neues vom hafentor

nachdem bereits teilnehmer der stapla-sitzung im oktober (bericht im abendblatt) die visualisierungen beanstandet hatten wurde die abstimmung verschoben. der neue termin sollte nun jedoch unter ausschluss der öffentlichkeit stattfinden.

euroland hatte zwar zugesichert, weitere ansichten zu erstellen, die das geplante gebäude etwas weniger panoramisch und vogelperspektivisch zeigen sollten – um allerdings ganz sicher zu gehen, dass die “beschönigungen” der bereits vorliegenden visualisierungen auch zur kenntnis genommen werden haben wir einfach eigene erstellt. diese haben wir mit folgendem anschreiben an die teilnehmer der „konspirativen“ abstimmungs-sitzung gemailt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
anliegend erhalten Sie überarbeitete Ansichten der durch Euroland geplanten Bebauung Hafentor 7. Wie Sie den Ansichten entnehmen können, weicht die dargestellte Gebäudehöhe, welche durch Herrn Horx/Fa. Euroland in einem Gespräch mit unserer Anwohneriniative auf 22 bis 24 Meter angegeben wurde, teilweise deutlich von den durch Euroland erstellten und den Mitgliedern der Bezirksversammlung vorgestellten Ansichten ab. So entsteht aus unserer Sicht der fälschliche Eindruck, als handele es sich um ein an der Gebäudehöhe des gegenüberliegenden Hauses (Hotel Hafentor) orientierten Baukörper.

Die aus unserer Sicht nicht mit der bestehenden Bebauung des umliegenden Viertels in Einklang stehenden Ausmaße des geplanten Gebäudes werden aus verschiedenen Gründen in den von Euroland gelieferten Ansichten nicht ausreichend deutlich. Neben der offenbar nicht maßstabsgetreuen Darstellung, welche die tatsächliche Höhe falsch abbildet (s. Anlagen), wurden in einigen Ansichten (z.B. von Kuhberg aus) Passanten und Bäume unverhältnismäßig groß dargestellt, um das Gebäude kleiner wirken zu lassen.
Das Sockelgeschoss soll etwa 4m Höhe messen, endet aber weit unter der tatsächlich 4m hohen Litfasssäule. In der Ansicht von der Fußgängerbrücke U3 fällt die linke Dachfläche ab und verschwindet so hinter den Bäumen. Sieht man sich aber den Standpunkt des Fotografen an dieser Stelle auf der Flurkarte mit dem Bebauungsvorschlag an, kann man sehen das Fotograf und Gebäude parallel zueinander stehen.

Wir Anwohner hoffen, Ihnen mit diesen Ansichten vor der Abstimmung über die Gebäudehöhe am 19.12.2011 eine weitere Entscheidungshilfe liefern zu können. Dazu haben wir ihnen mehrere von uns erstellte Perspektiven aus anderen Positionen (mit realen Höhen (18+4m)) geliefert. Als Grundlage wurden umliegende Gebäude in der Höhe gemessen.

Vor diesem Hintergrund möchten wir auch noch einmal unsere Befürchtung zum Ausdruck bringen, dass durch die Abstimmung am 19.12.2011 eine der öffentlichen Diskussion entzogene Vorentscheidung über die Gebäudehöhe getroffen wird. Dies widerspricht unseres Erachtens der zunächst von Euroland und BV angekündigten Möglichkeit der Bürgerbeteiligung. Es entsteht zudem der Eindruck, dass der eigentlich für diesen Monat angekündigte „Workshop“ nunmehr in den Februar verschoben wurde, um dem Protest der Anwohner ein mögliches Forum zu entziehen und diese angesichts der zu befürchtenden Vorentscheidung bezüglich der Gebäudehöhe/-ausmaße vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Der zunächst entstandene Eindruck, dass es sich um einen ergebnisoffenen Prozess handelt, in dem das Gesamtobjekt in Ausmaßen und Nutzung mit den Anwohnern diskutiert werden könne, entpuppt sich für uns somit als Chimäre. Es entsteht viel mehr der Eindruck als würde Euroland Bezirkspolitik und Anwohner „an der Nase herumführen“. So wurde uns im Gespräch mit Euroland von der Geschäftsführung deutlich gemacht, man habe das Grundstück nunmal teuer von der Stadt gekauft und gehe nun davon aus, den bestehenden Entwurf ohne Abstriche realisieren zu können. Auf unsere Frage, was denn alternativ – im Falle einer Nichtzustimmung der BV – auf dem Grundstück geplant sei, sagte man uns, dass es keine Alternativplanung seitens Euroland gäbe und ein kleineres Gebäude sich nunmal nicht „rechnen würde“. Auch bei dem Workshop ginge könne es letztlich nur noch um die Nutzung des Erdgeschosses und evtl. noch ein wenig um die Fassadengestaltung gehen. So werden die Entscheidungsträger letztlich mit dem Argument erpresst „Wenn Sie dem Entwurf nicht zustimmen, dann geschieht hier erstmal gar nichts !“. Bei allem Verständnis für das betriebswirtschaftlich gesehen verständliche Gewinnsterben eines Investors ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum die Stadt ein derartiges Grundstück offenbar höchstbietend verkauft, ohne zuvor entsprechende Auflagen gemacht zu haben, um sich dann mit diesem Argument vom Investor zur Zustimmung nötigen zu lassen. Alternativ wäre zum Beispiel eine Anheimgabe des Grundstückes an ein städtisch gefördertes Wohnungsbauunternehmen denkbar gewesen, welches hier in kleinerem Maßstab dem Viertel gerecht werdenden sozial geförderten Wohnraum hätte schaffen können.

