antons arbeit

wenn man weiss, dass ich, antons mutter, auch künstlerin bin, könnte man vielleicht annehmen, dass anton in einem besonders kunstfreundlichen umfeld aufgewachsen ist. das ist aber eher nicht der fall. ich hab einiges dafür getan, meinen sohn nicht auf die idee zu bringen, künstler zu werden. 

ich selbst stamme aus einer kleinbürgerlichen familie, die überhaupt nicht begeistert reagierte, als ich bereits als kind verkündete, künstlerin werden zu wollen. mein vater setzte in den folgenden jahren alles daran, mich von dieser schnapsidee wieder abzubringen.

als anton geboren wurde war ich im 5. semester. ich brauchte mir das garnicht vorzunehmen, intuitiv war klar: mein sohn wird arzt. oder anwalt. oder steuerberater.

insgesamt studierte ich 10 semester. das heisst, ich musste ihn noch zweieinhalb jahre irgendwie ablenken. das war garnicht so einfach, weil ich alleinerziehend war.

das hiess zum beispiel, dass ich ab und zu doch nicht ganz drumrum kam, ihn mit in die hochschule zu nehmen. oder abends auf vernissagen. oder zu ausstellungsaufbauten. weil letzteres manchmal viele tage dauerte schleppte ich immer unmengen an ablenkungsmaterial mit. während ich also meine beim transport verformten plastiken aus knetmasse restaurierte versorgte mich anton, in seinem schlauchboot liegend, mit kinderliedern aus dem kassettenrekorder die er auf der plastikgitarre begleitete.

oder er fuhr auf seinem kleinen holzroller durchs museum und liess sich vom aufbauteam heimlich mit schokolade und cola versorgen. nur in die halle mit den fistfuckenden menschenaffen von bjarne melgaard durfte er nicht.

einmal nahm ich ihn mit auf eine pressekonferenz. anton war vier und eigentlich waren wir nur kurz angereist, von hamburg nach wolfsburg, um meine arbeiten zu reparieren. weil aber die presseleute am selben tag erwartet wurden fanden auch wir uns im bistro des museums ein, um gemeinsam mit dem deutschen feuilleton zu speisen. ich glaube es gab fisch. und sehr viel besteck. 

anton hockte schüchtern neben mir während ich so tat als wäre es komplett normal sich von diesen vielen uns komplett fremden alten weissen männern beim essen anglotzen zu lassen. sinn machte das jedenfalls keinen, es frage niemand wieso wir überhaupt da waren.

wenn aufbauten besonders lange dauerten durfte anton auf den fernsehern, die ich in meine arbeiten einbaute, kinderfilme auf vhs-kassetten schauen. es lief das disney gesamtwerk, die muppet show, pippi langstrumpf und alles von pixar. hörspielkassetten waren ein ebenso gut funktionierendes ablenkungstool. auf der baseler kunstmesse sass anton stundenlang artig auf einer bank und hörte kassetten. die bank stand etwas ausserhalb der koje, was auch so gewünscht war weil die galeristin bekennende kinderhasserin war, die sich dafür rühmte, bisher alle künstlerinnen aus dem programm geworfen zu haben sobald diese eltern wurden. bei mir machte sie eine ausnahme, ich war schon vorher mutter.

zuhause war anton immer ein extrem verspielter, ja versponnener junge, der auch ohne mein zutun in seiner eigenen welt lebte. und er malte und zeichnete leidenschaftlich gerne.

beim elternsprechtag in der grundschule, besprachen wir seine noten. es hiess, in kunst bekäme er eine zwei. da stutzte ich dann doch: „ok aber das kommt mir komisch vor” konstatierte ich. der lehrer blickte mich fragend an. „also wenn ich ihn benoten müsste hätte ich ihm schon eine 1 gegeben.” nicht dass ich darauf wert gelegt hätte, aber man muss ja schon fair bleiben.

so bekam anton also im nächsten zeugnis in kunst eine 1.

meine eigene karriere kam mit der zeit zum erliegen. anton war etwa 8 jahre alt da war ich gezwungen, mein atelier zu kündigen und zum sozialamt zu gehen. mehrere jahre bezogen wir harz IV. anton äusserte später, dass ihn unsere armut definitiv belastet hat. und noch bis heute nachhallt. 

den zusammenhang zwischen meiner berufsentscheidung und bis heute eher prekären lebenssituation scheint aber er dennoch nicht so stark verinnerlicht zu haben, dass er ihn später davon abgehalten hätte, den gleichen weg einzuschlagen. aber zurück zur geschichte.

als anton 10 oder 11 war, schenkte ich ihm in einem anflug von blödheit  zum geburtstag ein paar bücher über graffiti, streetart und einen banksy bildband. ein voller erfolg denn es dauerte keine 3 jahre bis ich ihn das erste mal von der polizei abholen musste.

