Liebe Katia,

das macht mich ja vollkommen fassungslos, was Du schreibst. Warum tust Du Dir das an???

Vielleicht weißt Du das selbst nicht so genau. Ich grübele auch darüber, worin der seltsame Magnetismus der Kunst besteht, bei sich selbst jegliche Selbstachtung über Bord zu werfen, wenn „Sammler“, „Kuratoren“ oder nur eine „Gelegenheit“ winken.

Neulich war ich schon auf dem Weg zu den Ateliers in der Speicherstadt, als sich das Unlustgefühl, das ich schon Tage zuvor verspürt hatte, derart verstärkte, dass ich die Tour abbrechen musste.

Immerhin war mir die Erklärung klar: ungeachtet der möglichen Integrität der einzelnen Künstler empfand ich nur Widerwillen gegenüber einer Produktion, die viel von Freiheit und Unabhängigkeit erzählt, letztlich aber im Verdacht steht, vollkommen haltungslos und damit komplizenhaft zu den Verhältnissen im Kunstbetrieb zu sein. Das wollte ich nicht noch mit meiner Anwesenheit unterstützen.

Ich schätze wirklich sehr, dass Du mit Deinem Blog diese Innenansichten des Kunstbetriebs offenlegst, Deine Haltung bleibt aber ambivalent, wie Du auch den Beitrag beendest: Reinfall in Venedig, aber tolle (alte) Kunst gesehen und das Blog bereichert. Kann es dabei bleiben?

Best Grüße
Stefan