furchtbar. 
  1. zuhause ist kein platz: 
    man arbeitet viel kleiner weil man sperrige, hinderliche sachen, die später im weg stehen, natürlich vermeiden will.
  1. zuhause wird man abgelenkt:
    will man sich beispielsweise nen kaffee aus der küche holen und findet dort keine sauberen becher mehr… viele denken dann sicher: „ok, wasch ich halt mal ab…“. und wo man schonmal dabei ist kann man auch gleich noch die wäsche waschen, die rechnungen bezahlen undsoweiter. ausserdem klingelt zuhause das telefon und die tür öfter, das sofa ist gemütlicher und das internet besser…

  2. zuhause fehlen ständig arbeitsmaterialien:
    „ok also hier kann ich jetzt erstmal nicht weitermachen weil das maskiertape / die tackernadeln / das metalllineal noch im atelier ist.“ passiert bei mir ungefär 3x am tag…

so, jetzt aber auch mal was zu den vorteilen – es gibt nämlich welche. in meinem fall zum beispiel die tatsache, dass ich auf diese weise auch nach dem abendessen noch arbeiten kann. normalerweise raffe ich mich nämlich nicht mehr auf, die viertelstunde bei 4 grad und regen mit dem fahrrad zurück ins atelier zu fahren. (und übrigens auch nicht bei 20 grad). 

fällt die anfahrt jedoch weg setze ich mich gerne nochmal an den schreibtisch. ich arbeite gerne spät. die zeit vergeht nachts einfach langsamer. ich mag die stille und das gefühl der erleichterung, dass die tagespflichten nun pause haben. wenn dieser zug eh abgefahren ist ist irgendwie mehr raum im kopf und es lässt sich noch tiefer abtauchen. 

apropos abtauchen. die wahrheit ist, dass punkt 4 weiter oben, das mit der ablenkung, auf mich eigentlich garnicht zutrifft. wenn ich nämlich erstmal anfange zu arbeiten versinke ich komplett und bin auch nicht mehr ansprechbar. und die wäscheberge, das siffige klo, die vertrockneten pflanzen, die schimmelige dusche, der überquellende müll und die dreckige küche sind mir eh egal. 

auf diese weise sind 2020 jedenfalls viele kleine arbeiten entstanden. alle schön sauber und ordentlich, mit buntstift, ölkreide, tusche, ohne lösungsmittel und fast im handtaschenformat. mein schreibtisch ist immer tipptopp sauber und eigentlich sind die bilder auch alle voll ok. ganz gutes jahr eigentlich, 2020.

hier sind jetzt die 53 neuen arbeiten. ihr könnt sie euch direkt im archiv ansehen.

jetzt auch in digital

na geil. ich will ja nicht unbescheiden wirken aber kaum wende ich mich einer neuen maltechnik zu wird das ein paar tage später zum absoluten hype ausgerufen. und das kam so:

letzten herbst hab ich mir ein grafiktablett gekauft. mein plan war, damit entwürfe zu machen für meine analogen bilder. was dann aber anders kam, war ja klar. als hobbynerd bin ich natürlich komplett abgetaucht. ein paar youtube tutorials und schon war klar: DAS wird mein neues ding!

schnell wurde deutlich: nee, das werden eigene bilder, nicht bloss entwürfe. ich würde sie drucken lassen und kann dann preise nehmen, die bezahlbar sind. 

die ersten testdrucke hab ich schon gemacht. papierauswahl steht und in 4 wochen werde ich hier wohl die ersten drucke einstellen. wer weiss – vielleicht bau ich sogar mal nen kleinen online-shop?!

am montag erzählt mir dann ein kumpel am telefon von NFT. anders als ich liest dieser kumpel zeitung und erzählt mir regelmässig davon am telefon. ein künstler namens beeple habe seine digitalen bilder in form von „NFTs“ bei christies für 70 millionen versteigert. 

ich also: „genial, die zukunft hat mich eingeholt!“ und google „NFT“. blablabla und irgendwas mit kryptowährung.

die suche nach beeple bei instagram ergibt: totaler scheiss. und an meiner chronischen schlechten laune kann es nicht liegen, meine psychopharmaka wirken. es wird also den tatsachen ensprechen und tatsächlich scheisse sein.