graffiti also, seine erste grosse leidenschaft. vor diesem hintergrund konnte ich ihm nach beendigung der schulzeit immerhin erstmal ein studium im bereich design aufschwatzen. das schloss er ab und verkündete anschliessend: so und jetzt studier ich kunst.

das war allerdings auch fast keine überraschung mehr. die letzten semester hatte er sich ziemlich herumgequält. und er hatte schonmal per email kontakt aufgenommen zum freie kunst department seiner damaligen hochschule. die konnten seine sachen, die irgendwo in der ritze zwischen kunst und gestaltung steckten, aber nicht so richtig einordnen.

so machte er eben schnell sein BA und fing nochmal von vorne an. mit fast 26.

alt genug um sich gegen die familie zu stellen: die mutter, die sich „was besseres” für ihren sohn erhofft hatte, den vater, ein fotograf, ebenfalls erfolgs- und mittellos, der auch nicht so viel hielt von der idee und an vorderster front interessanterweise nochmal mein vater, also antons opa, der nun dermassen aggressiv gegen die entscheidung seines enkels zu felde zog, dass anton sich sogar gezwungen sah, diesen komplett zu ghosten.

ausgerechnet meine alte hochschule hatte er sich ausgesucht. nur hier wollte er sich bewerben. ich eröffnete ihm umgehend, dass ich ihm bei der bewerbungsmappe nicht helfen würde. was auch in seinem sinne war. auf meine nervigen vorträge konnte er verzichten. stattdessen bekam er die nummer eines exfreundes von mir, ebenfalls erfolgsloser künstler, dem er fotos seiner arbeiten schickte. am telefon besprachen sie den aufbau der mappe. zu meinem grossen erstaunen klappte alles wie am schnürchen und schon auf den ersten anlauf bekam er die zusage.

wenn also meine versuche, ihn auf den „rechten weg“ zu führen, etwas bewirkt hatten dann eigentlich nur, dass er während der letzten 26 jahre kaum mitbekommen hat, was ich währenddessen gemacht hab. also meine arbeiten, die kannte er kaum. 

das hat er dann aber in den ersten zwei semestern nachgeholt. inzwischen kennt wahrscheinlich niemand meine arbeiten genauer als mein sohn.

seine ersten arbeiten an der hfbk sahen aus wie von jemandem, der vielleicht besser mal ein paar semester design studiert hätte. wie kann man eigentlich sowas wie komposition so dermassen ignorieren?! kein motiv war irgendwie kontrolliert auf dem blatt positioniert. keinerlei wahrnehmung von sowas wie bildrändern. mein gott.

zunächst fand er sich in der klasse von anselm reyle wieder. hier fühlte er sich künstlerisch aber nicht aufgehoben. stattdessen hing er mit den studentInnen der jutta koether klasse ab. die machten sachen die er toll fand. so wie jutta herself. bei der wollte er sein und auf seine eher vorsichtige art schaffte er es am ende in die klasse.

jutta verstand ihn und seine malweise und stellte die richtigen fragen. in diesem rahmen konnte er sehr gut arbeiten.

auch zu meiner studienzeit in den neunziger jahren wurde es an der hfbk ungern gesehen, dinge gewissermassen „grundlos” zu machen. alles musste erklärbar sein. malerei war zu beginn der neunziger jahre eh regelrecht verpönt an der hfbk. es gab zwar zwei malklassen, die allgemeine stimmung jedoch drängte diese eher an den rand des interesses. in meinen kreisen wollte jedenfalls keiner mehr malen.

stattdessen war „konzept” das gebot der stunde. ich fand das erstaunlich zumal konzeptkunst doch eigentlich mit beginn der 80er längst vorbei sein sollte aber es waren halt zu viele ex-konzeptler profs in hamburg.

für die malerInnen in den grundklassen galt es jedenfalls, sich konzepte auszudenken. mir fiel nix ein, ich hatte auch garkeine lust lange zu denken. mit meiner gedankenlosen malerei kam ich jedenfalls nicht vom fleck, ausserdem kam mir das medium plötzlich auch zu besetzt vor. vor dem hintergrund von mehreren hundert jahren malerei von männern sah ich irgendwie keinen platz mehr für mich. also wandte ich mich, wie ja bekannt ist, der plastik zu.

aber zurück zu anton. der machte das anders. er liess sich seine „konzeptlose” malerei nicht austreiben. jutta koether öffnete ihm genau dafür den raum. in ihrer klasse konnte anton seine bildnerischen assoziationen frei laufen lassen ohne sich rechtfertigen zu müssen.

und es ist ja auch nicht so, als würde es kunst, die ohne beipackzettel funktioniert, ausserhalb der hochschulen nicht geben. im gegenteil. viele malerInnen lehnen es mit mit zunehmendem alter ab, über ihre arbeiten zu sprechen. oder tun es weiter und wären besser beraten, es zu lassen. 

malerei erklärt sich nicht durch sprache, weder in die eine noch in die andere richtung. in die eine richtung kommen illustrationen heraus, in die andere werden äpfel zu birnen. was gemalte bilder sind und was sie zeigen kann sprache nur umkreisen. wer seine malerei tatsächlich vollständig in sprache übersetzen kann der braucht aus meiner sicht eigentlich nicht malen.

während meines studiums hatte ich mal eine tote katze modelliert. neben ihr lag ein wollknäuel. letzteres war mit seinem faden an der 4 meter hohen raumdecke befestigt. wahrscheinlich war es also von dort heruntergefallen. so genau wusste ich das aber nicht. ich konnte die arbeit jedenfalls nicht erklären. warum die katze tot war. und ich kann das bis heute nicht beantworten.

