bockige bilder

ich mach wieder mit bei pentiment diesen sommer und würde mich freuen, euch dort zu treffen!

mein kurs heißt diesmal: bockige bilder und folgendes habe ich mir überlegt:

Bilder halten sich an nichts. Sie folgen keinen Plänen, sind nicht brav und oft haben sie andere Vorstellungen als wir. Man malt los, meint es gut, und irgendwann stellt man fest: das Bild macht doch, was es will. Jedenfalls nicht das, was man vorhatte. Das ist kein Fehler, sondern der Zustand, in dem Malerei interessant wird. In diesem Kurs geht es um genau diesen Moment: wenn Bilder widerspenstig werden, sich querstellen und anfangen, eigene Bedingungen zu stellen.

Gearbeitet wird an eigenen Projekten, ohne Themenvorgaben und ohne Aufgabenlisten. Jede Arbeit bringt ihre eigenen Fragen mit und an denen bleiben wir dran. Der Kurs ist als offenes Atelier gedacht. Ich begleite die Teilnehmenden in regelmäßigen Einzelgesprächen durch ihren Arbeitsprozess. Wir sprechen über Farbe, Aufbau, Material, Entscheidungen – immer bezogen auf das jeweilige Bild. Technische Fragen ergeben sich dabei von selbst und werden dort besprochen, wo sie gebraucht werden.

Meine eigene Arbeit ist in der figurativen, gegenständlichen Malerei verankert, und dieser Bereich bildet auch den gemeinsamen Bezugspunkt im Kurs. Unterschiedliche Herangehensweisen sind willkommen, solange das Interesse an malerischer Arbeit im Vordergrund steht.

Der Kurs richtet sich an Personen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Entscheidend ist nicht, wie viel man schon kann, sondern die Bereitschaft, sich auf den Prozess einzulassen – auch dann, wenn Bilder bockig, störrisch oder überraschend eigensinnig werden.

artist frames

rahmen hatten in meiner welt immer einen ähnlichen stellenwert wie sockel unter plastiken. also eher zu vermeiden. das sockel-problem ist ja, dass man nicht einfach einen klotz unter eine arbeit stellen kann, ohne dass der teil der arbeit wird. 

dasselbe gilt für rahmen. nicht ganz so streng, weil malerei ja oft ihre eigene körperlichkeit ignoriert, aber rahmen sind ja auch nicht unsichtbar.

weil ich öl inzwischen gerne auf dünnen holzplatten oder holzverbundstoffen male, lieber als auf leinwand, ergaben sich dadurch neue fragen der hängung. bezogene keilrahmen lassen sich einfach auf nägel stellen aber bei flachen bildträgern müsste das bild dann auch von oben gehalten werden und man sieht die nägel. bei  kleineren formaten ist mir das zu dominant.

letztes jahr kaufte dann ein sammler eine reihe meiner auf holz gemalten stofftiere und wollte dafür schattenfugenrahmen. ich liess welche anfertigen, und weil mir das ganz gut gefiel, wie sich die bemalten platten da hinein schmiegten, wollte ich für die joseph beussel biennale auch sowas haben.

ich besorgte leisten, eine gehrungssäge und spannriemen und sägte, klebte und spannte eine woche lang was das zeug hielt. das ergebnis war garnicht mal so scheisse. man sieht ihnen an, dass sie von mir sind.

auf der beussel biennale erzählte mir sebastian dann, dass sowas auf dem kunstmarkt “artist frame” heisst. 

ich: !
er: so nennt man das aber auch wenn der artist die rahmen bei ikea gekauft hat.

ich lass das jetzt so

ich lass das jetzt so. die übrigen schminkkopfbilder sind ja alle öl auf holz bzw. mdf und auch eher kleinformatig (30 x 35 cm).

dieses hier ist jetzt aber mal auf etwas größerem papier – weil das holz alle war. und ich bin halt papierfan. keilrahmen kann ich wirklich nicht mehr ertragen. ich hab gerade erst alle leeren leinwände meinem sohn vererbt und haufenweise alte ladenhüter von ihren keilrahmen befreit.

in öl auf papier malt es sich erstaunlich gut – auch wenn man es angeblich ja grundieren soll. dazu bin ich aber zu faul. eine lage farbige acrylfarbe reicht völlig. das öl schlägt nichtmal ein, bin selber überrascht.

gouache

das mit der gouache kam so: seitdem ich mal vor jahren sein buch “color and light” gelesen hatte bin ich ein ziemlicher fan von james gurney. nicht unbedingt so sehr von seinen dinosaurierbildern aber von seinem ganzen know how über maltechnik, seiner bereitwilligkeit, das zu teilen und wie gut er das macht. und gurney wiederum ist ein fan von gouache. er malt pleinair hauptsächlich in gouache und weil ich gouache noch nie benutzt hatte hab ich mir vor einem jahr mal eine ganze palette davon selbst zum geburtstag geschenkt. (mehr …)

wiederholungen

„alles wiederholt sich…“ sage ich zu meinem mann am abendbrottisch.
„stimmt. wir werden ohne haare und ohne zähne geboren und sterben ohne. und auf allen vieren laufen wir auch bald wieder.“

und eben auch in der kunst wiederholt sich alles.
wobei ich nie kapiert habe, wieso wiederholungen unter künstlerInnen so beliebt sind, aber das ist eine andere geschichte (die ich auch schon hundert mal erzählt hab).
diese art von wiederholungen meine ich jetzt nicht. ich meine die unbeabsichtigten, die grossen kreise. das deja-vue-hafte „huch, das kommt mir bekannt vor!“ – für mich ist sowas meistens ein gutes zeichen.
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