jetzt auch in digital

na geil. ich will ja nicht unbescheiden wirken aber kaum wende ich mich einer neuen maltechnik zu wird das ein paar tage später zum absoluten hype ausgerufen. und das kam so:

letzten herbst hab ich mir ein grafiktablett gekauft. mein plan war, damit entwürfe zu machen für meine analogen bilder. was dann aber anders kam, war ja klar. als hobbynerd bin ich natürlich komplett abgetaucht. ein paar youtube tutorials und schon war klar: DAS wird mein neues ding!

schnell wurde deutlich: nee, das werden eigene bilder, nicht bloss entwürfe. ich würde sie drucken lassen und kann dann preise nehmen, die bezahlbar sind. 

die ersten testdrucke hab ich schon gemacht. papierauswahl steht und in 4 wochen werde ich hier wohl die ersten drucke einstellen. wer weiss – vielleicht bau ich sogar mal nen kleinen online-shop?!

am montag erzählt mir dann ein kumpel am telefon von NFT. anders als ich liest dieser kumpel zeitung und erzählt mir regelmässig davon am telefon. ein künstler namens beeple habe seine digitalen bilder in form von „NFTs“ bei christies für 70 millionen versteigert. 

ich also: „genial, die zukunft hat mich eingeholt!“ und google „NFT“. blablabla und irgendwas mit kryptowährung.

die suche nach beeple bei instagram ergibt: totaler scheiss. und an meiner chronischen schlechten laune kann es nicht liegen, meine psychopharmaka wirken. es wird also den tatsachen ensprechen und tatsächlich scheisse sein.

„kannst DU mir nicht meine dateien in NFTs umwandeln?!“ frage ich meinen mann, der von beruf nerd ist, aber er lehnt ab. er habe es nicht so richtig verfolgt was da gerade passiert aber dieser typ, der die NFTs gekauft hat, sei wohl sone art NFT-berater.

wow. 

also alles weiterhin wie immer. der kunstmarkt ist und bleibt eine blöde geldblase, da helfen auch keine tabletten. 

später daddel ich ein bischen im clubhouse und entdecke ein NFT-panel und höre mal rein. ich verstehe nichts, das liegt aber daran dass ich parallel wieder abgetaucht bin in einer neuen datei und mich auf mein ebenen-kuddel-muddel konzentrieren muss. 

hier kommen jetzt meine ersten digitalen zeichnungen, alle aber noch mehr oder weniger work-in-progress:

meine kleine schwester

meine schwester und ich hatten immer ein schwieriges verhältnis. wir sind 3,5 jahre auseinander, sie die jüngere, die unter mir zu leiden hatte. ich war laut, sie leise, ich war größer und stabiler als sie und neben mir sah sie aus wie ein kleines äffchen. sie weißblond und süss, ich nervig. sie war das lieblingskind unseres vaters, ich das der mutter.
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was wollte ich nochmal?

jedes jahr im juli falle auch ich in die sommerstarre. wenn ich es überhaupt schaffe, mich aus dem haus (zuverlässige 22° weil die sorte altbau wo man auch tagsüber licht anmachen muss) zum fahrrad zu schleppen, draußen sagen wir mal 32°, mir erstmal am fahrrandlenker eine leichte brandwunde zuziehe und dann ohne von einem laster überfahren lebend beim atelier ankomme, die haustür aufschliesse und bei angenehmen 26° die 3 stockwerke hochdümpel, wenn ich dann endlich die ateliertür aufschliesse und mir die 32° warme atelierluft entgegenströhmt, dann freue ich mich, das alles ist wie immer. (mehr …)

gouache

das mit der gouache kam so: seitdem ich mal vor jahren sein buch „color and light“ gelesen hatte bin ich ein ziemlicher fan von james gurney. nicht unbedingt so sehr von seinen dinosaurierbildern aber von seinem ganzen know how über maltechnik, seiner bereitwilligkeit, das zu teilen und wie gut er das macht. und gurney wiederum ist ein fan von gouache. er malt pleinair hauptsächlich in gouache und weil ich gouache noch nie benutzt hatte hab ich mir vor einem jahr mal eine ganze palette davon selbst zum geburtstag geschenkt. (mehr …)

neue farben

immer wenn ich mir neue farben kaufe überkommt mich eine euphorie, die manchmal sogar mehrere tage anhält.
besonders doll ist dieser effekt, wenn es sich dabei um ganz neue medien handelt, mit denen ich vorher noch nicht gearbeitet hab. einfach nur leergewordene ölfarben nachkaufen kann jeder, komplett neue medien sind ein abenteuer.
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mein kampf gegen die falten

diese woche habe ich mich mal etwas mit wäschewaschen und bügeln beschäftigt. und das kam so:

weil ich ja ein alter sparfuchs bin (kl. scherz) hatte ich mich diesmal entschieden, kein leinen für 40€ den meter zu kaufen. stattdessen entschied ich mich für baumwolle. dass ich mich früher immer nur mit baumwolle herumgeägert hatte hab ich einfach mal vergessen und kaufte also bei meinem lieblingshöker peters artshop 4 meter baumwolle in panamabindung zu 430 gramm. das ist ziemlich dick. so dicke baumwolle hatte ich noch nie aber ich dachte irgendwie, das wäre total schlau weil ja quasi mehr fürs geld. (mehr …)

wie ich radiere

mit dem radieren ist es bei mir wohl so ähnlich wie man es von geburten sagt: die schmerzen sind so schlimm, dass man sich schwört, es nie wieder zu tun – und anschliessend vergisst man sie.

so habe ich mich vor ein paar jahren schon einmal etwas intensiver mit radierung beschäftigt. wer hier hin und wieder mitliest erinnert sich vielleicht. hier hatte ich damals etwas darüber notiert, so sah mein atelier aus und so und so die drucke. 2012 war das.

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