mein kampf gegen die falten

diese woche habe ich mich mal etwas mit wäschewaschen und bügeln beschäftigt. und das kam so:

weil ich ja ein alter sparfuchs bin (kl. scherz) hatte ich mich diesmal entschieden, kein leinen für 40€ den meter zu kaufen. stattdessen entschied ich mich für baumwolle. dass ich mich früher immer nur mit baumwolle herumgeägert hatte hab ich einfach mal vergessen und kaufte also bei meinem lieblingshöker peters artshop 4 meter baumwolle in panamabindung zu 430 gramm. das ist ziemlich dick. so dicke baumwolle hatte ich noch nie aber ich dachte irgendwie, das wäre total schlau weil ja quasi mehr fürs geld.
ich schleppte den stoff also ins atelier, zerschnitt ihn und tackerte ihn auf 10 leere keilrahmen.

übrigens auch ein pro-tip von mir: immer alle leinwände auf einmal grundieren! weil die ja liegend trocknen müssen damit sie sich nicht verziehen kann man danach feierabend machen weil man sich im atelier garantiert nicht mehr bewegen kann.

nun also zur vorleimung. in letzter zeit hatte ich dafür immer hautleim genommen. weil aber das herstellen von glutinleim ziemlich zeitaufwändig ist hatte ich mir vorgenommen, wieder auf acrylbinder zurück zu kommen. und da acrylbinder auf baumwolle bei mir irgendwie noch nie besonders gut geklappt hat leimte ich jetzt erstmal nur die 4 kleinsten formate damit vor.

am nächsten tag entdeckte ich, dass der vorgeleimte stoff zwar straff genug gespannt war, aber im stoff trotzdem feine falten sichtbar waren, falten, die vorher schon um stoff waren. normalerweise gehen diese mit der grundierung raus. ein ganz neues problem also.

im internet fand ich dazu wie immer nur auf englisch bei wetcanvas.com gute lösungen: eine malerin empfielt dort zum beispiel, den aufgespannten stoff mit heissem wasser zu tränken und immer wieder nachzuspannen, nass machen, nachspannen etc. und viele schwören auch auf waschen und bügeln.

wohl oder übel musste ich die stoffe also alle wieder abspannen. das heisst, mit einem kleinen schraubenzieher pulte ich alle gefühlten 180 klammern pro keilrahmen wieder raus.
die vorgeleimten leinwände liess ich erstmal auf den rahmen und versuchte es mit heißem wasser. soweit das wegen der leimung noch möglich war bestrich ich sie von beiden seiten und legte sie wieder auf den boden zum trocknen.

die größeren formate nahm ich mit nach hause und setzte mich dort erstmal an die nähmaschine. wie jeder gute hausmann weiss, muss man ja stoff, der leicht aufribbelt, vor dem waschen erstmal umketteln.
danach stopfte ich alles in die waschmaschine und weil ich da nie irgendwelche exotischen programme benutze las ich erstmal die bedienungsanleitung… feinwäsche it is!
alles reingeknallt und weil bei wetcanvas viele leute essig empfehlen goss ich statt waschmittel einfach mal eine viertelflasche apfelessig ins seifenfach.

das feinwäscheprogramm dauerte erstaunlich lange, 2 stunden bestimmt. als ich den stoff am ende endlich aus der trommel zog fühlte ich sofort, dass sich an seiner steifheit überhaupt nichts geändert hatte: er fühlte sich an wie ein zerknittertes nasses stück pappe. dass er jetzt noch viel mehr falten hatte brauch ich wohl nicht zu sagen.
ich las nochmal ein paar stunden im internet nach und beschloss, dass kein weg mehr an weichspüler vorbei führte. also auf zur drogerie.

in der drogerie stellte ich mich vor das weichspülerregal und schnupperte mal in ein paar flaschen durch. ob es eine gute idee war, wenn meine bilder dann nach mangooase duften würden, da war ich mir dann doch nicht so sicher. ich entschied mich für eine flasche unpafümierten weichspüler für allergiker.

wieder zuhause stopfte ich also die nassen stoffstücke wieder in die maschine. diesmal mit weichspüler und doch mal mit seife im waschgang. mir war nämlich aufgefallen, wie glitschig sich die oberfläche des nassen stoffes angefühlt hatte und tippte auf wäschestärke und die musste raus.

tatsächlich veränderte sich durch den weichspüler und das mehrfache waschen die stoffstruktur komplett. der stoff war plötzlich ganz flauschig, deutlich leichter und plötzlich auch viel dehnbarer, regelrecht stretchy. wenn also am ende doch alles in die hose ging könnte ich mir also immer noch eine schöne strumpfhose daraus nähen.