30 jahre später macht anton nun ebenfalls dinge, die sich nicht erklären lassen. und das ist wahrscheinlich der grund, warum er sie malt.

in den ersten semestern an der hfbk wandte sich anton jedenfalls noch stärker der malerei zu. er kam von der zeichnung, die er nun mit pinsel und ölfarben auf leinwand ausführte.

es ging um den prozess. anders als bei mir kann man den durch seine offenen, eher gezeichneten pinselstriche genau nachvollziehen. da wird nicht getrickst und illusionen kommen da schonmal garnicht auf. der krempel wird hart erarbeitet und nichts wird vertuscht. jeder fehler bleibt einfach offen stehen, jede vermurkste nase, jeder verkackte hintergrund. alles wurde mit höchstem mass an direktheit so da hingeknallt und wenn eine linie nicht sitzt dann tut sie das halt nicht.

da bin ich schon neidisch, wie viel mutiger und gnadenloser er ist als ich.

antons bilder wirken auf mich fast alle unfertig, so als wäre ihm etwas dazwischen gekommen beim malen und dann hat er es anschliessend angeguckt und beschlossen: „kann so bleiben.” aber gerade durch dieses fehlende ende legt sich der fokus auf den prozess.

antons bildinhalte sind mir komplett rätselhaft. da ich aber seine kindheit ganz gut kenne kann ich zumindest sagen: mit der haben die nicht viel zu tun. auch wenn sie auf fremde betrachter vielleicht nostalgisch anmuten. wenn man aber mal kurz nachdenkt kann es eh nicht sein, denn anton ist 1995 geboren. so etwas wie die friedenstaube oder das atomkraft-nein-danke-zeichen stammen ja aus einer früheren generation.

die dinge die er zitiert scheinen ihm eher im vorbeigehen ins auge und kurz darauf wieder zurück, aus seinem kopf auf die leinwand gefallen zu sein. kurz rein und sofort wieder raus.

an einigen dingen bleibt er aber auch länger kleben. so wie zum beispiel an pilzen. in diesem fall weiss ich zufällig mal, wo die herkommen. die hat er nämlich von mir, der sack.

anton hat das glück, dass ich nicht erfolgreich bin weil er sich deswegen ohne dass es auffallen würde in meinem bildrepertoire bedienen kann.

es gibt aber noch eine zweite quelle in der familie: die pilzsammlung seiner oma. meine mutter hat einen leichten sammelzwang und sammelt unter anderem pilze aus holz. einen dieser exponate benutzt sie als türstopper. und dies ist auch der pilz auf den es anton abgesehen hatte. den hat er sich ausgeliehen und in der hochschule gemalt. er hat ihn mit in die gipswerkstatt genommen und multipliziert und die gipsversionen hat er dann bemalt. das original hat er danach meiner mutter zurück gebracht.

das besondere an dem original pilz ist, dass er gerade in seiner hölzernen fassung aussieht wie ein gedrungener penis. in antons grün- und dunkelbraunem abguss verschwindet diese assoziation komplett. und in antons bildern bekommt er sogar nochmal einen ganz anderen spin. dort sieht er plötzlich aus wie die weibliche brust. und das würde ich eigentlich als programmatisch in antons kunst betrachten: sie ist alles andere als besonders männlich. ich kenne kollegen, die in ihren arbeiten ihre im privatleben eher unauffällige sexualität plötzlich überraschend laut haben heraushängen lassen. mein sohn dagegen ist jemand, der aus penismaterial lieber nette kleine brüste formt. das macht mich schon stolz.

es gibt zwei künstler, die mir einfallen, die wichtig waren für antons entwicklung: michel majerus und philip guston. so wie majerus sieht anton keine hierarchie zwischen kunst und alltagsbild. biene maja ist so gut wie gerhard richter. majerus hat auf einer halfpipe im kölnischen kunstverein geschrieben: „fuck the intention of the artist” – und das könnte auch von anton stammen. nur etwas höflicher vielleicht.

so wie guston malt auch anton was ihm einfällt, nicht was theorie verlangt. er wählt seine motive nicht weil sie symbolisch sind sondern weil sie ihm zufällig begegnen und keine ansprüche stellen. zeichentrick und comics muss man nicht studieren, man konsumiert sie einfach.