Das geplante Gebäude zerstört unseres Erachtens den Blick auf die Bastion, greift unverhältnismäßig ins Bild des Viertels und die Sichtachsen vom Stintfang ein und die geplante Nutzung mit 50 % hochpreisiger Wohnungen birgt die Gefahr, der schleichenden Gentrifizierung des Viertels weiter Vorschub zu leisten.
Wir beabsichtigen auch, unseren Protest mit einer Unterschriftensammlung von Anwohnern zu belegen, wenden uns aber zunächst mit diesem Schreiben an Sie, in der Hoffnung, eine übereilte Zustimmung am 19.12. noch abwenden zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Bögle und Peter Wohlgemuth für die Anwohnerinitiative Hafentor


interessant ist ausserdem eine von euroland erstellte ansicht von der aussichtsplattform am stintfang. als ich vor ein paar wochen versuchte, die perspektive nachzustellen, fiel auf, dass das bild mit ca. 7 meter abstand zur mauer gemacht wurde.
nur: welcher tourist bleibt 7 meter vor der mauer stehen? tatsächlich soll auch hier ein falscher eindruck geweckt werden. aus der gewählten perspektive wirkt das gebäude niedriger als es tatsächlich aussieht. die bilder wurden nicht in der absicht zur neutralen information erstellt.

ein paar tage später erreichte uns eine mail, dass dem bauvorhaben zugestimmt wurde.
rahmenbedingungen wie höhe und nutzung sollten jedoch erst nach dem geplanten workshop mit den anwohnern festgelegt werden, damit, so hiess es, unsere bedenken „zumindest eine chance hätten“. der investor sei allerdings in punkto gebäudehöhe und -größe etwas „hartherzig“. (absurder kann man das wohl nicht formulieren)

des weiteren habe man einen termin für den anwohner-workshop festgelegt. er findet statt am:

samstag, den 11.02.2012 – von 11 bis 14 Uhr
voraussichtlich im haus der jugend neben der jugendherberge

auf die frage, wieso die bezirkspolitiker die größe des gebäudes nicht einfach zur bedingung ihrer zustimmung gemacht haben, kam keine antwort.

aber auch wenn unübersehbar ist, dass anwohner und hamburger bürger hier mit einem workshop abgespeist werden, bei dem von vornherein die einzig relevante frage ausgeschlossen wird – es ist trotzdem wichtig, dass alle, denen das hafenviertel (sog. portugiesenviertel) am herzen liegt, zu diesem “workshop” kommen.
ich werde selbstverständlich auch da sein und freu mich auf euch!

“Charles Budnikowski”

habe ich heute in einem buch von tilman knop gelesen und mich den halben tag kaputt gelacht. als ich diese wörter eben auf dessen homepage suchte musste ich mich wieder kaputt lachen, diesmal darüber:

tilman knop: ein wald mit bäumen

und darüber:

tilman knop: 5 fehler

ich war die tage auch auf seiner aktuellen ausstellung in der hamburger mutiple box (läuft noch bis zum 24.) und kann nur jedem raten, sich das anzukucken.

