verstopfung beim tag der offenen tür

es ist winter. ich versuche mit nackten händen die stufe vor dem haupteingang meiner alten hochschule zu erklimmen. früher waren hier mehrere stufen, heute ist es nur noch eine und die ist zwei meter hoch. ich hänge also mit meinen 1,65 an frierenden fingern an der mauer und versuche mich hochzuziehen. was sich bewegt sind aber nicht meine untrainierten arme sondern die mauer. die obere platte hat sich gelöst und droht mir entgegen zu fallen – da kommt hilfe. claus mewes arbeitet inzwischen, wie die meisten ex-hfbk-ler und ehemaligen der hamburger kunstszene, an der hochschule als pausenaufsicht und zieht mich hoch, auf die mauer.
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vernissagen hopping

mein telefon klingelt. ein freund, eigentlich kunsthistoriker, arbeitet beim radio als moderator. er sei gerade live auf sendung und wolle mich mal fragen, so als expertin, wie es sei, wenn man am selben tag wie andere, bedeutendere künstler eröffnen. er habe gerade meinen ehemaligen professor in der anderen leitung, der heute abend eröffne, gleichzeitig mit georg baselitz.
ich versuche irgendwas diplomatisches zu sagen: „ja, das ist natürlich doof“ und „man versucht es so zu sehen, dass die leute ja so vernissagen-hopping-technisch vorbei kommen könnten – tun sie aber nicht. ich zum beispiel suche mir immer eine eröffnung aus, wo ich hin will, für vernissagen-hopping bin ich zu alt*.“

der moderator: „welche würdest du dir denn von diesen beiden aussuchen?“
da muss ich nun wirklich länger drüber nachdenken aber bevor ich noch etwas sagen kann wache ich zum glück auf.

*wie komme ich denn darauf?!