wobei kunst die mit cartoons arbeitet das ja meistens mit ironischer distanz macht. bei anton habe ich das gefühl, dass er seine motive alle gleichermaßen ernst nimmt.

seine ironie ist jedenfalls deutlich subtiler als die man von früheren männlichen malergenerationen kennt. mit dem lauten gebaren eines kippenberger hat er zum glück nichts am hut. statt distanz ist da eher sowas wie freundliche höflichkeit. und auch verletzlichkeit. zwischendurch malt er eher mal ein paar murkisige blumenbilder.

der kippenberger der familie bin eher ich.

deswegen habe ich mir anfangs auch sorgen gemacht, dass er zu sensibel sein könnte für die hochschule. zum glück kenne ich anton aber auch als ultra sturen bock, zumindest was meine manipulationsversuche betrifft. denn ich perle ja nun leider, wie wir gesehen haben, in den wichtigen punkten komplett an ihm ab.

umso mehr meint er dagegen inzwischen mir reinquatschen zu können. als ich ihm kürzlich eine neue idee erzählte rief er: „was ist das denn schon wieder für ein scheiss?!” es ging um ideen für arbeiten für eine geplante ausstellung, wo auch er mitmachen sollte. „wenn du das machst, mach ich nicht mehr mit!” 

selbstverständlich mache ich es dann auch nicht.

und am wochenende fahr ich nach hamburg und schaue mir die aktuelle absolventenausstellung an der hfbk an wo anton seine bachelor arbeit zeigt.

schminkköpfe sehen müssen

tatsächlich war diese neue reihe anfangs bloss ein versuch. ich hatte im netz fotos zusammengesucht und wollte die erstmal bloss malen um zu sehen, ob „das irgendwas ist“. bischen aufwändig um sowas rauszufinden aber ich hab ja sonst nix zu tun.

ich fand einfach die fotos gut aber die übertragung in malerei mit den jeweiligen entscheidungen, wie man sowas nun genau malt, was man weglässt, was dazu erfindet, wie man die farben anlegt undsoweiter – ich musste das tatsächlich sehen.

dieses sehen müssen, weil man es sich nicht vorstellen kann, passiert mir scheinbar öfter in den letzten jahren. früher fand ich es eher affig, weil so ein klischeehaftes malerInnen ding. „muss man sehen“ – ist das nicht so ein kunstlehrerInnen-spruch?

aber es stimmt leider, zumindest wenn man stark intuitionsbasiert arbeitet muss man manchmal sachen erstmal sehen.

und ich sah: die ersten köpfe waren mist. aber das konnte es irgendwie noch nicht sein. dann kamen zwei, die „waren was“: nicole und anja. was genau das könnte ich jetzt natürlich auseinanderfriemeln aber dazu habe ich keine lust. 

ich erkenn quasi aus dem augenwinkel, dass sich in hier neue wege auftun. extra abmarschieren muss ich die aber nicht. zu wissen dass sie da sind und wo die grob hinführen reicht.

was mir auch auffällt sind verbindungen zu früheren arbeiten. mit köpfen zum beispiel hab ich es. 

und ich erinnere, dass die immer schon fragen aufwarfen, besonders in der zeit als ich noch plastisch gearbeitet hab. ich zerbrach mir zum beispiel den kopf (!) wo ich die räumlich eigentlich positionieren sollte. ja wohl kaum auf nem beschissenen sockel?! 

und wieso überhaupt nur köpfe, hals aber kein rumpf? warum wurden die abgeschnitten? und wieso offene augen? meine innerkünstlerische logik geriet jedenfalls an ihre grenzen. 

bei den schminkköpfen muss ich mich mit derartigen fragen zum glück nicht mehr rumärgern. denn die waren ja schon so, als ich sie fand.

weiße blätter

sieht ja aus wie bei mir zu hause!

da ist der schreibtisch auch so zugeknallt, dass ich irgendwann einfach noch einen tapeziertisch bestellt habe. 

der ist jetzt natürlich genauso voll.

im atelier gibt es nur diesen einen tisch und die staffelei. und wenn der tisch voll ist, arbeite ich an der staffelei. 

nee, im ernst, im atelier bin ich tatsächlich verblüffend ordentlich, denn im chaos kann ich nicht arbeiten. zumindest nicht in meinem eigenen. nach einem projekt oder spätestens vor dem nächsten räume ich auf. 

ein leerer tisch ist wie das weiße blatt. 

ich weiß, dass viele das weiße blatt irgendwie blockiert, so geht es mir selbst auch manchmal, aber im kopf ist das blatt ja nicht mehr weiss. zur not muss ich halt ein bischen kramen in der rübe, hier mal ne schublade aufziehen, da was aufklappen, irgendwo findet sich schon ein nicht mehr ganz so leerer zettel.

