warten auf die pressesprecherin

ich bin extra früh gekommen, die sonne scheint, in einem staubigen hof sitzen die ausstellungsmacher vor einem schuppen im schatten. es sind allesamt hippies, auffallend flippig gekleidete streetart-künstlerinnen und junge haarige burschen mit baskenmützen. sie sitzen in einer reihe vor einem konferenztisch über formulare gebeugt und obwohl ich als einzige vor ihnen stehe scheinen mich nicht zu bemerken. es heisst, man warte noch auf die pressesprecherin, die gerade im stau stehe. (mehr …)

silvestertradition

statt dinner for one zu kucken wäsche aufgehängt und währenddessen versucht, den fernseher neu zu programmieren.
die schachtel mit den silvesterartikeln rausgekramt, mich für die blaue entschieden:

guten rutsch!

A photo posted by katia (@katias_bilder) on

ausserdem eine alte unangebrochene packung bleigiessen gefunden und auf den sofatisch gelegt (eben wieder zurück in den silvesterkarton geräumt, immer noch unangebrochen).
den neujahrsfilm rausgesucht, hochgeladen, programmiert dass er um 0 uhr online geht.

1 minute vor 12 auf den balkon gegangen, anderthalb minuten später wieder zurück aufs sofa. nachgeschaut, ob die programmierung funktioniert hat, hat sie nicht, „publish“ geklickt.

ein halbes glas sekt getrunken, kopfschmerzen bekommen. beim zähneputzen überlegt, wie alt ich dieses jahr werde. allen ernstes gedacht: „zum glück ja noch nicht 40“.

ins bett gegangen. das zweite mal diese woche beim spider-solitär im expertenmodus gewonnen. das erfolgsjahr 2014 hat soeben begonnen.

asychronisation

ein matthias, den ich persönlich nicht kannte, mailte, ob ich interesse an einer zweier-ausstellung mit ihm hätte. er habe mich seiner galerie vorgeschlagen.

das fand ich nun ziemlich grossartig. von der galerie hatte ich zwar noch nie etwas gehört, die webseite sah aber auch nicht schlecht genug aus, um abzusagen. ich signalisierte also interesse.

die nächste mail war dann von der einer mitbetreiberin der galerie.
das buget sei „leider nicht immens hoch“, schrieb sie, es „finde sich aber sicher eine lösung“.
da das für gewöhnlich bedeutet, dass die künstler alles selbst bezahlen, sage ich sowas an dieser stelle normalerweise bereits ab. diesmal wollte ich der sache aber eine chance geben und schrieb:
„mein budget leider auch“.
wir einigten uns, dass einer der galeristen die arbeiten persönlich abholen käme und meine unterbringung würde ebenfalls privat erfolgen – nur die anreise sollte ich selbst bezahlen.
ich war nicht begeistert, willigte aber ein.

zehn tage vor der eröffnung kam eine rundmail von einem der galeristen der wohl so eine art teamleiter war. empfänger waren neben matthias und mir allerlei weitere namen, die mir alle nichts sagten, offenbar weitere galeriebeteiber.

es ging um den ausstellungstitel. ich war eigentlich davon ausgegangen, dass der schon feststand, dass matthias schon etwas okayes eingefallen war.
stattdessen bekam ich nun eine liste mit vorschlägen, die namen der jeweiligen vorschlag-geber jeweils dahinter in klammern.

die galeriebetreiber hatten offenbar schon fleissig gebrainstormt. der teamleiter wollte die ausstellung zum beispiel „crown of creation“ nennen. in englisch, schrieb er, weil das besser klänge. „krone der schöpfung“ fand er, sei schon zu „abgenutzt“.

ein vorschlag in der liste war auch von matthias. weil mir dieser noch am schlüssigsten vorkam und ich es eh selbstverständlich finde, dass die künstler den ausstellungstitel stellen, klickte ich „allen antworten“ und teilte meine auswahl mit.

meine annahme, dass das thema damit abgehakt war, war aber falsch. ohne auf meine mail zu reagieren schob der teamleiter gleich noch ein paar mehr vorschläge hinterher und die antwortmails rauschten nur so rein.

allgemeiner favorit war EGOMANIA (alles grossgeschrieben) und der teamleiter war auch ganz überwältigt von seiner idee. die liesse sich auch super „typographisch umsetzen“.

mir war alles egal. um die sache hinter mich zu bringen willigte ich ein. der teamlieter hatte schon erste layouts der EGOMANIA-einladungskarte rumgeschickt da kam eine mail von matthias, dem der tiel überhaupt nicht gefiel.

obwohl mir langsam dämmerte, dass diese titelfindungsmethode nicht zu den erfolgversprechendsten gehörte warf ich nun auch mal zwei vorschläge ins rennen: „wir sind auch nur ein mensch“ und „asynchron“

asynchron schnitt ganz gut ab: drei von sechs taten ihre zustimmung kund – plus drei enthaltungen. der teamleiter war nicht überzeugt und forderte mich auf, meinen vorschlag zu erklären.
ich formulierte irgendwas zusammen. sein kommentar: das habe er sich schon gedacht.
weil er aber auf eröffnungen „hundert mal“ gefragt werde, was es denn mit dem titel auf sich habe, würde er gerne eine witzige geschichte parat haben. diese sei ihm noch zu wenig.