„kannst DU mir nicht meine dateien in NFTs umwandeln?!“ frage ich meinen mann, der von beruf nerd ist, aber er lehnt ab. er habe es nicht so richtig verfolgt was da gerade passiert aber dieser typ, der die NFTs gekauft hat, sei wohl sone art NFT-berater.

wow. 

also alles weiterhin wie immer. der kunstmarkt ist und bleibt eine blöde geldblase, da helfen auch keine tabletten. 

später daddel ich ein bischen im clubhouse und entdecke ein NFT-panel und höre mal rein. ich verstehe nichts, das liegt aber daran dass ich parallel wieder abgetaucht bin in einer neuen datei und mich auf mein ebenen-kuddel-muddel konzentrieren muss. 

hier kommen jetzt meine ersten digitalen zeichnungen, alle aber noch mehr oder weniger work-in-progress:

pentiment

EDIT: pentiment fällt 2020 aus, findet aber mit dem selben programm im sommer 2021 statt. also auch mein kurs.


ich mach dieses jahr im juli (19.7. – 2.8.) bei der hamburger sommerakademie pentiment mit. also als dozentin. wenn ihr lust habt könnt ihr euch ja anmelden, würde mich freuen!

mein kurs heisst

Gemalte Geschichten

und das passiert da:

Der Kurs wird sich schwerpunktmäßig mit figurativer, realistischer, erzählender Malerei beschäftigen. Es geht dabei verstärkt um die Entwicklung von interessanten, ungewöhnlichen Bildinhalten und -motiven sowie allen Aspekten, die hierfür notwendig sind. So braucht eine gute „Geschichte“ natürlich immer auch ein stimmiges Setting, eine Atmosphäre, und diese entsteht u. a. mittels einer bestimmten Farb- und Lichtgestaltung und Komposition.

Parallel hierzu werden im Kurs auch verschiedene Maltechniken, klassische wie Lasurtechnik und Alla Prima aber auch zeitgenössische wie Pastoser Farbauftrag, Pouring etc., vorgestellt und vermittelt – je nachdem was für die individuelle Bildentstehung benötigt wird. Ziel des Kurses ist es, die jeweiligen Bildinhalte dahin zu bringen wo es „wehtut“, wo Kunst anfängt. Dies kann z.B. in eine autobiografische, private Richtung gehen, aber auch gesellschaftskritische oder politische Ansätze verfolgen. Dabei wollen wir versuchen, klassische Malerei-Sujets, wie Portrait, Selbstportrait, Stilleben oder auch Interieur- und Landschaftsmalerei für uns neu zu definieren, zu kombinieren und die einzelnen Genres unseren Geschichten dienlich zu machen. Individuelle Arbeitsbesprechungen können in Form von Gruppen und Einzelgesprächen stattfinden.

wird bestimmt toll!

solange die auflage reicht – ausgabe 2

ich seh gerade, dass ich bei meiner jahresendzeit-edition letztes jahr geschrieben hatte: „ob es 2019 auch eine gibt glaub ich eher nicht“. tja. das haben wir dann wohl den super ratschlägen meiner schwester zu verdanken, dass es dieses jahr nun doch noch eine gibt, allerdings auf wirtschaftlichkeit zurechtgeschrumpft.

denn es gibt hier jetzt genau EINE radierung, wieder pünktlich zur geschenkesaison, als super-sonderangebot für alle, die wie ich auf druckgrafik stehen:

„Der Passant“ ist eine von mir handgedruckte und handsignierte aquatinta-radierung, tiefdruckfarbe auf büttenpapier, druckgröße: 20×25 cm / papiergröße: ca. 28×39 cm –– für 100,- €.

die auflage ist limitiert auf 30 stück und der preis gilt bis zum 31.12..

verschicken kann ich sie auch, dann kommt noch das porto* dazu.

hier kannst du sie bestellen.

*zum versand:

ich verschicke die drucke als versichertes paket für 8,-.
außerdem können die drucke auch bei mir im berliner atelier direkt abgeholt werden.
geliefert wird bis spätestens 23.12.