vielleicht ist die scheu vor dem weissen blatt auch einfach nur eine frage des übergangs. manche bevorzugen den halt weniger abrupt. oder es löst stress aus so wie beim suchen des haustürschlüssels wenn man los muss.

wie dem auch sei, ich liebe weisse blätter. nur leinwände nicht so doll.

ich lass das jetzt so

ich lass das jetzt so. die übrigen schminkkopfbilder sind ja alle öl auf holz bzw. mdf und auch eher kleinformatig (30 x 35 cm).

dieses hier ist jetzt aber mal auf etwas größerem papier – weil das holz alle war. und ich bin halt papierfan. keilrahmen kann ich wirklich nicht mehr ertragen. ich hab gerade erst alle leeren leinwände meinem sohn vererbt und haufenweise alte ladenhüter von ihren keilrahmen befreit.

in öl auf papier malt es sich erstaunlich gut – auch wenn man es angeblich ja grundieren soll. dazu bin ich aber zu faul. eine lage farbige acrylfarbe reicht völlig. das öl schlägt nichtmal ein, bin selber überrascht.

KREIDE

ich mag es ja, dingen, die ich immer doof fand, eine chance zu geben. also nicht nochmal eine chance sondern eine chance.

bislang assoziierte ich pastellkreide nämlich immer mit montmatre straßenmalerInnen, die damit die touristen portraitieren. und die touri-szene muss wohl irgendwie besonders doll auf den effekt von verwischten konturen stehen, so duftige fluffigkeit. so angorakaninchen- und perserkatzen-mässig.

ach! jetzt fällt mir ein: am montmatre haben doch überhaupt degas und lautrec gelebt! und womit haben die wohl gearbeitet?
ok, ich nehm alles zurück.

vor ein paar wochen hatte ich jedenfalls mal wieder eine halbfertige gouache zu fassen, die ich mit buntstiften verbessern wollte. das ist so ein doofer fimmel von mir: immer wenn ich eine gouache nicht so wirklich gelungen finde drängt es mich ausgerechnet zu buntstiften. mit denen hab ich einfach mehr kontrolle als mit gouache.
hier hatte ich über die problematik schonmal darüber geschrieben: mit gouache ist es immer ein bischen, wie blind zu malen, weil die farben trocken anders aussehen als nass. und mit buntstift kann ich „falsche“ farben noch in eine andere richtung treiben.

bloss, dass ich mit buntstift überzeichnete gouache eigentlich grundsätzlich doof finde.
und so fiel mir vor ein paar tagen etwas ein: was, wenn ich es mal mit pastellkreide probiere?

leiii-der hatte ich gerade keine da. denn die kiste mit den guten rembrandt pastellkreiden, die ich seit 1987 besitze, die schon etliche atelier- und wohnungsumzüge überstanden hatte und trotzdem unbenutzt in ner schublade lag, diese kiste hatte ich nun ausgerechnet gerade einer nachbarin geschenkt. 

die hatte mich nämlich gefragt, ob ich wohl ein paar farben für sie übrig hätte, die ich nicht mehr brauche. sie wolle sich ein bischen „kreativ“ ausleben. und ich so: „was für ein schöner anlass, die endlich loszuwerden!“ 

mir blieb also nichts anderes übrig, als neue zu kaufen. erstmal bloss ein paar zum testen und das ist dann, wie nicht anders zu erwarten war, eskaliert. hier kann man sich die ersten ergebnisse jetzt schon ansehen.

die „daily irgendwas“ methode

mein ganzes leben lang gab es immer mal wieder gründe, verschiedene gründe, warum ich keine kunst machen konnte. das waren kurze phasen, längere phasen, einmal war ich auch schon drauf und dran, die kunst komplett an den nagel zu hängen.

manche nennen das ja wohl „schaffenskrisen“, aber mir ist der begriff zu pathetisch. er kommt aus der gleichen ecke wo auch der glaube herkommt, dass man nur gute kunst machen kann wenn man leidet. 

bei mir verläuft so eine schaffenskrise jedenfalls deutlich unspektakulärer als es klingt. denn natürlich arbeite ich währenddessen weiter. auch wenn nichts dabei raus kommt geh ich weiter ins atelier. manchmal muss man auch mal mist produzieren, irgendwann kommt man schon wieder rein.
so hab ich es zumindest immer gehalten.

meine letzte große krise fing im ersten coronajahr an. wenn ich mir meine arbeiten von 2020 ansehe kann man das, wie ich finde, auch ganz gut erkennen.

damals hätte ich eigentlich garnicht zuhause bleiben müssen, weil ich auf meinem weg ins atelier eh niemandem begegne, aber irgendwie fühlte es sich trotzdem besser an, zuhause zu bleiben. 

das problem dabei war, dass ich es eigentlich immer abgelehnt habe, zu hause zu arbeiten. auf dem weg zum schreibtisch kommt man einfach an zuvielen baustellen vorbei, von denen manche scheinbar sogar eine größere dringlichkeit besitzen, als mit farben herum zu planschen.
im atelier dagegen bleibt einem garnichts anderes übrig, als kunst zu machen, weil es dort nichts anderes gibt. 

