{"id":3545,"date":"2014-05-18T19:45:50","date_gmt":"2014-05-18T17:45:50","guid":{"rendered":"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/?p=3545"},"modified":"2017-02-16T10:55:05","modified_gmt":"2017-02-16T08:55:05","slug":"ich-bin-ja-keine-kamera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/2014\/05\/18\/ich-bin-ja-keine-kamera\/","title":{"rendered":"ich bin ja keine kamera"},"content":{"rendered":"<p>seit \u201e<a href=\"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/?s=inside+the+painters+studio\" target=\"_blank\">inside the painter\u201cs studio<\/a>\u201c tr\u00e4ume ich davon, ne interviewreihe mit befreundeten berliner malerinnen zu machen. nach meinem grossen <a href=\"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/kategorie\/lexikon\/\" target=\"_blank\">lexikon projekt<\/a>, das schon bei A wieder einschlief, tue mich aber etwas schwer, irgendwelche neuen \u201eserien\u201c anzuk\u00fcndigen, ich bin offenbar doch eher so der einzelst\u00fcck-t\u00fcp.<br \/>\ndeswegen fang ich jetzt einfach mal an. kann sein dass dies das einzige interviw bleibt, kann sein, dass noch welche kommen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.henriekeribbe.com\" target=\"_blank\">henrieke ribbe<\/a> ist malerin. sie ist 35, in h\u00e4melerwald bei hannover aufgewachsen und hat wie ich in hamburg studiert. seit 2006 lebt sie in berlin, zusammen mit ihrem mann <a href=\"http:\/\/www.jakelovesyou.com\" target=\"_blank\">jake basker<\/a> und ihrer tochter.<br \/>\nich besuche sie in ihrem atelier, wie meins ist auch ihres eine wohnung mit t\u00fcpischer berliner altbau-schlauchform.<br \/>\nan der einrichtung erkennt man schonmal was henrieke definitiv nicht ist: eine poserin. alles ist eher provisorisch und praktisch-funktional. der malraum wird zur h\u00e4lfte okkupiert von einem ausrangierten bettgestell, einem sitzball und einem riesenhaften pappkarton, offenbar ne h\u00f6hle von henriekes tochter. malen tut sie in der hinteren linken ecke an ner einfachen boesner staffelei.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3548 size-full\" src=\"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1883_web.jpg\" alt=\"atelieransichten mit der &quot;katerfamilie&quot; von henrieke ribbe, 2014\" width=\"900\" height=\"1200\" srcset=\"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1883_web.jpg 900w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1883_web-413x551.jpg 413w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1883_web-117x156.jpg 117w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1883_web-400x533.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3549 size-full\" src=\"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1886_web.jpg\" alt=\"atelieransicht mit der &quot;katerfamilie&quot; von henrieke ribbe, 2014\" width=\"900\" height=\"675\" 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klo hinein gepflastert mit bildern aus dem aktuellen projekt \u201ekaterfamilie\u201c: eine 100-teilige serie in \u00f6l auf leinwand, je 60 x 50 cm, enstanden seit februar letzten jahres und noch nicht abgeschlossen. es handelt sich dabei um portraits aller mitarbeiter des berliner szene-clubs \u201e<a href=\"http:\/\/www.katerholzig.de\" target=\"_blank\">kater holzig<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>henrieke bittet mich platz zu nehmen, damit sie mich malen kann und das interview beginnt.<\/p>\n<p><strong>aber ich arbeite doch garnicht im kater holzig!?<br \/>\n<\/strong><br \/>\ndas macht garnichts! ich arbeite parallel auch an der serie &#8220;alle die nicht im kater holzig arbeiten&#8221;.<\/p>\n<p>[ich nehme platz und henrieke f\u00e4ngt sofort an zu malen, ohne kittel, ohne handschuhe, einfach los.]