{"id":643,"date":"2011-04-21T08:47:04","date_gmt":"2011-04-21T06:47:04","guid":{"rendered":"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/?p=643"},"modified":"2015-12-23T01:15:55","modified_gmt":"2015-12-22T23:15:55","slug":"wir-holen-das-morgen-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/2011\/04\/21\/wir-holen-das-morgen-ab\/","title":{"rendered":"<!--:de-->wir holen das morgen ab<!--:-->"},"content":{"rendered":"<p><!--:de-->f\u00fcr den aufbau hatte ich eine woche geplant. ich ging davon aus, dass das eh viel zu lang sei und hoffte die restlichen tage vor er\u00f6ffnung noch ein bischen ausruhen zu k\u00f6nnen. die installation stand eh schon so ziemlich fest und bilder h\u00e4ngen geht schnell, dachte ich.<\/p>\n<p>am abend vor dem transport dann ein anruf. einer der k\u00fcnstler die vor mir ausgestellt hatten fragte, ob es ok sei, wenn sie ein paar arbeiten noch ein paar tage stehen lassen k\u00f6nne. so bis mittwoch.<br \/>\nich erwiederte, dass ich eh im obergeschoss anfangen w\u00fcrde und mich die sachen dann wohl nicht st\u00f6ren w\u00fcrden. wieviel es denn sei. er sagte etwas von einem bild und ein paar kartons und die habe man ordentlich in eine ecke ger\u00e4umt. der laden sei \u201ebesenrein\u201c.<br \/>\n<!--:--><!--more--><!--:de--><br \/>\nder transport ansich war ein klacks \u2013 der ausstellungsort ist von meinem atelier aus in 10 minuten zufuss zu erreichen.<br \/>\nfrank breker vom \u00f6lfr\u00fch holte 14 kisten und mich p\u00fcnktlich am montag morgen vor meinem atelier ab. ich solle mich am besten schonmal auf etwas gefasst machen, der laden sehe schlimm aus. obwohl die jungs f\u00fcr den abbau 2 wochen zeit hatten h\u00e4tte sich dort nichts getan.<\/p>\n<p>seine beschreibung war jedoch noch vergleichsweise harmlos gegen\u00fcber dem was uns erwartete. die galerie sah aus als h\u00e4tte dort ein mehrt\u00e4giges festival stattgefunden. \u00fcberall lagen ausgekippte flaschen und m\u00fcll. die strasse vorm haus war sauberer. die \u201epaar kartons\u201c erwiesen sich als ein riesiges schiffartiges gebilde aus latten und kartons begraben unter tonnenweise m\u00fcll und zeug, wahrlos durcheinander geschmissen. das halbe erdgeschoss stand voll. von aussen sah die galerie aus wie ein schrottlager.<br \/>\nselbst die decken im treppenhaus waren verdreckt weil man mit einem ball dagegen geschossen hatte.<\/p>\n<p>der aufbau gestaltete sich unter diesen umst\u00e4nden als schwierig weil man nichts auf den boden stellen konnte. mein sohn, der eigentlich bekannt daf\u00fcr ist, sich im chaos auszukennen und wohl zu f\u00fchlen, kam vorbei und fragte, warum kunst-orte eigentlich immer solche abbruchh\u00e4user sein m\u00fcssten.<br \/>\nich rief einen der k\u00fcnstler an und bat, die sachen bitte doch schon am selben abend abzuholen. der k\u00fcnstler hatte verst\u00e4ndnis und versicherte, dass der raum zum n\u00e4chsten morgen leer sei.<\/p>\n<p>am n\u00e4chsten morgen war der raum tats\u00e4chlich leer w\u00e4hrend der m\u00fcll jetzt draussen vor dem eingang lag. dies sollte uns aber jetzt nicht weiter st\u00f6ren, wir hatten zu tun. frank breker renovierte das haus binnen 5 tagen einmal komplett. strich alle w\u00e4nde, fegte, wischte, strich die fussb\u00f6den, spachtelte l\u00f6cher zu, reparierte herausgerissene steckdosen. er fuhr herum, organisierte material, schaffte es sogar, mir f\u00fcr die ausstellung einen sockel zu bauen.<\/p>\n<p>am abend der vernissage war sogar der m\u00fcll vorm haus verschwunden.<\/p>\n<p>gestern war nun der erste offizielle ausstellungstag nach der vernissage. ich nahm mir vor, eine halbe stunde eher dort zu sein um zu fotografieren.<br \/>\nals ich ankam war frank breker schon da, die t\u00fcr stand offen. im erdgeschoss, zwischen meinen arbeiten lag ein riesen berg m\u00fcll. der vermieter, der offenbar einen schl\u00fcssel hat, hatte ihn hinter dem haus hervorgezogen und zur\u00fcck ins haus gewuchtet.