während corona begann ich diese überzeugung aber neu zu überdenken. so mit über 50 merke ich zum beispiel, dass mir meine deutsche arbeitsmoral langsam abhanden kommt. 20 jahre psychotherapie haben vielleicht doch was gebracht, sodass ich meinen inneren feldwebel auch mal ignorieren kann. 

so blieb ich also erstmal zuhause und versuchte trotz des hohen ablenkungspotentials etwas hinzukriegen.

als ich im zweiten coronajahr dann das erste mal wieder ins atelier fuhr hatte sich dort einiges getan. ein nachbar hatte sich zwei riesige kangals angeschafft, die das gesamte erdgeschoss bewohnten. also auch das treppenhaus, den hinterhof, überall wo ich durch musste um in meine räume zu gelangen. die hunde waren nie angeleint und alles andere als erzogen. wenn man die haustür aufschloss kamen einem diese zwei zentnerschweren tiere sofort entgegen und taten ihre skepsis kund, was mann denn hier zu suchen hatte.
während ich dann versuchte, mein fahrrad anzuschliessen besprang mich einer dieser 70 kilo kolosse von hinten, die pfoten auf meinen schultern, auf zwei beinen stehend war er größer als ich. die beiden folgten mir dann noch bis zur ateliertür im 4. stock.
meinen eigenen kleinen hund konnte ich unter diesen bedingungen jedenfalls nicht mehr mitbringen, und ohne ihn wollte ich auch nicht gehen. 

irgendwann war das kangal-problem gelöst, der nachbar zog aus. da musste ich mir dann andere gründe einfallen lassen, weshalb ich nicht ins atelier konnte. 

ein paarmal fuhr ich noch hin, zog meine jacke aus, kochte tee, machte nen podcast an, fing an aufzuräumen und wenn es nach einer stunde nichts mehr aufzuräumen gab rief ich felix, meinen mann, an, der im homeoffice war: „ich komm jetzt wieder nach hause.“

bald gab ich es ganz auf und richtete mir zuhause einen arbeitsplatz ein, zwischen zwei möbeln, dem einzigen ort, wo noch platz für die staffelei war und fing ernstmal an, malgründe zu grundieren. dabei dehnte sich der arbeitsplatz schnell über das ganze zimmer aus. ich fühlte mich plötzlich wie mit 19, als ich auch noch auf dem fussboden malte.

weil die staffelei für bestimmte formate zu klein ist fing ich an auch an der wand zu arbeiten. außerdem sind in der wohnung farbflecken auf sofas und teppichen ab sofort erlaubt.

das reichte aber noch nicht. malgründe grundieren schön und gut aber man muss dann auch drauf malen! irgendwas musste ich immer noch machen, um reinzukommen. also verkündigte ich im internet, dass ich ab sofort jeden tag ein bild posten würde. meine „daily irgendwas“ phase. quasi eine selbst ausgedachte deadline und das internet als ausgedachten auftraggeber.

das hat es tatsächlich gebracht. nach einer woche dailies war ich tatsächlich wieder drin und brauchte auch keine dailys mehr machen. umgeben von bergen von dreckwäsche, unbezahlten rechnungen und einem hund, der mich zu hypnotisieren versucht, damit wir raus gehen, sitze ich jetzt täglich in meiner malecke und produziere. 

hier kommen jetzt ein paar dieser dailies und ein paar mehrtages-dailies, die ich jetzt auch bei mir im archiv hochgeladen hab:

mein letztes pleinair

als kind hatte ich meine eltern so lange bearbeitet bis das klavier halt angeschafft wurde. als es dann da stand ermahnte mich meine mutter jeden tag, dass ich nun aber auch spielen müsse. ich bekam unterricht, hatte jedoch keine lust zu üben. stattdessen spielte ich einfach immer nur den flohwalzer damit meine mutter dachte, ich übe. 

bis heute hat sich dieses vorgehen bewährt. nichts geht über eine exzellente ausrüstung. und sobald die vorliegt verliere ich das interesse. erst vor ein paar wochen bestellte ich mir so eine ultrateure „pochade box“ in den USA. anschliessend fuhr ich mit dem auto herum um gute pleinair-spots auszukundschaften und besorgte für unseren hund extra einen sonnenschirm. sobald alles angeschafft, abgecheckt und geklärt war stand ich in den feldern lübars unter der glühenden mittagssonne und pinselte komplett motivationslos irgendwas hin. irgendwas fehlte immer noch, irgendwas war falsch. nach 15 minuten brach ich ab und packte alles wieder ein.

so wie vor einem jahr, genau zu dieser zeit, als ich zum pleinair malen extra nach polen gefahren bin, in ein pommersches dorf namens klopotowo

die ersten zwei tage verdaddelte ich mit „vorbereitungen“.

