Von Hinten

die leute müssen mich für wahnsinnig unhöflich halten aber ich kann menschen, die einander fremd sind, die ich aber beide gut kenne, nie einander vorstellen. zum beispiel auf partys. ich stehe dann da vielleicht mit einer freundin und treffe einen alten freund. erstmal HALLO! und lange nicht gesehen! jeder normale mensch würde die beiden einander nun vorstellen, nur nicht ich. 

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gewölbe

seitdem ich psychopharmaka nehme sind meine träume interessanterweise viel deprimierender als vorher. dank der tabletten empfinde ich das zum glück aber garnicht so. im gegenteil, es ist einfach wahnsinnig viel los. und je langweiliger coronabedingt mein leben, desto wilder träume ich.

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meine kleine schwester

meine schwester und ich hatten immer ein schwieriges verhältnis. wir sind 3,5 jahre auseinander, sie die jüngere, die unter mir zu leiden hatte. ich war laut, sie leise, ich war größer und stabiler als sie und neben mir sah sie aus wie ein kleines äffchen. sie weißblond und süss, ich nervig. sie war das lieblingskind unseres vaters, ich das der mutter.
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wie ich radiere

mit dem radieren ist es bei mir wohl so ähnlich wie man es von geburten sagt: die schmerzen sind so schlimm, dass man sich schwört, es nie wieder zu tun – und anschliessend vergisst man sie.

so habe ich mich vor ein paar jahren schon einmal etwas intensiver mit radierung beschäftigt. wer hier hin und wieder mitliest erinnert sich vielleicht. hier hatte ich damals etwas darüber notiert, so sah mein atelier aus und so und so die drucke. 2012 war das.

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gross machen

ich habs glaubich schon öfter erwähnt. in den frühen neunziger jahren war an der hamburger hochschule für bildende künste der beliebteste ratschlag aller profs, egal mit wem man sprach: „machs mal in gross“.
„mach mal mehr davon“ war der zweitbeliebteste, und mehr zu machen ist ja auch eine vergrösserung.
wenn man dann noch die tatsache hinzuzieht, dass etwa 90% dieser ratgeber männer waren, gibt das vielleicht zu denken. (mehr …)

regenbögen

als es mir mal finanziell nicht so gut ging und ich mir einen job suchen musste … wobei sich das jetzt so anhört, als ob das jemals anders war. egal. also diese geschichte fängt jedenfalls damit an, dass ich auf jobsuche war. und zwar nicht im sinne von „nach einer stelle suchen“ sondern im sinne von „was könnte ich mal machen“?

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heute schon zweimal die vita geändert

kurz nach 8 uhr morgens. ich torkel in die küche um mir tee zu machen und fasel dem mann irgendwas vor, während er zeitung liest:
„ich hab grad auf facebook nen total angesagten ausstellungsraum entdeckt der früher mal ne off-space-ruine war, wo ich mal vor jahren ausgestellt hab! die hat jetzt sogar nen namen! das ist deswegen geil weil ich den jetzt nämlich in meiner vita ändern kann. vorher stand da nur n strassenname. da kannste mal wieder sehen! man muss nur geduld haben!“ (mehr …)

nichts gegen teebeutel

keiner male mehr figürlich! art-brut müsse man machen und eigentlich sowieso nur noch konzept-malerei! erklärte mir der schauspieler, der neuerdings auch maler war, als er mich im atelier besuchte.
über meine zweifellos figürlichen bilder an denen ich arbeitete verlor er kein wort. ich sparte mir den hinweis, dass auch seine bilder weder art-brut noch konzeptkunst waren und auch sein neuster plan, dinosaurier zu malen, klang wenig abstrakt.
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