darf ich vorstellen

mein erster eintrag im archiv zu rum traube nuss ist fertig:

mein kleiner salon des refusés

neues zur stintfangbebauung

meine frage, ob es ein fake ist wenn der investor EUROLAND den anwohnern und betroffenen des bauvorhabens “hafentor” diskussionsbereitschaft signalisiert und einen workshop anbietet, ist sogut wie beantwortet: ja, es ist ein fake.

das angebot eines workshops kam erstmalig auf bei der stadtteilkonferenz am 27.9., als ich mich über die „kristalline form“ und dimension des monströsen neubaus echauffierte. ob denn schon alles feststehe, wollte ich wissen. herr horx von EUROLAND erwiderte: das könne man alles noch diskutieren – zb. im rahmes eines workshops.

vor etwa zwei wochen trafen sich anwohner mit herrn horx und um genauere informationen zum workshop zu erfragen.
zufällig wohnen in unserem haus 3 architekten, die auch bereit wären, mit EUROLAND über die bauliche form und höhe des gebäudes auf fachlich kompetente weise zu sprechen.
herr horx machte bei diesem treffen überraschend klar: der workshop wird sich ausschliesslich auf die nutzung beziehen – an der hülle und höhe wird nicht gerüttelt.

es handelt es bei diesem “workshop” aus meiner sicht insofern um eine reine PR aktion.

von seiten mancher fachbehörden hört man übrigens bereits, dass diese für das bauvorhaben eher nach gründen gegen wohnungen und für die errichtung eines ‘wirtschaftfreundlichen bürogebäudes‘ suchen.
immerhin scheint das denkmalschutzamt etwas mehr begriffen zu haben: von dort gibt es eine stellungnahme aus der sinngemäß hervorgeht, dass aus denkmalpflegerischer sicht ein verbauen des hangs und der aussicht auf die volle höhe der bastion äußerst kritisch gesehen wird.

making of caesars palace

caesars palace (mein beitrag zu rum traube nuss) habe ich nicht alleine gemacht. die arbeit gehört mir nichtmal, zumindest nicht mir alleine. hier eine liste der leute die mitgeholfen haben und von denen ich mir das material zusammengeliehen hab:

den ersten vorhang bekam ich von laila unger. sie hatte noch 13 meter molton, was sich für die 2,50 breite kabine allerdings immer noch als zu kurz herausstellte.
ich rechnete mit dem schlimmsten (15 meter molton kosten ca. 150€ plus nochmal 100 für die ösen) als meiner ateliernachbarin christine ebeling einfiel, sie kenne jemanden beim schauspielhaus. zufällig würde sie den später noch treffen.
am nächsten morgen hatte sie einen 15*5 meter großen samtvorhang, schon fix und fertig mit messingösen, aufgetrieben.

der gong gehört philipp schewe, den er mir lieh, obwohl er ihn eigentlich selbst brauchte. ausserdem gab er mir tipps zu imovie und wie man das synchronisationsproblem umgehen könnte.

nachdem ich mich beim filmschneiden um einen frame verrechnet hatte und die augen sich nach einer stunde filmdurchlauf schon vor dem gongschlag öffneten setzte sich boris vogeler vom westwerk nochmal mit seinem gummiball-mikro hin und mass abermals den zeitlichen intervall. er und christine rechneten dann gemeinsam aus, wieviele frames nötig sind, damit sich die augen pünktlich öffnen. ich hockte eine weile nickend daneben und tat als würde ich noch folgen.
„du hast kein wort verstanden, oder?“ „genau.“

die armierung für die große figur baute felix schwenzel. er half mir bei diversen materialtransporten und tüftelte aus, wie man die filmdatei so konvertiert, dass der beamer sie abspielt. ohne felix hätte ich auch die haken nicht in die decke bekommen (wer steht schon stundenlang freihändig auf der leiter in 3 meter höhe und ruckelt an kippdübeln, die nicht kippen?).
bei der eröffnung hat er alle paar stunden den film mit dem gong neu synchronisiert und gemeinsam mit christine den pfotenschlag repariert, als dieser von einem besucher zerstört wurde und ich haareraufend daneben stand.

henrik spohler hat während der eröffnung geholfen, leuten zu erklären, dass es unüblich ist, kunst anzufassen. so forderte er bespielsweise eine dame auf, es zu unterlassen, die weisse knetoberfläche des tisches mit der flachen hand zu tätscheln. die dame entgegnete entrüstet: wie er überhaupt dazu käme, sie zurecht zu weisen! es sei ja schliesslich nicht seine arbeit. “doch” antwortete er, er habe sie gerade eben gekauft.