einen ganzen tag lang lief ich herum auf der suche nach einem “guten malspot”. ich konnte mich einfach nicht entscheiden. die gegend war ja wirklich sehr pittoresk aber pittoreskes kann man ja nicht ernsthaft malen! ich war am verzweifeln. „ich fahr doch nicht nach polen und mal rhododendronbüsche.“ 

das licht im hochsommer lässt ja auch alles total flach und scheisse aussehen. gutes licht gibt es dann immer erst nach 18 uhr und da musste ich zum essen.

das buchenwäldchen hinterm haus entdeckte ich spät. uralte buchen entlang eines kleinen moores, vollkommen märchenhaft und verwunschen. märchen sind auf jeden fall mein ding. hier würde ich mich niederlassen. und wieso nicht einfach gleich die ganze woche? genug bäume zum malen gab es hier ja.

ab sofort schulterte ich jeden tag nach dem frühstück meinen rucksack und zuckelte los. wie so eine angestellte nahm ich um 9 den pinsel in die hand und legte ihn um 5 wieder ab. 
dann war ich aber auch wirklich extrem erschöpft. komisch, in ligurien hatte ich doch so eine power, hier im schatten der pommerschen buchen fehlte mir wahrscheinlich einfach vitamin d. jeden tag fiel es mir schwerer, bis 5 uhr durchzuziehen. da ich aber auch nichts besseres zutun hatte biss ich die zähne zusammen.

einer in der malgruppe, die die reise organisiert hatte, ein pensionierter lehrer aus königswusterhausen, fand zwar, dass die landschaften meine BESTEN arbeiten seien, deutete aber auch an, dass er mit meinen übrigen arbeiten eh nichts anfangen konnte. 

mir dagegen wurde immer klarer: mein verhältnis zum pleinair hatte sich irgendwie eingetrübt.
ich hatte mich eh immer schon gefragt, wie ich so komische oldschool landschaftsmalerei mit dem rest meines „werkes“ vergesellschaften sollte. mein früheres ich hätte sich sicher die haare gerauft.

ich sah das draussen malen zwar immer auch eine art performance, aber offiziell konnte es dazu ja nur werden wenn ich es live aufgeführt hätte und soweit ging das nun auch nicht. ich wollte mich ja nicht lustig machen.

eine performance war es insofern, weil es eben auch um den prozess ging. das ergebnis war mir mindestens zweitrangig.
in polen drehte sich das aber zum ersten mal um. die ergebnisse waren mir plötzlich schleierhaft und der prozess fing an, zu nerven. 

gestern hab ich die klopotowo bilder nun wieder hervor geholt um sie endlich zu dokumentieren. und bin immer noch extrem zwiegespalten wie ich sie finde. “interessant” vielleicht.

charlotte*

die letzten jahre hatte ich immer mal gegoogelt, ob ihr werk nicht mal irgendwo wieder gezeigt wird. ab und zu leiht das jüdische museum in amsterdam ja blätter daraus aus. 

beim letzten mal googeln dann ein treffer! münchen! lenbachhaus!

viele künstlerInnen machen sowas ja oft, wegen bestimmter ausstellungen extra irgendwo hin zu reisen. bei mir beschränkte sich das bisher nur auf die documenta und die biennale in venedig. ist ja auch immer eine geldfrage und ich reise eh nicht so gern.

deswegen hatte ich diesen trip dann auch so richtig schön effektiv zusammengekloppt: hinreise donnerstag abend nach der arbeit mit der bahn, übernachtung in bahnhofsnähe, morgens pünktlich um 10 beim museum, wieder zum bahnhof und zurück nach hause. 

in den wochen vor meiner reise machte ich dann in meinem internet noch eine weitere entdeckung: meine alte blog-freundin anke gröner, inzwischen promovierte kunsthistorikerin, arbeitet zur zeit im lenbachhaus! nicht nur dass ich im reallife nichts mehr mitbekomme, online also offenbar auch nicht mehr. 

um es kurz zu machen: die ausstellung ist grandios! DEUTLICH umfangreicher als ich erwartet hatte.
wie oft geht man in ausstellungen wo irgendwelche großen namen auf den plakaten locken und dann hängt da EIN bild. hier hingen 200.

anke gab mir quasi eine einzelführung und war, nachdem sie sich die ausstellung zum sechsten mal ansah, dafür also auch angemessen vorbereitet.

zwei stunden dauerte unser rundgang. wandtexte und eine slideshow, die zeigt, wie die gouachen eigentlich von handgeschriebenen texten auf transparentpapier bedeckt sind, hab ich nur überflogen. wandtexte lese ich in museen eh ungern. meistens fehlt mir dafür die konzentrationsfähigkeit angesichts des erwarteten.

