früh morgens. überall liegen handys rum aber keines davon ist meins. es war mal wieder eine lange nacht. wir wollten meine neuste skulptur (ein kriegsdenkmal aus weisser knete) fotografieren aber niemand konnte mit franks belichtungsmesser umgehen und um ihn zu erreichen suche ich jetzt mein handy.

das gebäude ist grösser als gedacht. im erdgeschoss befindet sich unter anderem ein sogenanntes wellness-klo, was zu der galerie einer hamburger galeristin gehört. ein traum aus weissen kacheln in dem sich 2 hochmoderne pool-toiletten befinden. eine, wo man den po einfach so ins stille wasser hängt und dann pinkelt und eine, darin sprudelt und schäumt das wasser wie im wirlpool.

ich fange an mir die hosen auszuziehen und will eben ins whirlpool-klo steigen da geht eine rückwandige tür auf, eine mutter mit 5 kindern tritt heraus und drängt in den pool.
„na toll“ sage ich, ziehe ich mich wieder an und gehe.

aufgewacht

falls sie sich wundern, warum hier schon wieder weihnachten ist:
mein hoster canhost hat die letzten 6 monate meiner blogartikel verschlampt.

er schreibt:

Die Servertechnik war bemüht, diesen Fehler umgehend zu beheben, leider lässt sich das RAID System nicht starten, die Speziallisten vor Ort versuchten alles um einen Datenverlust zu vermeiden.

Leider ist ein Datenverlust nicht zu vermeiden, die Techniker versuchen nun ein neues Storage aufzubauen und mit unseren Anlagen zu verbinden. Sobald dies abgeschlossen ist, werden die Server nach und nach neu aufgebaut.

Da wir ausdrücklich, keine Backups ausführen, liegen uns nur Sicherheitsupdates Ihrer Webseiten und E-Mails, nebst Datenbanken, vor, welche vor Umstellungen oder Updates gemacht werden.

[…]

Wir bedauern dies sehr und entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Nach Abschluss werden wir noch genauer über den Vorgang informieren, warum ein RADI10 abgeschmiert ist, und warum der Datenverlust eingetreten ist.

das klingt doch vielversprechend.

wir werden uns nach abschluss auch informieren – über bessere serverhoster. ich werde mich ausserdem in den nächsten tagen dran setzen, wenigstens die verschwundenen einträge bei mir im archiv zu rekonstruieren, die verschwunden blogeinträge aber bleiben verschwunden.

frohe weihnachten

katias kauftipps teil 1

der kaufhorror hat begonnen und selbst mir fällt nichts mehr ein. mit selbstgebasteltem kann ich meinem nachwuchs schon seit jahren nicht mehr kommen, es muss schon bezahlt worden sein und das nach möglichkeit teuer. warum also nicht kunst kaufen? selbstgebastelt UND teuer.

im ernst. was kann man leuten, die alles haben, besseres schenken als kunst? obwohl mir als exil-hamburgerin (hamburg ist ja die hauptstadt der kunst-weihnachtsmärkte, kunst-billigmessen und anderen konsum-events) die kunst-weihnachtsmärkte zu den ohren wieder rauskommen sass ich vor ein paar tagen beim kollegen im atelier wie auf kohlen als ich die preise hörte. sofort fuhr ich nach hause um diese neue rubrik zu gründen: katias kauftipps. Mehr »

nicht lachen!

nachdem ich im juni schonmal in der uckermark war bin ich auch im herbst nochmal hingefahren.
hier nun meine ersten offiziellen makramee-eulen versuche. Mehr »

weil ich künstler bin!

hier kommt jetzt der zweite teil meiner interviewreihe mit berliner malerinnen. und weil konsequenz mein zweiter vorname ist diesmal ohne malerin. stattdessen hab ich den berliner nicht-maler sebastian zarius interviewt. Mehr »

wie ich die artweek fand

zur artweek fällt mir diesmal leider nicht viel ein. das liegt aber weniger an der artweek, als am zeitmangel, da ich ja fotografieren musste und kein multitasking kann.
deswegen jetzt auch nur ein paar kurze notizen, die ich hier mal einfach so unsortiert ausschütte:
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große artweek foto-reportage

dieses jahr zur artweek gibts auch bei mir sone tolle fotostrecke, wie es alle machen.
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früher

