{"id":6017,"date":"2023-06-03T19:20:38","date_gmt":"2023-06-03T17:20:38","guid":{"rendered":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/?p=6017"},"modified":"2023-06-20T17:25:21","modified_gmt":"2023-06-20T15:25:21","slug":"charlotte-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/2023\/06\/03\/charlotte-2\/","title":{"rendered":"charlotte*"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">die letzten jahre hatte ich immer mal gegoogelt, ob ihr werk nicht mal irgendwo wieder gezeigt wird. ab und zu leiht das <a href=\"https:\/\/jck.nl\/en\">j\u00fcdische museum in amsterdam<\/a> ja bl\u00e4tter daraus aus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">beim letzten mal googeln dann ein <a href=\"https:\/\/www.lenbachhaus.de\/entdecken\/ausstellungen\/detail\/charlotte-salomon\">treffer! m\u00fcnchen! lenbachhaus! <\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">viele k\u00fcnstlerInnen machen sowas ja oft, wegen bestimmter ausstellungen extra irgendwo hin zu reisen. bei mir beschr\u00e4nkte sich das bisher nur auf die documenta und die biennale in venedig. ist ja auch immer eine geldfrage und ich reise eh nicht so gern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">deswegen hatte ich diesen trip dann auch so richtig sch\u00f6n effektiv zusammengekloppt: hinreise donnerstag abend nach der arbeit mit der bahn, \u00fcbernachtung in bahnhofsn\u00e4he, morgens p\u00fcnktlich um 10 beim museum, wieder zum bahnhof und zur\u00fcck nach hause.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">in den wochen vor meiner reise machte ich dann in meinem internet noch eine weitere entdeckung: meine alte blog-freundin <a href=\"https:\/\/ankegroener.de\/blog\/\">anke gr\u00f6ner<\/a>, inzwischen promovierte kunsthistorikerin, arbeitet zur zeit im lenbachhaus! nicht nur dass ich im reallife nichts mehr mitbekomme, online also offenbar auch nicht mehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"1334\" src=\"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5597-2.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6023\" srcset=\"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5597-2.jpeg 1000w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5597-2-400x534.jpeg 400w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5597-2-413x551.jpeg 413w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_5597-2-117x156.jpeg 117w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">um es kurz zu machen: die ausstellung ist grandios! DEUTLICH umfangreicher als ich erwartet hatte. <br \/>wie oft geht man in ausstellungen wo irgendwelche gro\u00dfen namen auf den plakaten locken und dann h\u00e4ngt da EIN bild. hier hingen 200<strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">anke gab mir quasi eine einzelf\u00fchrung und war, nachdem sie sich die ausstellung zum sechsten mal ansah, daf\u00fcr also auch angemessen vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">zwei stunden dauerte unser rundgang. wandtexte und eine slideshow, die zeigt, wie die gouachen eigentlich von handgeschriebenen texten auf transparentpapier bedeckt sind, hab ich nur \u00fcberflogen. wandtexte lese ich in museen eh ungern. meistens fehlt mir daf\u00fcr die konzentrationsf\u00e4higkeit angesichts des erwarteten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">ich musste einfach zu dringend die bilder sehen und das konnte man hier auch wirklich sehr gut. die ausstellung ist in einem unterirdischen zwischengeschoss der u-bahn untergebracht, einer 100 meter langen halle, perfekt passend zur narrativen struktur des werkes. das licht ist ok (also nicht so dunkel wie man es bei papierarbeiten ja oft erlebt) und es nervte auch keine alarmanlage, wenn sich die altersweitsichtigen augen den glask\u00e4sten n\u00e4hern. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">und ich m\u00f6chte hiermit wirklich nochmal allen an malerei interessierten menschen ans herz legen, sich diese bilder im original anzusehen! nat\u00fcrlich ist <a href=\"https:\/\/charlotte.jck.nl\">die webseite des j\u00fcdischen museums<\/a> schon herausragend gut, weil dort wirklich alle 769 gouachen mitsamt transparenter textseiten hochaufl\u00f6send zu sehen sind. aber ich hab in m\u00fcnchen trotzdem immer noch vieles entdeckt was mir vorher nicht klar war. die farben sind im original auch viel heller und leichter, so viele nouancen gehen einfach unter auf den fotos. auch kann man auf den fotos \u00fcberhaupt nicht erkennen, wie sie genau gearbeitet hat. im original kann man das aber ganz gut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">ich hatte zum beispiel bisher \u00fcberhaupt nicht gesehen, dass charlotte* am anfang der chronologie teilweise mit irisierenden pigmenten gearbeitet hat: mit gold und silber, und auch mit mehr als einem blau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">und wenn ihr, wie ich es euch rate, extra wegen dieser fantasischen ausstellung nach m\u00fcnchen reist k\u00f6nnt ihr euch anschliessend ja auch noch die gro\u00dfe nicole eisenmann <a href=\"https:\/\/www.museum-brandhorst.de\/ausstellungen\/nicole-eisenman\/\">ausstellung im museum brandhorst<\/a> reinziehen. hab ich zumindest gemacht. ich schreib hierzu gegebenenfalls noch einen extra text, war aber nur so mittel overwhelmed. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">nur soviel: hier war die alarmanlage angeschlossen. und als die nach gef\u00fchlt mehreren minuten endlich aufh\u00f6rte zu jaulen hat die aufsicht allen ernstes irgendwo angerufen um durchzugeben, dass es kein anschlag war. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">montag bekomme ich \u00fcbrigens meine neue brille.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\"><strong>\u2014<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">* \u00fcber die namensnennung erz\u00e4hlte mir anke noch, dass das kuratorInnenteam des lenbachhauses sich ausdr\u00fccklich daf\u00fcr entschieden hatte, charlotte im ausstellungstitel nicht auf ihren vornamen zu reduzieren, so wie es viele buchtitel und in andere ausstellungen praktizieren. das lenbachhaus will diesen verkindlichenden ansatz aber vermeiden und dem entgegen wirken. mit der entscheidung f\u00fcr den vollen namen will man im gegenteil auch noch einmal verdeutlichen, dass es sich hier um eine wirklich gro\u00dfe und bedeutende k\u00fcnstlerin handelt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">da stellt sich dann nat\u00fcrlich auch die frage, ob genau dieses prinzip der verkleinerung von k\u00fcnstlerinnen eigentlich ein thing ist. ich hab mal grob gegoogelt und tats\u00e4chlich: pablo picasso wird sogut wie nie ausschliesslich &#8220;pablo&#8221; genannt, wohingegen frida kahlo oft ausschliesslich &#8220;frida&#8221;.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-style:normal;font-weight:400\">insofern m\u00f6chte ich mich eigentlich gern dem lenbachhaus anschliessen und charlotte ihren nachnamen lassen. nur liebe ich sie halt so sehr und f\u00fchle mich ihr so verbunden, dass ich hier heimlich eine ausnahme machen will.<\/p>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>die letzten jahre hatte ich immer mal gegoogelt, ob ihr werk nicht mal irgendwo wieder gezeigt wird. ab und zu leiht das j\u00fcdische museum in amsterdam ja bl\u00e4tter daraus aus.&nbsp; beim letzten mal googeln dann ein treffer! 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