<\/p>\n<p><strong>ok, wann hast du dich das erste mal als professionelle k\u00fcnstlerin gesehen? arbeitest du vollzeit? *<br \/>\n<\/strong><br \/>\nich habe jeden tag zweifel, ob ich \u00fcberhaupt k\u00fcnstlerin bin. und ich zweifle auch immer noch, ob es die richtige entscheidung war. wenn ich die nicht h\u00e4tte k\u00f6nnte ich viel produktiver sein aber das hinterfragen ist ja wohl auch teil der arbeit. ich kenne k\u00fcnstler, bei denen ich immer denke \u201ewow, wie machen die das?\u201c die sind so professionell, immer gut gelaunt, ziehen ihr ding durch. vielleicht haben die aber auch einfach gute stategien, die zweifel zu verstecken.<br \/>\nich wollte schon immer malerin werden. schon als kind. ich hatte gl\u00fcck dass meine eltern mich da haben machen lassen, mein vater hat gesagt \u201edu kannst studieren was dir spass macht\u201c und das hab ich dann gemacht.<\/p>\n<p>dass ich vollzeit arbeite m\u00f6chte ich nicht behaupten, ich w\u00fcrde es eher als teilzeit bezeichnen. ich bin ja auch mutter. in der regel arbeite ich so von 10 bis 16 uhr, in der zeit in der meine tochter in der kita ist. am wochenende arbeite ich selten.<\/p>\n<p><strong>kannst du von deiner arbeit leben?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nfr\u00fcher mal. gleich nach dem studium. w\u00e4hrend des studiums hatte ich schon erste einzelausstellungen bei einer berliner galerie, die auch ganz gut verkauft hat. die hat dann zugemacht aber ich bin schon vorher weggegangen, es gab da so leichte differenzen [lacht].<\/p>\n<p><strong>wie lange hast du dein atelier?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nseit ende 2012. vorher war ich an der prenzlauer promenade und seit knapp 2 jahren hab ich jetzt diese 1-zimmer wohnung im erdgeschoss, unsere wohnung ist hier auch im haus, ganz oben.<\/p>\n<p><strong>bevor du eingezogen bist, hast du dir nen plan gemacht wo was sein soll?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nnein, das h\u00e4tte ich mal machen sollen. ich hab nur neu gestrichen und einmal durchgewischt\u2026 das war seitdem aber auch das letzte mal, dass ich gewischt hab.<\/p>\n<p><strong>r\u00e4umst du dein atelier regelm\u00e4ssig auf und machst sauber?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nich finde es schon wichtig, es sch\u00f6n im atelier zu haben, dass man sich auch wohlf\u00fchlt. mich nervt der dreck irgendwann. hin und wieder r\u00e4um ich auch mal auf, zumindest wenn besuch kommt [schaut sich verlegen um, lacht].<br \/>\nbisher hab ich hier haupts\u00e4chlich dieses eine grosse projekt gemacht und deswegen ist es momentan auch nicht nur ein atelier, wo gearbeitet wird, sondern auch ein sozialer ort. es kommen ja jeden tag leute, trinken mit mir tee und werden gemalt. daf\u00fcr muss es eben auch ein bischen gem\u00fctlich sein.<\/p>\n<p><strong>arbeitest du ausschliesslich an der staffelei?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nhaupts\u00e4chlich ja. aber f\u00fcr eine neue arbeit, eine malerei-installation mit den \u201e<a href=\"http:\/\/www.3hamburgerfrauen.de\" target=\"_blank\">3 hamburger frauen<\/a>\u201c [die zur zeit <a href=\"http:\/\/www.kunstfruehling.de\/de\/start\/\" target=\"_blank\">beim bremer kunstfr\u00fchling gezeigt wird<\/a>] hab ich gr\u00f6ssere formate auch mal an der wand gemalt, also die leinw\u00e4nde an die wand getackert.<br \/>\ndie staffelei hat wohl auch immer noch was mit meiner fr\u00fchkindlichen vorstellung einer malerin zutun.<\/p>\n<p><strong>hat dieses atelier als ort deine arbeit in irgendeiner weise beeinflusst?<br \/>\n<\/strong><br \/>\ndadurch, dass wir im selben haus wohnen kann ich hier am tag bis zu 3 leute malen. zwischendurch geh ich dann auch mal hoch, pause machen, was essen, und sogesehen war dies nat\u00fcrlich auch eine voraussetzung, die katerfamilie auf diese weise machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>wie verl\u00e4uft ein typischer alltag-tag bei dir?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nich steh jeden morgen um 8 uhr auf, koch kaffee, mach pancakes und bring unsere tochter zur kita. ich bin eher ein morgenmensch.