nun also bügeln. ich war wohl etwas aus der übung (das letzte mal dass ich das bügeleisen benutzt hatte war vielleicht 5 jahre her), jedenfalls war meine erste amtshandlung erstmal ein brandfleck. der kommt dann auf die rückseite, beschloss ich, und beschleunigte die bügelbewegungen.
der stoff wurde schön glatt aber die größeren falten blieben weiterhin sichtbar. jetzt musste es also das spannen und heisses wasser bringen.

wieder im atelier kümmerte ich mich erstmal um die vier leinwände, die ich nicht abgespannt hatte, aber mit heissem wasser behandelt. die falten waren weiterhin mehr oder weniger sichtbar. bei den weniger deutlichen entschied ich mich fürs auskeilen. eigentlich sollen die kleinen, beim rahmenkauf mitgelieferten holzkeile ja erst in ein paar hundert jahren von den museumsrestauratoren verwendet werden, und wenn ich sie jetzt schon benutze können die das später halt nicht mehr. aber darauf konnte ich jetzt keine rücksicht mehr nehmen und keilte was das zeug hält.
zwei leinwände mit deutlichen falten spannte ich ab und zog sie neu auf, diesmal mit spannzange.

die weichgesülten stoffteile tackere ich wieder auf ihre rahmen. zur abwechslung hatte ich glück: die stoffe waren nur minimal eingelaufen und gingen gerade noch so über die rahmen. ich pinselte alles mit heissem wasser ein und fuhr wieder nach hause.

am nächsten tag sah alles genauso aus wie am tag zuvor: die stoffe waren nur minimal weniger straff als am vortag, glatt aber mit falten. ich spannte sie also alle nach, das heisst, ich pulte wieder alle drahtklammern aus dem holz, spannte, diesmal mit zange, und tackerte neu. inzwischen hatte ich schon eine schöne rote schwiele in der linken handfläche und googelte nach „akkutacker“ den ich mir jetzt zum geburtstag wünsche.

die spannzange soll man beim normalen spannen eigentlich garnicht benutzen aber hier ging es ja nicht mehr ums normale spannen. und tatsächlich: mit der zange wurde der stoff jetzt so straff, dass sich schon leichte laufmaschen hinter den klammern bildeten, aber egal.
tatsächlich liessen sich die feinen linien der ehemaligen falten mit hilfe der spannzange fast ganz rausziehen. wieder heisses wasser und nach hause.

gleich, wenn ich dies fertig geschrieben hab, fahre ich also wieder ins atelier und da entscheidet sich dann wohl endgültig, ob endlich mal wieder zum malen komme oder ob es die strumpfhose wird…

ein date mit klaus maria herbst

ich war verabredet mit dem berühmten schauspieler klaus maria herbst in einem edlen restaurant. ich kam etwas zu spät und der reservierte platz war in einem der hinteren räume. in den vorderen räumen befand sich eine hotel-lobby sowie ausstellungsfläche auf der ich zeitgleich eine ausstellung hatte mit arbeiten aus meiner kinetischen holz-phase.
in den essnischen drumrum sassen elegant gekleidete szene-people. es war rappelvoll. das styling der räume sah ein bischen aus wie das kundenrestaurant im kaufhof am alexanderplatz.

auf meinem weg zum reservierten tisch wurde ich von mehreren kellnern angesprochen, dass gleich zwei gruppen von leuten für mich bezahlen wollten, eine davon sei sogar die geschäftsleitung des restaurants, die ja auf dem kunstmarkt zur weltspitze zähle!

offenbar hatte sich bereits herum gesprochen, dass ich neuerdings kontakt zu herbst hatte und so hatte man beschlossen, in mich zu investieren.
die kellner raunten, von welch größter bedeutung diese entwicklung sei – falls ich einwillige hätte ich ausgesorgt, müsse allerdings bedenken, dass meine künstlerische freiheit dann quasi beendet sei. ich brauche mir aber keine sorgen zu machen, da man mich managen würde. ich müsse mich nur für einen der beiden kellner entscheiden.

ich war vollkommen überfordert. dass ich zusagen würde war sogut wie gebongt, meine künstlerische freiheit war mir herzlich egal. nur hatte ich leider überhaupt keine vorstellung davon, wie alles ablaufen würde.
bis wann müsste ich zum beispiel das essen bestellt haben und an wen musste ich mich wenden.
der eine kellner händigte mir einen zettel aus mit einer liste von lauter kryptischen stichpunkten. „da steht alles was du wissen musst“.