ich musste einfach zu dringend die bilder sehen und das konnte man hier auch wirklich sehr gut. die ausstellung ist in einem unterirdischen zwischengeschoss der u-bahn untergebracht, einer 100 meter langen halle, perfekt passend zur narrativen struktur des werkes. das licht ist ok (also nicht so dunkel wie man es bei papierarbeiten ja oft erlebt) und es nervte auch keine alarmanlage, wenn sich die altersweitsichtigen augen den glaskästen nähern.

und ich möchte hiermit wirklich nochmal allen an malerei interessierten menschen ans herz legen, sich diese bilder im original anzusehen! natürlich ist die webseite des jüdischen museums schon herausragend gut, weil dort wirklich alle 769 gouachen mitsamt transparenter textseiten hochauflösend zu sehen sind. aber ich hab in münchen trotzdem immer noch vieles entdeckt was mir vorher nicht klar war. die farben sind im original auch viel heller und leichter, so viele nouancen gehen einfach unter auf den fotos. auch kann man auf den fotos überhaupt nicht erkennen, wie sie genau gearbeitet hat. im original kann man das aber ganz gut.

ich hatte zum beispiel bisher überhaupt nicht gesehen, dass charlotte* am anfang der chronologie teilweise mit irisierenden pigmenten gearbeitet hat: mit gold und silber, und auch mit mehr als einem blau.

und wenn ihr, wie ich es euch rate, extra wegen dieser fantasischen ausstellung nach münchen reist könnt ihr euch anschliessend ja auch noch die große nicole eisenmann ausstellung im museum brandhorst reinziehen. hab ich zumindest gemacht. ich schreib hierzu gegebenenfalls noch einen extra text, war aber nur so mittel overwhelmed.

nur soviel: hier war die alarmanlage angeschlossen. und als die nach gefühlt mehreren minuten endlich aufhörte zu jaulen hat die aufsicht allen ernstes irgendwo angerufen um durchzugeben, dass es kein anschlag war.

montag bekomme ich übrigens meine neue brille.

* über die namensnennung erzählte mir anke noch, dass das kuratorInnenteam des lenbachhauses sich ausdrücklich dafür entschieden hatte, charlotte im ausstellungstitel nicht auf ihren vornamen zu reduzieren, so wie es viele buchtitel und in andere ausstellungen praktizieren. das lenbachhaus will diesen verkindlichenden ansatz aber vermeiden und dem entgegen wirken. mit der entscheidung für den vollen namen will man im gegenteil auch noch einmal verdeutlichen, dass es sich hier um eine wirklich große und bedeutende künstlerin handelt. 

da stellt sich dann natürlich auch die frage, ob genau dieses prinzip der verkleinerung von künstlerinnen eigentlich ein thing ist. ich hab mal grob gegoogelt und tatsächlich: pablo picasso wird sogut wie nie ausschliesslich “pablo” genannt, wohingegen frida kahlo oft ausschliesslich “frida”. 

insofern möchte ich mich eigentlich gern dem lenbachhaus anschliessen und charlotte ihren nachnamen lassen. nur liebe ich sie halt so sehr und fühle mich ihr so verbunden, dass ich hier heimlich eine ausnahme machen will.

im abstrakten wald

mein verhältnis zur abstraktion ist eigentlich ganz entspannt. been there, done that, sagt man ja. 

das ist zwar schon ein bisher her aber bevor ich etwa 1995 (das ist auch das jahr der geburt meines sohnes, deswegen weiss ich das so genau) figürlich wurde hab ich abstrakt gemalt (gibt leider keine abbildungen). quasi in meiner sturm und drang zeit, mit anfang 20. damals war alles, was ich tat, immer das gegenteil von dem, was erwartet wurde, oder was ich meinte, was wohl erwartet wurde. 

die abstraktion wurde mir aber dann schnell langweilig. ebenso die malerei. 

heute mit anfang 50 ist meine pubertät zum glück langsam vorbei und den schritt, wieder zurück zur malerei, fand auch wieder niemand geil, ausser ich. 

vielleicht ist jetzt also der weg frei, zurück zur abstraktion, wer weiss. 

im wasser vor mich hin kontemplieren

ich mal oft leute im wasser und oft liegen die. mit liegenden hab ichs eh, das hat in meiner knetmasse phase begonnen. damals modellierte ich lieber liegende um das problem der statik zu umgehen. liegende brauchen ja keine armatur.

liegen ist auf den ersten blick einfach etwas kontemplativer als stehen. im stehen zu schlafen ist ja noch nicht so üblich, vielleicht kommt das noch. 

ich mochte jedenfalls immer genau diese reglosigkeit der kontemplation, des schlafes oder auch des todes. 

wieso nun leute bei mir in letzter zeit auch häufiger im wasser liegen kann ich ehrlich gesagt selber nur raten. aus symbolistischer sicht ist es ja eigentlich logisch, wobei ich dann doch eher an gewürzgurken denke als an die gebärmutter.

sowieso hab ich eine allergie gegen allzu viel herumdeuterei. wasser ist wasser, bestensfalls mit schaum.

keine pointe.