liebe julia,

damals, als ich studiert habe (92-99) bestand aber die professorenschaft grösstensteils aus männern. auf ungefär 20 profs kam 1 frau. mittlerweile versucht man da offenbar gegen zu steuern. in letzter zeit werden zumindest verstärkt frauen eingestellt. und das macht ja ein bischen hoffnung.

unter den kunststudenten gab es schon während meines studiums eine deutliche überzahl an frauen, zumindest bei den bewerbern. da hörte man damals manchen prof jammern und dann wurden tatsächlich quotenjungs in die klassen geholt. aber die tatsache, dass es wesentlich mehr weibliche kunststudenten gibt als männliche, führte auf der anderen seite trotzdem nie dazu dass auch mehr weibliche künstlerinnen auf den grossen wichtigen ausstellen gezeigt werden oder in den programmen der wichtigen galerien auftauchen. ich mache mir immer ne art „sport“ daraus, in den listen zu zählen, auf wieviel künstler wieviel frauen kommen. da hat sich in den letzten 10 jahren überhaupt nichts geändert. dabei sind selbst unter den galeristen die hälfte frauen.

ich finde es jedenfalls, neben solcher aktionen wie #aufschrei, wichtig dass wir versuchen, durch mehr solidarität gegen zu steuern. das ist es auch, das hab ich in meinem anderen kommentar schon geschrieben, was ich in der debatte gerade als das schmerzhaftesteste empfinde, die unsolidarität manch anderer frau.

deswegen freu ich mich auch über deinen kommentar. danke dafür. aber nicht traurig sein! mir tut es ja, wenn ich das so aufgelistet seh, fast schon gut, weil es so schön klar auf der hand liegt, was das für arme würste sind. das so aufzuschreiben, und das ist ja auch die idee von #aufschrei, bewirkt ja eine maximale blossstellung. das ist sogesehen auch traurig: traurig für SIE :)