plötzlich fiel mir klaus maria ein. sass der überhaupt noch am tisch oder hatte der inzwischen die geduld verloren?

als ich mich endlich dazu durchrang, irgendwas auf dem zettel anzukreuzen ertönte ein lautes „möööp“ und einer der kellner pflückte mir den zettel wieder aus der hand „leider zu spät. die frist ist abgelaufen“.

enttäuscht und zur selben zeit auch erleichtert, dass der stress nun ein ende hatte, schlängelte ich mich durch das restaurant zu unserem tisch, der leer war.

aufgewacht.

wie ich radiere

mit dem radieren ist es bei mir wohl so ähnlich wie man es von geburten sagt: die schmerzen sind so schlimm, dass man sich schwört, es nie wieder zu tun – und anschliessend vergisst man sie.

so habe ich mich vor ein paar jahren schon einmal etwas intensiver mit radierung beschäftigt. wer hier hin und wieder mitliest erinnert sich vielleicht. hier hatte ich damals etwas darüber notiert, so sah mein atelier aus und so und so die drucke. 2012 war das.

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linktipp

und nun zu was ganz anderem.

einige wissen es ja vielleicht schon, weil ich es auf anderen kanälen bereits dezent angedeutet hatte: unser sommerurlaub ist dieses jahr etwas unschön verlaufen.

gleich zu beginn wurden wir um 400 euro erleichtert, was unser ohnehin schon knapp kalkuliertes reisebudget (1000€) um fast die hälfte kürzte.
hinzu kam, dass wir uns quasi auf einer art tickender bombe durch die strassen bewegten und jedes hochfliegende schottersteinchen mir panikattaken bescherte.

felix, mein mann, hat auf seiner webseite mal aufgeschrieben, was passiert ist und wieso wir nie wieder bei billiger-mietwagen.de buchen.

leises gebrüll im weissen raum und die wartemarke

mein neues atelier ist mal wieder eine ziemliche absteige. die wände sind aus pappe und die böden mit braunem packpapier ausgelegt. es gibt keine fenster aber ein riesiges tor, was die eine längsseite des ateliers zur strasse hin öffnet. wenn das tor offen ist steht man praktisch auf der strasse. die passanten könnten herein kommen und damit sie das nicht tun habe ich mehrere lagen aus packpapier von der decke runter gehängt.
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erwünschter zufall

ich führe meine diplomarbeit in einem kino vor. sie besteht aus zwei teilen: einem händisch erstellten album und einem film, den ich auf grundlage des albums gedreht habe.
in das album habe ich glanzbildchen geklebt, diese kitschigen dinger, die ich als grundschulkind mal gesammelt hatte.
einzelne bunte bögen mit märchenwesen, niedlichen entenküken oder elfen auf geprägtem, manchmal mit glitter besprenkeltem papier.

daraus habe ich das album zusammengebastelt und der prüfungskommission übergeben.

diplomarbeit

den film, den ich zusätzlich zeigen werde, hab ich mit einer superneuen und superteuren software erstellt, die eingescannte albumseiten selbständig randomisieren, neu zusammensetzen und mit schmissiger musik unterlegen kann. ich musste nichts tun, sie nur bezahlen.

zwar hatte ich auch mehrere aufwändige tanzszenen mit ein paar kommilitoninnen gedreht aber das material hat die software leider rausgeschnitten.
und nun sitze ich im kino in der dritten reihe, neben mir die „darstellerinnen“, die auf ihre szenen warten, und ganz vorne sitzen die profs. eine ganze reihe voll, natürlich ausschliesslich männer.

ich bin nervös. nicht nur wegen der nicht mehr vorhandenen tanzszenen sondern hauptsächlich weil ich es meine allererste filmische arbeit ist. bisher war ich malerin, hatte aber keine lust mehr auf malerei und bin zugegeben etwas spät ins film-business umgeschwenkt.

hinzu kommt, dass mir erst jetzt, hier, im kino, eingefallen ist, dass die mir ja hinterher fragen stellen. panisch zische ich meinen sitznachbarinnen zu, was ich denn gleich dazu sagen solle.
eine schlägt vor: „wieso nicht einfach die wahrheit“.

während die ersten bilder über die leinwand flackern überfliege ich innerlich potentielle wahrheiten:
– dass alle künstlerischen entscheidungen von der software übernommen werden ist natürlich so gewollt
– es handelt sich um den sogenannten „erwünschten zufall“
– die software gehört zum konzept

auf einmal stocken die bilder und eine fehlermeldung poppt über dem jetzt eingefrorenen bild auf.