<br \/>\ndann <em>w\u00fcnschte<\/em> ich mir, dass ich ins atelier kommen <em>w\u00fcrde<\/em>. meistens geh ich dann aber nochmal in die wohnung, dusch, check mails, mach facebook, r\u00e4um die k\u00fcche auf und verdaddel die zeit\u2026 leider neige ich auf jeden fall auch zur prokrastination und bin eher der typ, der ne deadline braucht, um gut arbeiten zu k\u00f6nnen. deswegen ist es gut, wenn ich, wie bei diesem projekt, feste termine habe, weil ich dadurch mehr struktur in den arbeitsrythmus bekomme.<br \/>\nder erste termin ist dann meistens um 11, der n\u00e4chste um 13 und der dritte um 17 uhr. so bin ich auf jeden fall um 10 im atelier und es ist egal wie die bude oben aussieht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3559 size-full\" src=\"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1911_web.jpg\" alt=\"henrieke ribbe malt mich in ihrem atelier, 2014\" width=\"900\" height=\"1200\" srcset=\"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1911_web.jpg 900w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1911_web-413x551.jpg 413w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1911_web-117x156.jpg 117w, 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hilfe entwickelt. das ganze ist also auch so ne art familienzusammenf\u00fchrung, damit wir alle wieder mehr zeit miteinander verbringen konnten und unsere zwei welten sind wieder mehr miteinander verschmolzen.<br \/>\nes geht also nicht nur um die &#8220;katerfamilie&#8221;, sondern auch ein bischen um meine eigene.<\/p>\n<p>mit der zeit hab ich durch das projekt dann auch die ganzen leute kennengelernt, mit denen jake so zutun hat. ich kenn seine szene jetzt fast besser als er weil ich mich mit den leuten ja intensiver auseinandersetze und rede. im club vorm lautsprecher kannste dich ja nicht wirklich unterhalten. ich kenn deren familien, ich weiss wo sie herkommen, was die studiert haben, warum die nach berlin gekommen sind und sowas alles. beim malen hab ich die leute immer auch n bischen ausgefragt, weil mich das nat\u00fcrlich interessiert, wer das ist, den ich da mal.<\/p>\n<p>familie und freunde stehen bei mir immer im vordergrund, auch in den arbeiten, das spielt ja auch bei den <a href=\"http:\/\/www.3hamburgerfrauen.de\" target=\"_blank\">3 hamburger frauen<\/a> eine rolle.<br \/>\nmir wird schnell auch mal etwas einsam, den ganzen tag allein im atelier, da passte es gut, dass ich durch das projekt pl\u00f6tzlich so viele besucher hatte. dieses format, also die bedingungen, unter denen diese arbeit entstanden ist, seine soziale komponente und die zeitliche struktur passen einfach gut zu mir.<\/p>\n<p><strong>war es denn von anfang an klar, dass du 100 kater-portraits malen w\u00fcrdest oder wie hat sich das entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>die erste idee war, nur die \u201erunner\u201c zu portraitieren. das sind die, die den club so am laufen halten, die man sonst nicht so sieht, die im backstage arbeiten, flaschen einsammeln, das geld abholen, neue flaschen bringen, die k\u00fchlschr\u00e4nke nachf\u00fcllen, lauter so sachen. so ein sozialer blick auf clubkultur.<br \/>\nsp\u00e4ter hat sich das dann ausgeweitet und ich beschloss, alle 100 mitarbeiter zu portraitieren. 94 hab ich jetzt fertig und 6 fehlen noch.<\/p>\n<p>jake wurde dann sozusagen mein booker. er hat die leute angerufen und termine gemacht und das war ganz sch\u00f6n aufwendig. ich hatte ja bis zu 3 termine am tag, jede malsession ging 2 stunden. oft musste man den leuten hinterher telefonieren oder die kamen einfach nicht. dann hat man vielleicht irgendwo angerufen \u201each ich bin grad aufgestanden, nagut dann komm ich jetzt mal\u2026\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3562 size-full\" src=\"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1887_web.jpg\" alt=\"henrieke ribbe in ihrem atelier, 2014\" width=\"900\" height=\"1200\" srcset=\"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1887_web.jpg 900w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1887_web-413x551.jpg 413w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1887_web-117x156.jpg 117w, 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komplett \u00fcbernimmt. ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass die arbeit <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/berlin\/holzmarkt-in-friedrichshain-kater-holzig-macher-planen-haus-fuer-kreative,10809148,26949552.html\" target=\"_blank\">an den neuen ort, dem holzmarkt, wo der kater hinzieht,<\/a> mitgenommen wird und dort als permanente installation ausgestellt wird. in memoriam an den alten kater.<\/p>\n<p><strong>wie ist das denn mit den portraitierten leuten: erwarten die eigentlich dass das bild ihnen dann am ende \u00e4hnlich sieht?<\/strong><\/p>\n<p>ja, schon.<\/p>\n<p><strong>und du? versuchst du die erwartung dann zu erf\u00fcllen bzw. ist dir das wichtig?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nja schon, ich geb mir auf jeden fall m\u00fche.<\/p>\n<p><strong>und klappt das dann auch immer?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nnee [lacht]<br \/>\nmanchmal passiert es mir zum beispiel, dass sich das malen pl\u00f6tzlich verselbst\u00e4ndigt: dann erinnert mich das portrait vielleicht an ein bild von egon schiele und dann wird mir die erinnerung an ein anderes bild pl\u00f6tzlich wichtiger als mein modell. dann wird das bild als eigenst\u00e4ndige arbeit wichtiger als etwa die \u00e4hnlichkeit.<br \/>\nam schwierigsten sind immer die leute total toll aussehen, also so bildsch\u00f6ne gesichter, alles symmetrisch und so. die bekommt man selten hin. das ist dann milimeterarbeit.<\/p>\n<p><strong>und wenn das bild dem portraitierten dann am ende nicht so \u00e4hnlich sieht, wie reagieren die leute dann?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nnaja, die sind dann schon entt\u00e4uscht. es gibt eh nur sehr wenige, die am ende total begeistert reagieren. das liegt aber vielleicht auch nicht so sehr an mir bzw. dem bild. manche sind vielleicht auch eh nicht so die leidenschaftlichen spiegelkucker.<\/p>\n<p><strong>und was sagst du denen dann, wenn die dann sagen \u201edas bin ja garnicht ich!\u201c?<br \/>\n<\/strong><br \/>\ndann sag ich, dass es stimmt, aber ich bin ja keine kamera. ich sage, dass es malerei ist und eben auch mein eigenes unverm\u00f6gen. dass es leider nicht besser hinzukrigen war. [lacht]<\/p>\n<p><strong>ok, dann nochmal zu was anderem. mich w\u00fcrde interessieren: du bist ja seit 5 jahren mutter. hat das und wenn ja wie hat das deine karriere beeinflusst?<\/strong><\/p>\n<p>naja das fing nat\u00fcrlich schon mit der schwangerschaft an. da hab ich schon angefangen, mich etwas mehr zur\u00fcck zu ziehen. man wird schon auch angekuckt, wenn man pl\u00f6tzlich mit so ner dicken kolle auf ne ausstellung kommt und dann noch nichtmal mehr was trinkt! [lacht]<br \/>\ndamit f\u00e4ngt es ja an.<br \/>\ndann kommt das kind und man ist erstmal total absorbiert und mit v\u00f6llig anderen dingen besch\u00e4ftigt als kunst.<\/p>\n<p>dann stellen sich rollenfragen: die eigene rolle muss ja komplett neu definiert werden. die rolle als k\u00fcnstlerin ist erstmal weg, man ist pl\u00f6tzlich erstmal nur noch mutter und hausfrau und es f\u00fchlt sich so an, als ob das bisherige leben abrupt aufgeh\u00f6rt h\u00e4tte. als on man pl\u00f6tzlich jemand vollkommen anderes ist. damit muss man nat\u00fcrlich erstmal klarkommen bzw. sich einen weg wieder dahin zur\u00fcck bahnen, wo man wieder der ist, der man sein will. in meinem fall k\u00fcnstlerin.<\/p>\n<p>und nat\u00fcrlich h\u00f6rt man dann auch \u00fcberall \u201each du bist jetzt mutter? dann ist das mit der kunst ja jetzt vorbei\u201c was ja nicht gerade hilfreich ist.