taubenfamilie: skizzen

zum singenden familienportrait gab es natürlich skizzen.
es ist aber nicht so, dass es zu allen dreidimensionalen arbeiten skizzen gibt. zwar gab es immer diese zeichnerisch-denken-phasen, die späteren plastiken aber entsprachen selten den zeichnungen. was ich am ende dreidimensional umsetze lasse ich zeichnerisch meistens vorher aus.

eindimensionale skizzen zu dreidimensionalen figuren taugen allerdings besonders gut als erinnerungshilfen: hatte der onkel, der kaninchenzüchter war, tatsächlich ähnlichkeit mit seinen kaninchen? welche form hatte nochmal der schädel der schwester und wie rot war die nase des vaters wirklich? - wobei fotos anzusehen hierzu völlig ausreichen würde. das kann es also nicht sein.

aber sie nachzuzeichnen, die schmalen lippen abzutasten, die augen mit der bleistiftspitze zu umkreisen: wie auf knopfdruck all die erschlagenden gefühle zurückzuholen, die sich einem schwer auf die schultern legen, die sich aber wie über einen blitzableiter zurückbefördern lassen - über den bleistift zurück in die gesichter. da braucht es keine gleitmittel, keine traurige filmmusik, es geht auch so, mit dem bleistift, hart und trocken.