ich fange aber garnicht erst an, zum vorführraum zu rennen und da jetzt planlos herumzuprobieren, sondern beschliesse, den rest des filmes einfach auf meinem laptop vorzuführen.
im dunkeln taste ich nach der tasche zwischen meinen beinen und wühle darin herum, knalle aber in meiner panik beim aufklappen des laptops gegen den deckel und schlage ihm eine ecke aus.
was ist denn das schon wieder für eine scheisse!
es stellt sich raus, dass dieses kack-laptop garnicht aus metall ist sondern aus irgendeiner bröckeligen billigknete!
die mädels müssen mich beruhigen. eine drückt die herausgeschlagene ecke wieder an ihren platz.

am ende finden die professoren den film garnicht mal so scheisse. nur kann ich mich bei der befragung schlecht konzentrieren weil ich immer auf die dicken pfoten des BWL-professors starren muss, der etwas zu enthusiastisch in meinem album herum zuppelt und den engeln die arme ausreisst.

außerdem gehen mir die mädels auf den senkel weil sie sich die ganze zeit versuchen ins gespräch zu bringen, indem sie andeuten, dass die besten szenen ja leider von der software entfernt wurden.

ob ich ne auszeichnung bekommen hab hab ich leider verpasst weil ich aufgewacht bin.
ich schätze aber: ja.

eine ausstellung in venedig

januar

verabredung mit einer sammlerin.
wir besuchen caro, eine gemeinsame freundin, im atelier und die sammlerin erzählt mal wieder von dieser extrem wichtigen ausstellung, die ihr mann, ein maler, die tage in einem der bedeutendsten sammlermuseen venedigs habe, der punta della dogana – und wir müssten selbstverständlich alle kommen! dann könne sie uns auch endlich mal klaus* vorstellen, den new yorker stargaleristen ihres mannes.

es klingt alles nach einem ziemlichen jahrhundert-event: irgendwas zwischen goldener hochzeit, 100stem geburtstag und retrospektive. sowas kann man natürlich schlecht absagen und ich zermartere mir den kopf, wie ich es ihr beibringen kann, dass ich es mir nicht leisten kann.
umso weniger überzeugend, wo sie mir ausgerechnet heute auch noch mitgeteilt hat, dass sie beschlossen habe, mir wieder eine arbeit abzukaufen. sie hatte mir schonmal vor 15 jahren eine abgekauft und jetzt also wieder.

ich nuschle meine bedenken aber trotzdem hervor und die sammlerin so, wie aus der pistole geschossen: „aber jetzt, wo wir dir das bild abkaufen, hast du ja geld!“


februar

flüge und hotel sind gebucht. wir teilen uns zu dritt ein zimmer: caro und ich von donnerstag bis sonntag und ab freitag kommt noch eine andere freundin dazu. ich gebe der sammlerin die termine durch.

ich bekomme zwar keine antwort aber meine nachricht wird als „gelesen“ angezeigt und das reicht ja erstmal.


april

morgen fliegen wir. ich hab seit meiner nachricht im februar nichts von der sammlerin gehört und die arbeit hat sie natürlich auch nicht gekauft.
ich bin am packen, das handy klingelt. caro. sie habe neuigkeiten. die sammlerin habe sich gemeldet und die eröffnung sei wohl doch nicht am samstag sondern sonntag. etwas ungünstig, weil wir dann ja schon weg sind.
aber am samstag gebe es ne preview und previews sind ja auch immer schön.

caro liest mir die etwas verworrene nachricht der sammlerin vor. sie schreibt, sie sei „zeitlich leider etwas eng gestaltet“ wegen der veranstaltungen am samstag aber sie hoffe, wir wären auch noch am sonntag da.

caro antwortet, dass wir ja, wie gesagt, am sonntag NICHT mehr in venedig seien und fragt, ob wir zu diesen „veranstaltungen“ am samstag nicht mitkommen könnten.
die antwort der sammlerin: leider sei sie nicht „herr des ablaufs“ (sic).

jetzt schaue ich mir die webseite des museums aber mal genauer an und finde heraus, dass es sich nicht, wie wir annahmen, um eine retrospektive handelt, sondern um eine gruppenausstellung mit 30 teilnehmerInnen.


donnerstag – anreise

um 6 klingelt der wecker. auf dem weg nach schönefeld treffe ich caro. sie hat ebenfalls kaum geschlafen und wir philosophieren ein bischen, ob wir wirklich gerade im begriff sind, nach venedig zu fahren um auf eine ausstellung zu gehen, bei der wir nicht reinkommen.

gegen mittag kommen wir auf der insel an und gehen erstmal ins hotel, die koffer abgeben. wir essen eine überteuerte gummilasagne und machen uns auf den weg, schonmal ein bischen kulturprogramm zu absolvieren. es fängt an zu regnen und ich bekomme halsschmerzen.
nach einem opulenten abendessen auf den hotelbetten ist die stimmung aber entspannt und um 10 schlafen wir schon.