ich antworte, dass ich nicht finde, dass ein ausstellungstitel zwingend bezug auf die ausgestellten arbeiten nehmen müsse. genauso wie ich nichts von der auffassung halte, dass ein titel irgendeine erklärende funktion erfüllen oder man – andersrum – einen titel erklären können müsse.

in der antwortmail wiederholte der teamleiters einfach alles, was er in seiner letzten mail schon geschrieben hatte.
das ging noch 2 tage so hin und her und langsam hatte ich die faxen dicke. ich rief matthias an. wir beschlossen, uns einfach separat etwas zu überlegen und es dem galeristen-kommitee dann als fertiges paket vorzulegen.
wir einigten uns auf zwei vorschläge:

große leonardo da vinci retrospektive
mit arbeiten von katia und matthias

und

zwei stahlharte profis

diese reichte ich umgehend weiter und fügte hinzu, dass wir es gut finden würden, wenn der titel von uns künstlern käme und wir es auch nicht so schlimm fänden, wenn kein konsens hergestellt werden könne.

die antwort war kurz. unsere vorschläge, so der teamleiter, „passten“ nicht zu ihrer galerie.
meine anregung, die titelfindung den künstlern zu überlassen, lehnte er ab.
ich verkniff mir die frage, ob vielleicht nicht nur unsere titel nicht zu ihnen passten.

prompt flatterten aber auch schon wieder neue vorschläge rein: „syntax error“ und „K.O.-Produktion“.
die witzigen geschichten dazu gingen so:

„syntax error“ sei ein computerfehler aus der C64-ära der die „atmosphärische grundstimmung unserer arbeitsweise anschneiden“ würde.
„K.O.-Produktion“ spiele einerseits auf das „Ko“ im Sinne von Zusammenarbeit an, aber auch auf das K.O. im Sinne von „knock out“ – was auf die rivalität unter künstlern bezug nehme.

mit zitternden fingern tippte ich, dass mich mit der C64 ära aber weder künstlerisch noch privat irgendwas verbände und die rivalität zwischen matthias und mir hielte sich auch in grenzen.
insgesamt würde ich aber auch den humor etwas vermissen.

der teamleiter antwortete, dass er zum humor offenbar „einen anderen zugang“ habe. die „stahlharten profis“ verstehe er z.b. nicht – da könnten wir die ausstellung ja auch gleich „4 fäuste für ein halleluja“ nennen.

„super idee!“ wollte ich erst antworten, liess es dann aber.

abends hatte ich theaterkarten und als ich nach der vorstellung gegen 11 mein handy wieder anschaltete vermeldete es 8 neue mails und anrufe. es gab auch schon wieder einen neuen vorschlag: ASYNCHRONISATION (alles grossgeschrieben).
ich solle aber bitte baldmöglichst dazu stellung nehmen da das layout der einladungskarte noch am selben abend in die druckerei müsse.

ich rief die galeristin an und fragte, ob das mit der ASYNCHRONISATION ein witz wäre.
sie entgegnete in spitzem ton, dass ich froh sein könne, dass wir überhaupt an der titelfindung beteiligt worden seien!
ich erwiderte, dass sie die ausstellung von mir aus gerne ASYNCHRONISATION nennen könnten. nur mein name, der sollte nicht mehr auf der einladung stehen, da ich nicht mehr mitmache.

es bleibt spannend

ne wohnung zu finden hat 2 wochen gedauert, am atelier arbeite ich noch. seit gut 8 wochen jetzt. selbst bei minus 6 grad zieh ich los, zettel an ampeln kleben. alle 14 tage nerv ich meine facebookfreunde mit ner kleinen erinnerung, dass ich noch suche und es hat sich auch schon jemand darauf gemeldet: eine hörfunkjournalistin, die wissen wollte, ob sie mich bei meinen atelierbesichtigungen begleiten dürfe. sie mache was zum thema „atelierknappheit in berlin“.
im prinzip könne sie gerne mitkommen, erwiderte ich, nur würde ich eben leider garnichts besichtigen.
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Atelier gesucht

ich suche ab sofort dringend ein atelier.

es sollte unter 200€ kosten, am liebsten in berlin-wedding oder was sich vom wedding einigermassen erreichen lässt. also: gesundbunnen, pankow, prenzlauer berg, charlottenburg, moabit, mitte, kreuzberg, tempelhof und reinickendorf

ich benötige einen eigenen raum (wegen dreck), mindestens 28 qm und schön wäre EG mit wasseranschluss. keine zwischenmiete.

wenn ihr was wisst oder mal was hört oder sonst welche ideen habt:
kontakt

atelier im august