48 minuten neukölln

gestern also wieder einer meiner legendären rundgänge. 48 stunden neukölln stand auf dem programm.

ich war verabredet mit hugo, einem ehemaligen kommilitonen, den ich, wie die meisten meiner neuen berliner kontakte, in hamburg noch nicht kannte. „kennen wir uns von der hfbk?“ „kann mich nicht erinnern aber gib mal deine nummer!“

henrieke ribbe, die gestern auf der 48 stunden neukölln bei dutch courage mit eröffnete, hatte ich auch so kennengelernt.

das konzept klang jedenfalls originell: ein haufen künstler (hauptsächlich ex- und ein paar noch-hamburger) hatten trinkgefässe getöpfert, die auch benutzt werden sollten: es würde freibier geben.

neukölln also.
die hausnummer finden wir schonmal: es ist ein einkaufszentrum. etwas unvorbereitet und beide gehandicapt durch einen nur rudimentären orientierungssinn stehen wir die ersten 10 minuten leicht verwirrt im eingang vor den fahrstühlen rum und starrten auf unsere smartphones. „warte mal – ich google das eben… huch, kein empfang.“

ein fahrstuhl hält, die tür geht auf, 100 hipsteraugen glotzen uns fragend entgegen.
„gibt es da, wo ihr hinfahrt, ne ausstellung?“ fragt hugo geistesgegenwärtig.
„keine anhnung, kann sein, im 5ten stock warscheinlich.“
wir steigen ein.

statt im fünften hält der fahrstuhl im untergeschoss. laaangsam gehen die türen auf. eine frau mit kinderwagen steigt zögernd ein. laaaangsam schliessen sich die türen. wieder erdgeschoss. türen auf. neue hipster steigen ein, die auch nach oben wollen. türen gehen laaangsam wieder zu. erster stock, türen auf. niemand. türen laaangsam wieder zu. wieder erdgeschoss. hugo und ich steigen aus.

mir fällt ein, dass es in einkaufszentren rolltreppen gibt.

oben angekommen irren wir wieder umher, landen im parkhaus. ein paar studenten vor uns.
„wisst ihr, ob hier eine ausstellung ist?“
„keine ahnung, kann sein.“
also hinterher.
im hintersten eck ist ein treppenhaus. wir steigen hoch bis es nicht mehr weiter geht. immer noch keine ausstellung. eine frau mit jutebeutel wartet vor den fahrstühlen, ein stockwerk gibts noch, meint sie. wir stellen uns resignierend daneben.

am ende landen wir tatsächlich auf einem parkdeck wo ein paar stellwände aufgestellt wurden und bilder dran hängen. dazwischen lungern matetee-trinker und eine 50 meter lange schlange hat sich vor der auffahrt zum obersten parkdeck gebildet. eine türsteherin kontrolliert den zutritt. immer wenn welche rauskommen dürfen welche rein. der tüp hinter uns sagt zu seinem begleiter: „das geht jetzt schnell, das ist jetzt die zeit wenn die frauen mit den kindern nach hause müssen.“

nach etwa 20 minuten sind wir an der reihe. gespannt tapern wir die auffahrt hoch, der sonne entgegen. es erwartet uns eine art alternativer dachgarten mit sitzbänken und – wieder eine tür mit türsteher. eintritt 3 euro.

hugo fragt den türsteher, was hinter der tür sei. der türsteher zählt DJ namen auf. „ja aber –“ stammle ich matt, „haben sie selbstgetöpferte bierkrüge?“
verzweifelt halte ich ihm mein handy mit dem facebook-event-eintrag entgegen. „kommt ihnen das hier irgendwie bekannt vor?“
der türsteher verneint. nie gehört. „versuchen sie es doch mal im erdgeschoss am infopoint! oder auf der webseite von 48 stunden neukölln!“

irgendwie gelangen wir wieder zurück ins erdgeschoss und suchen den ausgang. es ist spät und ich hab schwere beine.