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freitag

heute wieder schön kulturprogramm: palazzo ducale und scuola di san rocco.
danach shopping: caro kauft sich ne winterjacke und ich füge zu der bibliothek aus 2 kilo reiseführern in meiner handtasche nochmal 3 kilo kunstkataloge hinzu.

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obwohl ich mittlerweile davon abrate, die stimmung ist gerade so gut, schreibt caro der sammlerin nachmittags ne nachricht.
die antwort: man könne noch nicht sagen, was man abends machen werde.
später fragt uns die sammlerin doch noch, ob wir uns am nächsten morgen nicht treffen wollten, um was zu unternehmen.
obwohl mir langsam die lust vergeht sagen wir zu.


samstag

jetzt ist auch unsere 3. zimmergenossin da und zwei weitere berliner sind in der stadt, denen ebenfalls gesagt wurde, dass die eröffnung heute sei.

weil wir von der sammlerin nichts hören ziehen wir schonmal los in richtung barock-kirche santa maria della salute. unterwegs schreibt caro der sammlerin, wo sie denn stecken würde und wie es denn nun heute mit der preview sei.

die antwort kommt, als wir gerade in der sakristei stehen, zwischen tintoretto und tizian. sie sei unterwegs, schreibt die sammlerin, und die preview sei „leider nicht öffentlich“.

caro möchte mal jetzt einen moment alleine sein und die andere freundin und ich warten draussen in der sonne. wir sitzen ausgerechnet direkt gegenüber der punta della dogana und können dem verkabelten türsteher im schwarzen anzug dabei zusehen, wie er eingeladenen gästen die tür aufhält.

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später am tag, inzwischen in der accademia, schreibt caro nochmal eine nachricht. eine sehr diplomatisch formulierte, die unsere fassungslosigkeit zum ausdruck bringt.
die antwort der sammlerin: sie fände es schade, dass wir im vorfeld nicht einfach mal angerufen hätten, um besser zu planen.
(damit wäre die schuldfrage also auch geklärt.)

ausserdem schlägt sie vor, die ausstellung morgen früh vor der eröffnung noch schnell bevor wir losfliegen anzusehen, offenbar ist sie da schon für die öffentlichkeit zugänglich.

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sonntag – abreise

wir checken aus und caro und ihre freundin machen sich auf, nochmal auf die andere seite des canal grande um sich die vermaledeite ausstellung anzusehen.
ich schlendere derweil durch die strassen, esse noch ein stück pizza, kaufe noch ein paar hässliche souvenirs und kuck mir nochmal den bellini in der san zaccaria kirche an – denn ich habe beschlossen, dass dies viel besser zu meiner kleinen hübschen kunstreise passt.

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im bus zum flughafen erzählen mir caro und die freundin, dass sie hätten eintritt zahlen sollen, 15 euro pro person, aber caro habe behauptet, sie sei assistentin vom künstler-ehemann der sammlerin und müsse was für ihn abgeben. so kamen sie doch noch umsonst rein.

abends liege ich schon wieder zuhause in berlin im bett und erzähle dem mann neben mir von meiner erfolgreichen reise:
ich bin jetzt tintoretto-fan und wenn ich gute geschichten fürs blog aufschreiben kann bin ich ja eh immer zufrieden.

* name geändert

früh morgens. überall liegen handys rum aber keines davon ist meins. es war mal wieder eine lange nacht. wir wollten meine neuste skulptur (ein kriegsdenkmal aus weisser knete) fotografieren aber niemand konnte mit franks belichtungsmesser umgehen und um ihn zu erreichen suche ich jetzt mein handy.
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verstopfung beim tag der offenen tür

es ist winter. ich versuche mit nackten händen die stufe vor dem haupteingang meiner alten hochschule zu erklimmen. früher waren hier mehrere stufen, heute ist es nur noch eine und die ist zwei meter hoch. ich hänge also mit meinen 1,65 an frierenden fingern an der mauer und versuche mich hochzuziehen. was sich bewegt sind aber nicht meine untrainierten arme sondern die mauer. die obere platte hat sich gelöst und droht mir entgegen zu fallen – da kommt hilfe. claus mewes arbeitet inzwischen, wie die meisten ex-hfbk-ler und ehemaligen der hamburger kunstszene, an der hochschule als pausenaufsicht und zieht mich hoch, auf die mauer.
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