schleiche seit tagen um eine idee herum, die mir herzklopfen bereitet, wenn ich nur an sie denke. wobei: als idee kann man es eigentlich noch nicht bezeichnen, „ahnung“ passt besser. denn solange mich nicht nähere um schärfer zu sehen kann ich bestenfalls ihre umrisse erkennen. und so ziehe ich seit tagen meine kreise um die umrisse, was ja ganz ehrenhaft ist (immerhin arbeite ich) kann aber auch nicht behaupten, dass diese kreise merkbar enger werden.

gestern der erste versuch. erinnert an frühe brunnenmodelle zu studienzeiten die mich schon damals zur verzweiflung brachten, und zwar in der selben weise wie gestern mein „erster versuch“: zuviel schauwerbegestalterei und zuwenig tatsächliches. gescheitert in allem, was ich mir immerhin schonmal vorgenommen hatte: das material für sich sprechen zu lassen und selbst wenn dabei nur sinnloses kaudawelsch heraus gekommen wäre – ich hätte mich schon zufrieden gegeben. mit glück wäre dabei am ende sogar genau die art bild heraus gekommen, auf die ichs eigentlich, heimlich, abgesehen hatte.

ok, ob DAS so ein gelungenes konzept ist brauche ich ja nun nicht mehr zu beurteilen. denn ich alte streberseele überlass erstens sowieso nie etwas dem zufall und zweitens schon garnix dem betrachter. genauso wenig wie ich das arme gebeutelte material mal zu wort kommen lassen würde. ich habe also diese stufe glatt übersprungen und bin einfach gleich mitten im bild gelandet. dem material habe ich mit klebeband den mund zu geklebt und farbe drüber geschrubbt (soll noch mal einer kommen und behaupten dass das mal styropor war!)
sowas mache ich nämlich im handumdrehen. schruppschrupp mit dem pinsel, sieht doch ganz gut aus! zumindest von weitem.

dabei hab ich immer zugesehen dieses schruppschrupp-sieht-doch-gut-aus aus allem soweit wie möglich rauszuhalten. aber kaum sieht man mal nicht so genau hin findet es wieder irgendwo ne ritze wo es sich hindurch schlängeln kann und dann steht es erstmal unschuldig in der gegend rum, macht grosse klimperaugen und es fällt einem einfach nicht ein: „woher kenn ich den?“

werde die klimperaugen heute allerdings trotzdem noch fotografieren. mal sehen, vielleicht sind sie ja ganz fotogen.

die alten brunnenmodelle von ’97, nie ausgestellt, vermoderten zuletzt in kisten im hinterhof der hamburger hfbk:

brunnenmodell 2, 1997
brunnenmodell 1, 1997