ich mal oft leute im wasser und oft liegen die. mit liegenden hab ichs eh, das hat in meiner knetmassephase begonnen. damals modellierte ich lieber liegende um das problem der statik zu umgehen. liegende brauchen ja keine armatur.
liegen ist auf den ersten blick einfach etwas kontemplativer als stehen. im stehen zu schlafen ist ja noch nicht so üblich, vielleicht kommt das noch.
ich mochte jedenfalls immer genau diese reglosigkeit der kontemplation, des schlafes oder auch des todes.
wieso nun leute bei mir in letzter zeit auch häufiger im wasser liegen kann ich ehrlich gesagt selber nur raten. aus symbolistischer sicht ist es ja eigentlich logisch, wobei ich dann doch eher an gewürzgurken denke als an die gebärmutter.
sowieso hab ich eine allergie gegen allzu viel herumdeuterei. wasser ist wasser, bestensfalls mit schaum.
eine nette ältere dame wandte sich kürzlich an mich mit der botschaft, dass sie die art, wie ich nackte frauen male, nicht möge. brüste male ich immer so hässlich, meinte sie. das bestürzte mich. ich meine die busen doch garnicht böse!
brüste haben in meinem leben immer eine zentrale rolle gespielt. als kind fand ich es natürlich ensetzlich, als sie zu wachsen begannen. was sollte ich mit so einem scheiss anfangen? plötzlich hatte ich ein schild um den hals: achtung, diesem kind wurde das weibliche geschlecht zugewiesen! alle konnten nun sehen, dass ich eine frau war. mit 13 fühlte ich mich aber überhaupt nicht als frau. ich wollte gefälligst weiter ungestört mit meinen schlümpfen spielen!
abgesehen davon hatten die neuen brüste eine total bescheuerte form! sie sahen garnicht so aus wie die meiner mutter, so runde halbkugeln, mit kirsche oben drauf, sondern meine brüste wurden zu umgedrehten eiswaffeln mit den kugeln am verkehrten ende!
um meine freundin nadya zum lachen zu bringen fing ich an, meine eiswaffeln zu zeichnen. im farbengeschäft in der fussgängerzone hatte ich mir ein skizzenbuch gekauft, darin machte ich mich zeichnerisch über mein neues aussehen lustig und anschliessend lachten wir darüber so sehr, dass ich in die hose machte (darüber lachten wir so sehr … und wieder von vorne)
das verhältnis zu meinen brüsten entspannte sich mit den jahren immerhin etwas, schön fand ich sie jedoch weiterhin nicht.
ich war 25 als mein sohn geboren wurde und ich ihn zum stillen das erste mal an die brust legte. ich konnte es kaum glauben, aber meine ungeliebten brüste waren echte turbobusen! buchstäblich über nacht schwollen sie an zu riesigen milchspeichern mit pumpgun-artigem strahl, dreimal so groß wie der kopf meines babys. und die milch war so gehaltvoll, dass aus meinem kleinen gummi-äffchen popcorn-artig einem dicker rosiger samtproppen wurde.
seitdem habe ich mit meinen brüsten jedenfalls meinen frieden gemacht. ich hab ihre superpower erkannt und werde ihnen ewig dankbar sein. und wenn ich sie male, dann eben auch genau so. also nicht schön, aber hochfunktional!