<br \/>\nfrank telefonierte mit einem der k\u00fcnstler: alles kein problem! \u201emorgen\u201c wolle er vorbeikommen und alles abholen.<\/p>\n<p>wir wuchteten also das riesige unget\u00fcm aus latten, pappe und dreck wieder zur\u00fcck nach draussen. die haust\u00fcr war allerdings zu schmal und wir mussten das \u201eschiff\u201c kippen, was zur folge hatte dass sich eine ordentliche ladung sand und dreck \u00fcber den galerieboden ergoss.<br \/>\nals wir eben fertig waren mit dem fegen kamen zwei etwas bekifft grinsende studenten auf dem fahrrad angetrottet. \u201ehi. wir sind hier wegen den sachen. wo ist das zeug?\u201c<br \/>\nich war fassungslos, musste mich zusammen reissen nicht auszuflippen. frank blieb gelassen, f\u00fchrte sie zum kellereingang in dem wir das schiff keine 5 minuten zuvor \u201eversenkt\u201c hatten.<br \/>\nw\u00e4hrend ich im oberen stockwerk die reste vom er\u00f6ffnungsabend zusammentrug stellte ich mir vor, wie sie eine halbe lastwagenlieferung m\u00fcll wohl auf ihrem fahrrad unterbringen w\u00fcrden. und tats\u00e4chlich: als ich aus dem haus schaute war einer der k\u00fcnstler gerade dabei, die meterlangen latten in die hausm\u00fcll-tonne zu stecken.<br \/>\nmein hinweis, dass die m\u00fcllabfuhr die tonne so warscheinlich nicht leeren w\u00fcrde ignorierte er.<\/p>\n<p>bevor sie aber unverrichteter dinge wieder loszogen (den \u201erest\u201c wolle man \u201emorgen\u201c abholen) schauten sich die beiden noch ein wenig gelangweilt in der ausstellung um. ich war gerade dabei, fotos im erdgeschoss zu machen als sie die treppen runterkamen. frank fragte: \u201eund, wie findste die ausstellung?\u201c<br \/>\nbekiffter student: \u201enaja, die einlaungskarte find ich ja noch ganz ok aber die ausstellung \u2014\u201e dann sah er mich und liess den satz unbeendet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-645 size-medium\" title=\"m\u00fclllager im kellereingang\" src=\"http:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6850web-400x533.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6850web-400x533.jpg 400w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6850web-413x551.jpg 413w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6850web-117x156.jpg 117w, https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-content\/uploads\/IMG_6850web.jpg 675w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>f\u00fcr den aufbau hatte ich eine woche geplant. ich ging davon aus, dass das eh viel zu lang sei und hoffte die restlichen tage vor er\u00f6ffnung noch ein bischen ausruhen zu k\u00f6nnen. die installation stand eh schon so ziemlich fest und bilder h\u00e4ngen geht schnell, dachte ich. am abend vor dem transport dann ein anruf.&hellip; <\/p>\n<p><a href='https:\/\/katiakelm.de\/blog\/2011\/04\/21\/wir-holen-das-morgen-ab\/' title='Permanenter Link zu \u201e<!--:de-->wir holen das morgen ab<!--:-->\u201c&#8217; class=&#8217;more-link&#8217;>Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"mf2_syndication":[],"webmentions_disabled_pings":false,"webmentions_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[63,33,79,58],"tags":[120,169,166,165,168,170,167,102],"class_list":["post-643","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alltag","category-aus-der-provinz","category-fruher-war-alles-besser","category-musste-mal-gesagt-werden","tag-aufbau","tag-ausstellungsbetrieb","tag-frank-breker","tag-kollegen","tag-kunststudenten","tag-mllentsorgung","tag-next-generation","tag-olfruh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=643"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4222,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643\/revisions\/4222"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=643"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=643"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/katiakelm.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=643"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}