stefanie clemen half mir bei der auswahl der radierungen und bei der hängung, heike gross vom westwerk hat die ausstellung betreut und chris zander die einladungskarte entworfen.

christine ebeling hat, wie immer, alles übrige gemacht. sie hat die anschlagsmechanik für den gong ausgetüftelt und gebaut, den stahlring organisiert, alle schweissarbeiten gemacht und allen möglichen krempel hin und hergefahren und besorgt. und während ich im atelier sass und meine füsse knetete war sie auf irgendwelchen vorträgen oder vereinssitzungen und hat ca. 600 einladungen verteilt.

beim aufbau hat nicht christine mir geholfen sondern ich ihr. leute, die christine während des aufbaus besuchen wollten, fragten mich, ob die chefin da sei und während der eröffnung, die rammelvoll war, sagte ich leise zu felix: „da hat christine ja wieder ganze arbeit geleistet.“

danke.


rum traube und die hamburger kulturstiftung

das letzte mal dass meine arbeiten gefördert wurden war vor 10 jahren. damals hatte ich das hamburg stipendium. man bekam damals 1400 mark im monat plus teilnahme an einer gruppenausstellung mit katalog.
seitdem hatte ich mich nie mehr für eine förderung beworben. welche auch? die orte, an denen ich in hamburg meistens ausstelle werden selbst schon gefördert. da bekommen die künstler für gewöhnlich nichts.

für rum traube nuss hatten wir uns bei der hamburger kulturstiftung für eine projektförderung beworden. von der kulturbehörde wird das westwerk eh bereits unterstützt – was allerdings auch nur miete und postkartendruck deckt und dank der elbphilharmonie auch gerade erst wieder gekürzt wurde.

die jury der kulturstiftung lehnte unser projekt ab. auf nachfrage bekamen wir die erklärung, dass wir zu alt seien. man fördere eher jüngere kunst.
das erstaunliche daran war, dass sich diese äusserung nicht auf irgendeine offzielle altersgrenze bezieht. die gibt es im bewerbungsverfahren der stiftung nämlich nicht. man weiss also garnicht, was für die kulturstiftung “junge kunst” bedeutet.

am selben tag, als wir die ablehnung erhielten, traf ich zufällig eine galeristin, die einmal im jahr eine grosse verkaufsausstellung organisiert. sie schwärmte davon, wie gut das geschäft laufe und meinte, sie riefe auch gleich mal bei der kulturstiftung an, die wollten schon so lange mal was für sie tun.

einladung

wer mich hier in den nächsten tagen beim aufsichtmachen besuchen kommt kann auch gleich noch nebenan beim petersburger salon vorbei schauen:

 

Vernissage: 2. Dezember 2011 | 19 Uhr
Admiralitätsstrasse 71, Hinterhof 1.Stock
20459 Hamburg

zu Gast in den Räumen von BLAU – Zimmer für Kunst und andere
Admiralitätsstrasse 71 | Hinterhof 1.Stock | 20459 Hamburg

Ausstellung: 3.12.- 6.12.2011 16.00 – 19.00 Uhr
Finissage: 6.12.2011 ab 20.0 Uhr
Salon Nikolaus Special – Live: Coco Cartier & Ezili Lagerfeld
Montag: 5.12.2011 geschlossen

Voodoo Chanel | Coco Cartier | Selina Baumann | Dorothea Goldschmidt | Brigitta Höppner | Verena Issel | Katia Kelm | Michael Kress | Clementia Labin | Ezili Lagerfeld | Marc Lüders | Lene Markusen | Vlad Nanca | Egle Otto | Nana Petzet | Mirka Raito | Volker Renner | Pitt Sauerwein | Silke Silkeborg | Sascha Schäfke | Eske Schlüters | Linn Schröder | Sonja Vordermaier | Judith Walgenbach | Daniela Wesenberg | Birgit Wudtke | Susann Richter | Anita Maria Leib
kuratiert von Pitt Sauerwein

analoge blogs beim nachbarn an der wand


die rolle unter der decke hängt 3 meter hoch. sie werden nach jeder notiz, die unten angeklebt wird, mit einer kleinen kurbel aufgerollt.
wie im echten leben also.

gefunden in tilmans atelier am bullerdeich.

aufbau


neues von der maus am bullerdeich

wie alle mäuse mag die maus am bullerdeich auch papier. heute hat sie zb. christines post gefressen: die post vom kunstverein hat sie fast vollständig verspeist – von der post vom finanzamt dagegen hat sie nicht mal abgebissen.