<br \/>\nandererseits ist da aber ja auch was dran, ich mein: meine priorit\u00e4ten haben sich durch die geburt meiner tocher nat\u00fcrlich auch ver\u00e4ndert. die kunst ist mir schon n bischen egaler geworden. das heisst aber nicht, dass ich sie aufgegeben hab oder dass ich nicht mehr ehrgeizig bin.<\/p>\n<p>man hat schon das gef\u00fchl, dass man in den augen der szene irgendwie verkackt hat.<br \/>\ndamals hatte ich das gef\u00fchl, ich h\u00e4tte mich durch das mutterwerden selber raus katapultiert. nicht, weil ich das wollte, sondern weil es so gesehen wurde.<\/p>\n<p>durch das <a href=\"http:\/\/www.goldrausch-kuenstlerinnen.de\" target=\"_blank\">goldrausch-stipendium<\/a>, was ich letztes jahr hatte, hat sich das dann zum ersten mal wieder n bischen relativiert. goldrausch ist ja ein frauennetzwerk und die geben dir nat\u00fcrlich nicht das gef\u00fchl, \u201eraus\u201c zu sein. die beiden frauen, die das leiten, haben auch beide kinder.<br \/>\ninsgesamt hab ich jedenfalls schon den eindruck, das muttersein und der kunstbetrieb etwas ziemlich gegens\u00e4tzliches sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3547 size-full\" src=\"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1891_web.jpg\" alt=\"henrieke ribbe in ihrem atelier, 2014\" width=\"900\" height=\"1200\" srcset=\"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1891_web.jpg 900w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1891_web-413x551.jpg 413w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1891_web-117x156.jpg 117w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_1891_web-400x533.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/p>\n<p><strong>danke f\u00fcr das gespr\u00e4ch!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>* die ersten fragen stammen alle aus dem buch \u201einside a painter\u2019s studio\u201c. sp\u00e4ter habe ich sie dann variiert weil sie mich pl\u00f6tzlich nicht mehr so interessierten.<\/p>\n<p>&#8212;-<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.henriekeribbe.com\" target=\"_blank\">henriekes webseite<br \/>\n<\/a><a href=\"http:\/\/www.3hamburgerfrauen.de\" target=\"_blank\">webseite der 3 hamburger frauen<\/a>, ein gemeinsames projekt von henrieke ribbe, erg\u00fcl cengiz und kathrin wolf<\/p>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>seit \u201einside the painter\u201cs studio\u201c tr\u00e4ume ich davon, ne interviewreihe mit befreundeten berliner malerinnen zu machen. nach meinem grossen lexikon projekt, das schon bei A wieder einschlief, tue mich aber etwas schwer, irgendwelche neuen \u201eserien\u201c anzuk\u00fcndigen, ich bin offenbar doch eher so der einzelst\u00fcck-t\u00fcp. deswegen fang ich jetzt einfach mal an. kann sein dass dies&hellip; <\/p>\n<p><a href='https:\/\/katiakelm.de\/blog\/2014\/05\/18\/ich-bin-ja-keine-kamera\/' title='Permanenter Link zu \u201eich bin ja keine kamera\u201c' class='more-link'>Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"mf2_syndication":[],"webmentions_disabled_pings":false,"webmentions_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[760],"tags":[888,766,761,762,206,765,764,763,659],"class_list":["post-3545","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews","tag-berlin","tag-goldrausch","tag-henrieke-ribbe","tag-homestory","tag-inside-the-painters-studio","tag-jake-basker","tag-kater-holzig","tag-kunstlerin","tag-malerei"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3545","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3545"}],"version-history":[{"count":48,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3545\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4767,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3545\/revisions\/4767"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3545"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3545"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}